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Oct. 5, 2026

Sandra Studer, Musical-Darstellerin und Moderatrorin | Comsumcast #43

Sandra Studer, Musical-Darstellerin und Moderatrorin | Comsumcast #43
ComSumCast
Sandra Studer, Musical-Darstellerin und Moderatrorin | Comsumcast #43

Sie ist eine der bekanntesten und beliebtesten Moderatorinnen der Schweiz. Im letzten Jahr hat sie zusammen mit Hazel Brugger die grösste Musikshow der Welt - den ESC in Basel - moderiert: Sandra Studer. Sie kennt den ESC wie keine Zweite, denn 1991 hat sie selbst in Rom teilgenommen und den 5. Platz erzielt. Sandra ist aber sehr vielseitig unterwegs. Heute steht sie vor allem auf den Schweizer Musical-Bühnen. Im Frühling hatte sie eine Hauptrolle bei «Mamma mia» und in diesem Herbst ist sie wieder in «Sister Act» zu sehen. Wie schaut Sandra Studer auf ihre einzigartige Karriere? Wie hat sie den ESC in Basel erlebt? Und wie hat sie vier Kinder und diese Karriere überhaupt unter einen Hut gebracht? Sandra Studer ist Gast bei Reto Lipp im #comsumcast des Zürcher Pressevereins und der Zürcher PR-Gesellschaft (ZPRG).Der ComSumCast wird vom Zürcher Presseverein und der Zürcher PR-Gesellschaft finanziert, moderiert von Reto Lipp, aufgenommen und produziert bei Castalavista von Christoph Soltmannowski. Die Folge ist auf Apple Podcasts und als Videocast auf YouTube und Spotify verfügbar.

0:00 -[Intro-Musik] -Herzlich willkommen zum ComSumCast. Das ist eine Zürcher Presseverein und der Zürcher PR-Gesellschaft. Am Produzenten-Desk ist Christoph Soltmannowski und am Mikrofon Reto Lipp. Ja, wir sprechen hier immer mit Persönlichkeiten aus den Medien, Journalismus, PR, Werbung und heute freue ich mich wirklich sehr, eine der bekanntesten und beliebtesten Entertainerinnen der Schweiz begrüssen zu können. Ich glaube, die ganze Schweiz kennt sie, aber nicht nur die ganze Schweiz, auch die halbe Schliesslich hat sie im letzten Jahr die grösste Musikshow der Welt moderiert, den ESC, und zwar in Basel.

0:41 -Herzlich willkommen, Sandra Studer. -Vielen herzlichen Dank für die Einladung. -Ich freu mich. bist. Ganz toll, dass du da bist, weil wir haben uns ja lange jetzt nicht mehr gesehen, aber eigentlich kennengelernt Leute, die das nicht mehr kennen, muss man sagen, das war mal 'n Lokalsender in Zürich. Jetzt heisst es Radio Energy. Und schon damals ist mir immer aufgefallen, dass du so wahnsinnig gut singen kannst, dass du einfach die Musik Das ist dir irgendwie in die Wiege gelegt worden, oder? Ja, Musik hat mich mein ganzes Leben begleitet. Es ist nicht so, dass ich jetzt aus einer ausgesprochen musikalischen Familie stamme, jedenfalls nicht die Schweizer Familie. Spanien.

1:22 Meine Mama kommt aus Barcelona und meine Cousins, also die Kinder ihres Bruders, die sind beide Berufsmusiker geworden. Und die haben das schon sehr stark auch jeweils in die Schweiz mitgebracht, weil sie haben immer den Sommer bei uns verbracht. Dann haben wir Meine Cousine hat die Gitarre mitgenommen, dann haben wir wirklich so lagerfeuermässig Musik- Weil du hast manchmal im Radio Z auch an so Festen was gesungen. Ich kann mich noch erinnern, das war immer ganz schön. Und was ich mich auch noch gut erinnere, du hast damals, ich glaub, das war so '91 oder so, eine Sendung moderiert, die hiess «Spiel mit Orten». Und das war eine relativ komplizierte Sendung. Man musste da als Moderator alles selber machen.

2:03 Man musste die Gäste aufschalten, Musik einspielen, Werbung einspielen. Und die Sandra war ab und zu 'n bisschen auf Kriegsfuss mit der Technik, da ist manchmal was Falsches dann gelaufen, die falsche Werbung, die falschen Songs und -so. Kannst du dich da noch erinnern? -Da kann ich mich sehr gut erinnern. Das war der blanke Horror für mich. Ja, ich glaub, ich hab die Sendung genau einmal moderiert, weil ich gesagt hab, das mach ich nie wieder. Ich bin nicht so Multitasking, nicht multitasking sein. einfach sehr oft -machen. Also jeder macht's ja zum ersten Für mich war das aber wirklich ein Albtraum. Ich hab alles falsch gemacht, was man falsch machen kann und irgendwann, glaub ich, hab ich dann auch nur noch gelacht, weil es war einfach alles falsch. Und wir hatten ja damals den Herrn Meng, das war der -Chef.

2:49 Der hat sich dann am Telefon Du hast dann gesehen, wenn dieses Telefon klingelt, dann ist es ganz schlecht. Und natürlich hat es geklingelt. Es war grauenhaft. Weil ihr habt danach gesagt, wir müssen der Sandra einen Techniker beiseite stellen. Hast du die Sendung dann Nicht mehr? -Ich glaube nicht. Ich glaube- -Das ist fertig. ... ich bin ziemlich sicher, dass ich so schockiert war, dass ich gesagt habe: «Nee, ich mache gerne andere Sachen, ich nie mehr machen.» Ich bin technisch echt nicht so begabt. Also ich weiss, es war echt gar nichts für mich. Okay, aber das Moderieren war immer auch ein Teil von dir. Hast du eigentlich lieber gesungen oder hast du lieber moderiert?

3:34 Oder ist es In einem Musical zum Beispiel kann man eigentlich beides machen. Man spricht dann einen Text, aber man singt auch, ist beides zusammen. Ist das der -Grund, warum du gerne Musicals hast? -Na ja, in einem Musical spielen, ist schon noch mal was ganz anderes als moderieren, weil beim Moderieren solltest du ja möglichst dich selber sein oder sehr nah an deiner Person, denk ich, damit es auch authentisch rüberkommt. Das war jedenfalls immer mein Ziel, mich nicht verstellen zu müssen und eben gerade keine Rolle zu spielen. Hingegen im Theater ist es dann das Gegenteil. Dann bist du ja weg von dir. Dann spielst du wirklich eine andere Person, setzt dich auch mit dieser Persönlichkeit auseinander. Dieses Rollenspiel, das ist eigentlich das Schöne und das Attraktive.

4:15 Das magst du, in eine Rolle schlüpfen. Da bist du nicht mehr die Sandra, sondern -eben bei Mamma Mia! die Hauptperson. -Sehr gerne. Ich hab aber immer gesagt, ich bin keine ausgebildete Ich hab keine Schauspielschule besucht. Ich habe lange nicht gewagt, das Wort Schauspielerin zu schreiben, oder wenn man mich gefragt hat: «Was bist du eigentlich?», weil ich immer fand, das ist 'n bisschen anmassend. Ich hab auch immer gesagt, ich spiele nur, wenn Musik dabei ist, weil da, glaub ich, kann ich dann punkten. Also in der Musik und im Singen bin ich dann stark. Ja, bitte sehr. Ich bin jetzt einfach inzwischen -Absolut. Absolut.

4:57 -Aber noch mal, um deine Frage zu beantworten: Es war beides wunderbar für mich, also das Moderieren und das Spielen. Und ich glaube, mein Glück war, dass ich mich nie so ganz für das eine oder das andere Musstest dich nicht entscheiden, konntest auf allen Bühnen 'n bisschen spielen. Dann kam das Jahr 1990. Da hast du nämlich, das wusste ich gar nicht, das hab ich noch nachgeschaut, zum ersten Mal an einem ESC teilgenommen. Der hiess ja damals noch Concours Eurovision de la Chanson, glaub ich. Und du hast teilgenommen mit grossen Hoffnungen und bist Letzte geworden. Das -hab ich gar nicht mehr gewusst. -Ja, das wissen viele. Das ist sehr lustig. Das war ein Rückschlag irgendwo und hat dich das getroffen?

5:39 Du, seltsamerweise hab ich's nicht als Rückschlag empfunden, weil ich da sehr sportlich reingegangen bin. Also ich denke, die Denkweise, die ich da an den Tag gelegt habe, war wirklich die einer Sportlerin. Es war ein Spiel für mich, es war ein Wettbewerb. Ich wollte das mal ausprobieren. Es war eine andere Schiene. Ich hab in der Zeit schon an der Uni studiert. Ich hatte so quasi den halt gedacht: «Komm, das ist lustig, that's fun.» Ich hab den ESC geliebt oder den Concours Eurovision de la Chanson und hab gedacht, das wäre schön, da mal mitmachen zu können. Und als ich dann Letzte wurde, also ich bin schon erschrocken und es war nicht lustig. Also du bist da schon sehr exponiert an einem -Samstagabend.

6:24 noch Punkte -bei. Und dann sitzt du da und kriegst immer die wenigsten Punkte und am Ende bist du echt so die grosse Loserin. Aber ich hatte das, glaub ich, gar nicht so vielen Leuten erzählt, dass ich da mitmache. Und meine Erinnerung ist wirklich nicht, dass ich da mit hängendem Kopf rausgegangen wäre Ich hab's als Erfahrung genommen. Und- Das stimmt, weil ich hab die Sendung über dich auf SRF gesehen, da hat deine Schwester gesprochen, die war dabei und die hatte gesagt: «Wow, Hut ab, die Sandra hat das gut weggesteckt und das war für sie gar kein Problem.» Meine Freunde und die Familie haben auch alle gesagt: «Ja, aber das ist jetzt gut, oder? Das musst du nicht noch mal.» Also das machst du jetzt bitte nicht noch -mal.

7:07 -Das war jetzt mal eine Erfahrung. Genau. Und ich hab dann gesagt: «Doch, auf jeden Fall mach ich das noch mal.» Und das stimmt, du bist gleich wieder angetreten. -Ja, genau. mit einem anderen Lied dann natürlich, klar. Und da kam plötzlich der grosse Erfolg, «Canzone per te» hiess das und das war dann Nummer eins. Also vom letzten Platz, ich glaub, das war der achte, es waren acht Teilnehmer, gleich auf Platz eins dann am nächsten Jahr. -Ja, genau. -Was war das für ein Gefühl? Also das Gefühl: «Wow, jetzt hab also wenn, nur mir selbst. Und ich bin eigentlich in dieses zweite Rennen reingegangen mit dem Wissen oder der Annahme, dass eine andere Teilnehmerin gewinnen würde. Das war die Daniela Simons, die hatte schon einmal am ESC teilgenommen, wurde -Zweite.

7:53 Eine tolle Sängerin, auch eine fantastische Pianistin und sie war wirklich noch mal angetreten. Die wollte den ESC gewinnen diesmal. Und als ich gehört habe, Daniela Simons -ist dabei, hab ich gesagt: «Okay.» Gut, jetzt kann ich eigentlich zu Hause bleiben, aber auch da hab ich gesagt: «Nein, sicher nicht. Ich geh dahin. Ich geh, um dieses Erlebnis noch mal zu haben und vielleicht ein bisschen besser abzuschneiden», aber ich hab wirklich nicht damit gerechnet, dass ich gewinnen könnte. Und voll gewonnen 1991 und dann ging's nach Italien. Das war in Rom, das Finale mit Toto Cutugno. Und du hast damals mal irgendwie Also die Italiener haben ja so'n bisschen das Vorurteil, es wird alles so'n bisschen irgendwie so. Ja, das war nicht alles so super gut organisiert. Ja, locker ist immer gut, find ich. Das gefällt mir eigentlich auch, [lacht] aber es war etwas mehr als locker.

8:50 Es war ziemlich chaotisch. Und ich glaube, damals hat man einfach sehr stark gemerkt, Interesse haben am Concours -Es war gar nicht organisiert. Festival Sanremo, was ja heute noch so wichtig und grossartig ist und wunderbar. Ich glaub, so in der italienischen DNA gab es wie keinen zweiten Platz für so einen grossen Event. Also die haben den halt durchgeführt, weil sie gewonnen hatten das Jahr davor. Aber sie haben ihn ziemlich stiefmütterlich behandelt. Also schon in den damaligen Zeiten fand der ESC auch schon in grossen Hallen statt und wir waren da in so einem kleinen, popeligen Theater von Cinecittà.

9:32 Das war eine ganz kleine Kartonschachtel, in der dieser wirklich grosse Event mit grossem Orchester stattgefunden hat. negativ in Erinnerung Aber eben mit grossem Orchester noch. Das war alles noch live und grosses Orchester und das ist ja heute alles nicht mehr. -aber das alles kommt- -Ja, genau. -... also schon ein grosser Unterschied. und auch, man muss sich vorstellen, heute kommst du, beim ESC auf die Bühne, hast deine erste Probe und du weisst, der Song klingt so, wie ich ihn kenne. Und ich hab den tausendmal gehört und tausendmal geübt und damals gingst du auf die Bühne und das klang total anders.

10:13 Dann spielt dieses -Orchester- auch von dort -geleast. ganz anderer und du musst dich wirklich in kürzester Zeit auf diesen Sound einlassen. Du musstest dich trotzdem irgendwie wohlfühlen, auch wenn da eben nicht so dieses Kissen da war, das du von dem Chor her kanntest. -Und wie oft wurde das geübt dann? -Ich kann mich nicht so gut erinnern, aber ungefähr so viel wie heute. Also du hast ja wahrscheinlich so drei Proben gehabt. Genau, und da durftest du auch noch mal sagen: «Nee, also hier bitte mehr von dem.» Und das war komplizierter Da konntest du noch sagen: «Bitte das Horn hinten links wieder ein bisschen hoch.» Heute sagst du ja nur: «Bitte die Backings etwas mehr oder bitte die Lead-Stimme etwas -mehr.» Also es war komplizierter, ja.

10:56 -Und du hast dann aber eine tolle Leistung abgeliefert. Platz fünf. Da wären wir ja heute immer zufrieden, wenn wir auf Platz fünf kommen. Und dann hab ich mich gefragt, das wär doch jetzt der Moment gewesen, eine Musikkarriere überhaupt zu starten. Also Sandra Simó, hast du dich dort genannt, ist, glaub ich, -der Name deiner Mutter. genau. Also Sandra Simó, die hätte jetzt durchstarten können. Ich meine, zum Beispiel Spanien, in spanischer Sprache kannst du gut. Also hättest du in Spanien 'ne Karriere starten können oder so. -War das nie ein Ziel? -Mhm, ein Ziel war es eben, glaub ich, zu wenig, sonst hätte es vielleicht tatsächlich diesen Weg gegeben.

11:38 Ich war ein bisschen orientierungslos in der Zeit, weil eigentlich hatte ich mein Studium begonnen und mit einem klaren Berufsziel. Ich wollte gerne Operndramaturgie machen und der Operndramaturg damals am Opernhaus Zürich hatte mir empfohlen, Germanistik und Musikwissenschaften zu studieren, um eben irgendwann mal auf seinem Stuhl zu sitzen zu können. Und ich war da eigentlich sehr begeistert von diesem Studium. Ich hab das sehr gerne gemacht, genau. Aber da gab's eben immer diese zweite Seite von mir und die hab ich dann sehr intensiv ausgelebt. Na ja, und dann kam also diese Möglichkeit, quasi eine Musikkarriere zu machen, aber da gab es zwei Dinge.

12:20 nach Deutschland. Ich war bei Plattenfirmen und hab dann sehr schnell gemerkt, die wollen mich in die Schlagerecke drängen. -Das wär eine Schlagersängerin geworden. will, aber mir war immer sehr klar, was ich nicht will und das wollte ich nicht. Also da hab ich mich musikalisch und deswegen hab ich schnell gemerkt: «Oh nein.» Hätte ich in dem Moment aber sehr genau gewusst, was ich musikalisch machen möchte, wäre reifer gewesen, hätte schon viel mehr an mir gearbeitet, dann hätte sich vielleicht etwas ergeben. jung, ich -war- -Trauerst du dem bisschen nach oder sagst du: «Oh, da hätt ich vielleicht dann hätt ich 'ne Musikkarriere gemacht.» Oder sagst du: «Nein, das war einfach der Moment gewesen und du hast dort verschiedene gewählt.» So sehe ich das im Leben.

13:13 Ich hab viele Dinge nicht gemacht, die im Nachhinein sage ich: «Ja, schade, wäre vielleicht auch schon gewesen», aber es hat halt gestimmt im Moment. Und wenn ich da jetzt aufgebaut hätte, wäre ja das Fernsehen sehr wahrscheinlich nicht gekommen und das war ja auch so eine tolle Gelegenheit für mich und ich hab so viele schöne Sachen machen -können. Also ich- -Da kommen wir gleich zum Fernsehen noch da. Gut, du bereust nichts. Gut, da kam aber nicht nur das Fernsehen, da kommen wir noch drauf. Da kam auch Musical, das erste Musical, nämlich Keep Cool. Ich kann mich gut erinnern, bei Radio Z, wir waren, glaub ich, sogar noch Sponsor, also Mediensponsor. Keep Cool mit Marco Rima damals und der hat irgendwo gesagt, du musst jetzt auch kein Casting machen. Ihm war sofort klar, -Sandra Studer ist es.

14:00 Eurovision Song Contest gesehen und hat mich da singen gehört und hat mir damals eine Postkarte geschrieben. Ich hab eine Postkarte von ihm bekommen. Ja, damals ging das noch so, gell? Heute wär's eine E-Mail. Gut, das hätt auch schon ein Anruf sein können, aber ich Er hat mir eine Postkarte geschrieben, hat gesagt: «Sandra, wir machen dieses Musical und du musst da mitspielen.» Und ich so: «Okay, Musical.» Ich muss noch sagen, dass für mich nach der Gymi-Zeit quasi so zwei Wege offen waren. Also der eine war wirklich akademisch und ich studiere Und was ich aber auch zu Hause für Musical-Schulen, weil das wäre schon so auch ein grosser Traum gewesen. Tanzausbildung, Schauspielausbildung.

14:47 was ich so ins Auge gefasst Ich hab dann aber nie die Aufnahmeprüfung gemacht. Also ich hab mich dann quasi für die Uni entschieden. Aber als dann diese Anfrage für Musical kam, da dacht ich: «Das gibt's ja gar nicht. Das wollte ich doch schon immer machen.» Und dann war das für mich auch sehr schnell klar, dass ich das ausprobier. Es war ein grosser Erfolg und kommt jetzt eben wieder. Das ist eine Aktualität in diesem Herbst wieder, Keep Cool, jetzt nicht mit dir, sondern mit anderen. Aber -gehst du hin? Schaust du dir das an? -Ja, auf jeden Fall werde ich hingehen. Das ist natürlich eine Frage der Wir kommen da viele zusammen, die damals dabei waren. Und wie ist da so der Gedanke? Ich muss ehrlich gestehen, ich hab damals das Musical nicht gesehen. Kann man das jetzt heute wieder machen?

15:29 machen? Man muss es total anders machen und deswegen bin ich auch sehr gespannt, was sie sich da einfallen lassen, weil natürlich Keep Cool ist ein Kind seiner Zeit. Das war eine Sprache, das war eine Musik, die in diese Zeit gehört hat und es hat sich so vieles verändert, auch das Frauen-, das Männerbild und ich hoffe, sie gehen da mit der Zeit. Eben, das muss man schon 'n bisschen durchstöbern, das ganze Bild -dann. sie das auch. Gut, also das ist auf jeden Fall was, was man sehen muss diesen Herbst. Ich hab mich immer gefragt, bei 'nem Musical, du musst so unglaublich viel Text lernen. Die Musik sowieso, aber vielleicht ist das noch einfacher, die Songtexte, aber Zwischentext und so. Fällt dir das leicht?

16:16 Nicht mehr so wie früher, ehrlich gesagt. Ich war früher eine Schnelllernerin, das ging ganz ratzfatz und jetzt nicht mehr. Ich brauche sehr lange, bis der Text so, ich sag, ins Knochenmark geht. Richtig sitzt. Und wie machst du das denn? Ich musste das manchmal auch tun -Ach, ich- -Ich mache das auch nicht gerne. ... hasse das. Wie machst du das? Gibt's da 'n Tipp? Repetierst du einfach immer wieder? Das ist so wirklich fast schon reflexartig. Ja, ich glaub, es führt kein Weg an der Repetition vorbei. Was mir sehr hilft, ist jeweils... Also im Theater ist es ausgesprochen so, du kannst den Text zwar lernen, aber wirklich intus hast du ihn, wenn du ihn vernetzen kannst mit Bewegungen, mit Orten.

17:02 Du weisst, ich stehe da, wenn ich das sage, ich gucke dorthin, wenn ich das sage. Dinge. Das fällt in der Moderation quasi weg. Da hast du ja nur diese -Eindimensionalität. noch komplizierter sein, wenn du dann den Text hast und du weisst auch noch, ich muss -dann auch in dem Moment auch noch dahin- -Nein, das hilft. -Das hilft? -Ja, das hilft ganz stark. Genau, weil es löst sich dann so sehr vom Kopf und es wird auch körperlich dann der Text und dann geht das ganz schnell auch wirklich ins Knochenmark, wie ich sage, und dann ist das sehr bequem, ja. Und wir reden nachher noch über das aktuelle Musical von dir, nämlich Sister Äct, das wiederkommt. Wenn du's dann das zweite Mal machst, weil das ist dann das zweite Mal, kommt das dann Ist das so quasi abgespeichert und man kann das einfach abrufen oder musst du wieder richtig in -den Text gehen?

17:53 -Doch, es kommt schon wieder. Es ist tatsächlich noch irgendwo, aber du musst es schon vorkämmen und du musst auch noch mal genau gleich seriös dran arbeiten, weil egal was ich mache, ob ich jetzt eine Moderation mache, ob ich nur singe, ob ich spiele, ob ich eine Rolle bin, ich muss immer zu 150 % sicher sein, dass ich es kann, weil ich weiss, auch mit diesen 150 % kann etwas passieren. Du kannst mal einen Blackout haben. Das hab ich auch schon gehabt. Und ich muss einfach wissen, ich muss das im Schlaf sagen können. Ich muss im Schlaf reagieren können. Ich muss wissen, was da geschieht. Und deswegen ist eben doch immer wieder ziemlich viel Arbeit, bis das dann auf diesem Level -wieder da ist.

18:34 -Manchmal auf der Strasse kommt mir plötzlich 'n Text und dann fang ich an, den Text zu sprechen. Wahrscheinlich denken alle: «Was ist der Irre, der irgendwas auf der Strasse spricht?» Weil manchmal... erinnert man sich. Und man muss es auch immer laut sprechen. -Autofahren ist gut. -Ah. Ja, im Auto kann ich sehr gut lernen. -Wirst du da nicht abgelenkt? So? -Nee, irgendwie, also ich fahre ja sehr automatisch und ich guck ja nicht auf ein Blatt oder so, sondern- -Ja, eben, du repetierst. ganz -gut so. wenn man -'n Text lernen muss. einmal im Monat ein Mani-Matter-Programm im Theater Rigiblick. Das ist wirklich sehr viel Text, dass ich jedes Mal wieder drei Tage davor den Text echt wieder lernen muss. Und da hab ich mir jetzt angewöhnt, ich weiss, wenn ich den Text einfach einmal durchrattere, also sowohl die Lieder wie auch die Texte und wirklich ganz schnell spreche, dauert das 18 Minuten.

19:26 Und ich gehe 18 Minuten in meinem Haus um den Tisch rum und dann irgendwie ins Wohnzimmer, da um den Tisch rum. Also ich hab gemerkt, dass mir Gehen, gehen, gehen. Das stimmt. Das mach ich ja auch, dass ich mache. Das ist irgendwie ganz 'n guter Tipp. Das hab ich gar nicht gewusst, du bist ja sehr stark auch mit dem Theater Rigiblick verbunden, schon ganz lange. Du hast dort -ganz früh angefangen. das spielen -wir jetzt in der elften Saison. -Wahnsinn. Das beginnt jetzt, ja. Also seit elf Jahren, hätt ich mir nicht träumen lassen, dass wir das so lange spielen, aber es macht sehr viel Spass und den Leuten so viel Freude, dass es immer ausverkauft ist. Wunderbar. Und da hast du natürlich viel Fernsehen gemacht. Das begann dann nach dem Song Contest 1991 gab's viele, viele Fernsehsendungen, können gar nicht alle aufzählen. Da kam «Country Roads» zum Beispiel, da kam das «Traumziel», das Reisemagazin natürlich, Swiss Award, ganz gross.

20:23 Die Schweizerin, der Schweizer des Jahres gibt's heute auch nicht mehr. Ist eigentlich schade. «Der rote Teppich», das war doch nicht? Kurt Felix war der Produzent, genau. zusammengearbeitet. Aber die Sendung gab's, glaub ich, nur dreimal. Wieso so kurz? Na, weil's vielleicht nicht so der Wurf war. Hat nicht so funktioniert. War das eine Kopie aus Frankreich? Frankreich hiess das «Tapis Rouge». Ah, -vielleicht. Michel Drucker. Das ist der grosse Moderator gewesen und ich hab gedacht, die haben das einfach kopiert und eingekauft. Glaube nicht. Also damals hat jedenfalls dass man ein eigenes Format finden muss.

21:05 Aber es war nicht das glücklichste Konzept, das ich moderieren -durfte. Was hast du am liebsten moderiert von diesen vielen Sendungen? Oh, es gibt so viele. Also ich muss sagen, im zweiten Teil meiner Fernsehkarriere bin ich sehr reingekommen, hab grosse Sendungen machen dürfen wie «La Traviata» am Hauptbahnhof. Das waren wirklich tolle, sehr unkonventionelle Kulturprojekte und immer eigentlich mit der Idee, -Hochkultur zu den Leuten zu bringen. -Ja, verständlich zu machen. Genau, und das war etwas, was ich dann auch in anderen Formaten machen durfte. Ich habe beim Lucerne Festival Bregenz moderiert. Ich durfte dieses Format «Stars» machen oder «Garde Blanche».

21:55 Da war jeweils ein Kulturgast bei mir. Das waren lange, ausgedehnte Gespräche, so wie wir das jetzt machen. Also das hab ich schon sehr, sehr gerne gemacht. Hat sich auch so'n bisschen ein Kreis geschlossen, weil ich ja eben, wie gesagt, Musikwissenschaften studiert habe und mich immer für die Hochkultur interessiert habe, aber eben auch für- -Auch bisschen leichtere Kost. der -Unterhaltung nichts. -Gar nichts. Das ist viel- -Unterhaltung ist sehr schwierig, sehr viel -Arbeit. Graben. Das hat mir immer leid getan und ich hab mich immer so ein bisschen als Schuhlöffel verstanden. -Ja, als Vermittlerin auch. -Genau, als Vermittlerin. Und das waren sehr schöne Projekte, die ich dann machen durfte.

22:36 Jetzt im Moment moderierst du -Schon lange nicht mehr. unglaublich finde. Ich meine, ein solches Talent müsste man... Also wenn ich jetzt Fernsehdirektor wäre, würde ich sofort die anrufen. Aber ist schade. Du hast auch irgendwo gesagt: «Ich bin Opfer geworden von vielen Sparrunden im Fernsehen.» Immer wieder Sendungen, die dann abgesetzt wurden, weil's zu teuer war oder zu aufwendig. Und es gibt ja fast keine aufwendigen Sendungen mehr. Die grossen Shows gibt's nicht mehr. aber sonst eigentlich nichts mehr. Ist eigentlich schade, weil da auch eine ganze Kultur, eine Unterhaltungskultur wegfällt damit zusammenhängen, also das Kostüm und die Bühnenbildner. Bühnenbildner braucht's auch fast nicht mehr, weil die künstliche Intelligenz quasi die Bilder vorschlägt und der Ton und die Kamera, all diese Berufe sind wirklich in Gefahr hier in der Schweiz. Ja, ich glaub, es hat auch keinen Sinn, allzu nostalgisch zu werden, weil die Realität ist heute eine andere. Es wird einfach anders konsumiert und das lineare Fernsehen, ich glaube, die Tage sind gezählt. Das ist klar.

23:39 Auch wir alle konsumieren jetzt schon on demand quasi. Ja, und grosse Shows sind einfach teuer. Und wenn du dann nicht genügend Menschen vor den Fernseher kriegst, dann wird das sehr schnell eine sehr einfache Rechnung und dann wird das abgesetzt. Und ich stehe natürlich wirklich für eine Zeit, wo man diese Budgets auch noch hatte und diese grossen Shows gemacht hat. Wobei ich ja auch schon ein bisschen zu spät gekommen bin, weil ich hab ja immer gesagt, ich bin mit diesen noch grösseren Shows gross geworden wie mit Rudi Carrell -und- -Ja, oder- -«Verstehen Sie Spass?» ... Kulenkampff und wie die alle hiessen, und wo der Entertainer oder der Moderator die Treppe runterkam und -gesungen hat und Sketches gespielt hat.

24:25 -Hättest du auch gerne gemacht? Natürlich, ich hätte das geliebt, aber als ich dann kam, war diese Zeit eben auch schon ein bisschen vorbei. Genau. Aber jetzt kommen wir zum du konntest noch mal die ganz grosse Bühne. Also grösser geht's nicht mehr, oder? ESC, das Finale, 250 Millionen Zuschauer, Riesenshow. Aber vielleicht zuerst noch ein Blick zurück. Wenn wir daran denken, 2024, also als der Nemo diesen Sieg geholt hat. Wo warst du da und was ist da mit dir passiert? Ich war zu Hause. Wir haben ein Fernsehzimmer mit einem grossen Sofa.

25:06 Wir waren 17 Leute, die da zusammen geguckt haben. Wir haben uns alle -an der Hand angefasst. -Grosse Party. Grosse Party. Und wir waren wirklich alle Und na ja, als Nemo gewonnen hat, das war ein Riesenhallo. Ich bin in diesem Fernsehzimmer rumgehüpft. Ich war total happy und dann ging ganz schnell los: «Mama, das wirst du machen nächstes Jahr.» Und ich so: «Hey, -hey, hey, Moment, Moment, weil es-» -Ah, deine Kinder haben dich schon gesehen -als Moderatorin. -Und auch mein Mann und meine Freunde haben gesagt: «Ja, nächstes Jahr machst du ...» Und ich hab gesagt: «Hey, hey, hey, calm down, weil ich weiss, wie viele Leute das jetzt sicher machen möchten. Ich bin schon länger weg vom Fernsehen. Ich bin ein älteres Semester für diese Art von Moderationen.» Natürlich hab ich im Köcher, dass ich da selbst mitgemacht habe, dass ich weiss, wie man eine grosse Sendung moderiert. Das war sicher quasi auf meiner Seite, aber es war mir klar, da wird es jetzt viele Diskussionen geben und da möchten ganz viele Leute- -Ganz viele wollen da- -... dabei sein. -... dabei sein und mitsprechen.

26:13 Und deswegen hab ich mir auch nicht wirklich grosse Hoffnung gemacht, aber ich hab gesagt: «Ich warte. -Die wissen ja, wo ich bin.» Man hätte ja sagen können, jetzt ruf ich da mal an und sage: «Ich will das machen.» Nein, das hab ich nicht gemacht. Das hab ich wirklich nicht gemacht. Wäre mir nie in den Sinn gekommen, weil die Leute, die da verantwortlich sind, die wissen, wer ich bin. Die kennen mich und die kommen selbst auf meinen Namen, wenn sie denn wollen. Also das war so meine Einstellung und ich glaub, das war nicht -so falsch. -Und dann kam der Anruf und hast du gleich -Champagner getrunken? erste Anruf war nicht: «Du darfst das machen oder du bist es», sondern es hiess: «Hättest du Interesse? Und wir gucken uns gerade wir möchten wirklich the perfect match finden.

26:56 Du bist einfach eine von...», ich wusste nicht, von wie vielen. mal hören: «Hättest du Lust darauf?» Und ich hab dann natürlich sofort gesagt: «Was für eine Frage. Unbedingt würde ich das gerne machen.» Aber eben immer sehr demütig und gesagt: «Ich versteh aber auch, wenn ihr ...» Es hätte 'ne andere Konstellation sein können. Man hätte sagen können, wir möchten jetzt einfach drei verrückte junge Leute. Das wäre auch okay, hätte ich auch verstanden. Also von daher war mein erstes Ja ein sehr entschlossenes, -aber es war noch nichts klar. -Es war noch nichts klar und es gab dann eben doch eine spezielle Konstellation, auch 'n bisschen verrückt mit Hazel Brugger zusammen und dann kam noch Michelle Hunziker, die hat dann aber nur den Schluss gemacht.

27:39 Ihr habt schon die Vorentscheidung gemacht und mit Hazel hast du sofort gut funktioniert, oder? Das hat man irgendwie gemerkt, dass -ihr beide zusammen super gut harmoniert. Also wir haben uns ein einziges Mal getroffen. Das war ein sogenanntes Chemistry Meeting, haben sie das genannt. Ich musste mir einen Tag reservieren und sie sagen: «Wir gehen da jemanden kennenlernen.» Und dann wusste ich- -Ah, du hast gar nicht gewusst wer? Und ich hab schon gedacht: «Okay, also alle, die so'n bisschen infrage kommen, die kenn ich ja alle schon. Wen kenn ich denn nicht?» Und dann war's mir klar, entweder geht es südwärts zu Michelle Hunziker, die ich nicht Hazel Brugger. Das hab ich mir selbst so vorgestellt. Ah, das hast du -erraten.

28:24 -Ja, weil die anderen kannte ich so quasi, die so... Na ja, also jedenfalls sass ich dann da im Auto und dann hab ich so: «Sag mal, wohin geht's?» Und dann hat sie gesagt: «Ja, wir fahren nach -Deutschland.» Ja, okay. -Ah, jetzt ist alles klar. Genau. Da haben wir uns quasi in der Mitte getroffen und das war von Anfang an so schön und so Und ich hab sofort gemerkt, Hazel ist wie ich. Wir müssen da nicht irgendwas spielen oder wir müssen jetzt nicht irgendwie was markieren oder quasi schon abstecken, sondern wir haben uns beim zweiten Satz schon über unsere Kinder unterhalten und wir sassen beide da mit Brille und ungeschminkt und das hat einfach sofort -gepasst.

29:08 -Perfect Match. Das hat dann auch funktioniert auf der Bühne sehr gut. «Made in Switzerland», was 'n grosser Erfolg geworden ist. Und ganz ehrlich, viele Leute um mich herum haben 'n bisschen Angst gehabt und haben gedacht: «Können wir das? Also können wir eine so grosse Show stemmen?» Das Fernsehen SRF war auch so in dieser Halbierungsinitiative. Da sagt man, so viel Geld jetzt verschleudern wieder für diesen ESC und wenn das nicht gut kommt und wenn das 'ne Pleite wird, wenn wir abfallen gegenüber den anderen Ländern, Aber überhaupt nichts passiert. Alle waren stolz nachher. Ich hab da eine Dame im Bus nachher nach der ersten Vorentscheidung getroffen. Die hat gesagt: «Wow, jetzt haben wir's mal richtig denen gezeigt.

29:52 Wir können das auch.» -Ja. -Und das funktioniert. Und habt ihr das auch so gespürt nach der ersten, dass es funktioniert? Auf jeden Fall. Also wir haben's ja schon in the making gemerkt, dass da so viele gute Leute sind, dass da sehr viel Liebe reingesteckt wurde und eben nicht einfach, na ja, ein paar Moderationen schreiben und steht «Sagt mal», sondern da wurde... Da waren Leute, die geschrieben haben. Die Nicole Simmen, das war unsere Headwriterin, die hat mit so viel Herzblut eine Geschichte gemacht. Die wollte nicht einfach 08/15, sondern die wollte, dass alles stimmt und dass die Elemente zusammenpassen, dass wir eine Botschaft haben, dass wir uns gut präsentieren. Also da wurde wirklich sehr viel im Hintergrund gearbeitet und wir durften dann quasi auch ausführen. Also wir haben mitgearbeitet, aber die Lorbeeren, die dann kamen, die müssen wir immer sehr -Das war 'ne Teamarbeit, ganz klar.

30:46 -Ja, auf jeden Fall. Aber weisst du, das wirklich Schönste... Also erst mal bist du einfach froh, wenn du diese Sendungen stemmen kannst und wenn da alles gut geht. Weil was das an Aufwand, was das an Kraft bedeutet, diese jede viermal gespielt wird, viermal integral, also mit Kostüm, mit Haaren, mit Licht, -mit allem. -Also jede, nicht nur... Jede. Also du schläfst in dieser Woche Also da bist du einfach mal froh: «Haa, es ist vorbei, es hat geklappt.» Aber das Schönste danach war wirklich dieses positive Feedback. Weisst du, es hätte ja auch sein können, dass man gesagt hätte: «Ja, es war okay, aber na ja, sind wir froh, müssen wir das nächste Mal nicht noch mal», Aber es war nicht so. Die Leute waren stolz in der Schweiz. Die haben alle das gesagt, was du jetzt sagst: «Hey, wir können das.» Und ich war auch so stolz auf alle Leute, die da mitgearbeitet Eben, du hast vorhin erwähnt, das Schweizer Fernsehen hat ein grosses Know-how aufgebaut in diesen vielen Jahren, Jahrzehnten mit diesen grossen Bühnenbau, wie du gesagt hast, Requisite, Licht, Ton.

31:56 Das sind alles ganz, ganz grosse Profis, die eigentlich nicht mehr so kreativ arbeiten können, wie sie es könnten. Und für diesen ESC durften sie Vollen schöpfen. Und das hat jeder gemacht und keiner hat auf die Uhr geschaut und gesagt: «Nee, jetzt werd ich 'n Jahr nicht mehr bezahlt für Überstunden.» Alle haben durchgearbeitet, haben Nachtschichten gemacht und das war wirklich noch mal, das war so eine Energie, die hab ich schon sehr lange nicht mehr gespürt. So 'ne richtige Energie. Weil ich war in Basel, wir haben ja einen ECO Talk -dort gemacht am Montag- -Ja ... um das ein bisschen zu spüren und das für eine Bedeutung hat, auch wirtschaftlich dann für Basel, diese ganzen ESC. Und da hat man wirklich gespürt, die Leute sind begeistert, die Leute fanden es toll.

32:39 Es war 'ne ganz tolle Woche. Es hat schon Montag angefangen und es war eine ganz -tolle Woche. -Ja, Basel hat das wirklich grossartig -gemacht. -Ja, das war wirklich so. -Ganz fantastisch. -Eine tolle Zeit also. Das wird immer in Erinnerung bleiben. Highlight? Ich mein, du hast eben, wir haben gesagt, 1991 warst du am ESC in Rom und jetzt ... War das so ein Abschluss, so ein totaler Kreis, der sich schliesst? Auf jeden Fall. Ich hätte ja nicht damit machen dürfte und das ist ein Kreis, der sich schliesst. Aber ich bin schon auf der zweiten Runde, weil ich meine, der ESC interessiert mich weiterhin. Also es -ist nicht so, dass ich sage- -Du bleibst. Hast auch dieses Jahr gesagt. ... der ist in der Schublade.

33:19 Natürlich, ich liebe den weiterhin. Und wenn wir nächstes Jahr gewinnen würden, dann würde ich vielleicht diesmal anrufen und sagen: «Ich würde gerne noch mal.» [lacht] Wir wollen schauen mal, ob wir noch mal gewinnen. Genau. Na ja, eben, damit rechne ich jetzt noch viel weniger. Aber ich meine nur, der Kreis hat sich geschlossen, aber -meine Liebe ist geblieben. das, die haben doch ein bisschen was von euch abgeguckt. Die haben auch so'n Mini-Musical gemacht zwischen Australia und Austria, irgend so was. Und das war so'n bisschen, ja, inspiriert, sagen wir mal. Ja, ich glaube, da haben die sich schon auch vorgenommen, so was Ähnliches zu machen und das zeigt halt, wie schwierig das ist. Und ich glaube, dass es bei uns so geglückt hat, da kann man nicht genug den beiden Schreibern danke sagen, Lukas Hobi und Christian Knecht, die das so toll gemacht haben. Also das war einfach ein Niveau, ja, also da können wir uns Schulter -klopfen.

34:16 aus dem Ausland, «Wir möchten diese -tolle Frau, die da...» -Ein paar wenige, aber ich werde das sehr oft gefragt. Aber schau, jedes Land hat seine eigenen Leute. Also die haben nicht auf mich gewartet irgendwo in Dänemark, die haben ihre eigenen. Warum sollte ich das machen? Also es hat sich sehr in Grenzen gehalten. Ich hab ein paar lustige Anfragen bekommen, aber wirklich Also ich hab das auch Weil dann kam ja wieder das grosse Musical, also einerseits Sister Äct und natürlich dieses Jahr auch Mamma Mia! Und da hab ich zunächst gedacht: «Oh, Mamma Mia! auf Schweizerdeutsch, muss das jetzt wirklich sein? Will ich das wirklich sehen?» Und ich bin dann hingegangen und ich war total begeistert, weil ihr das so eingeschweizert habt.

34:59 Also es gab dann eben einen Typ aus dem Bündnerland und einen Typ aus dem Wallis. Und da wurden so die Klischees ein bisschen auch durchgespielt und es war eigentlich ganz anders als im Original. Sehr gut und auch die Songs haben auf Schweizerdeutsch wirklich gut geklappt. Hattest du auch so'n bisschen zurückgezuckt auf Schweizerdeutsch? Ja, also ich war vor allem als Kind ganz stark ABBA-Fan und ich hab's damals vor acht Jahren oder inzwischen fast neun Jahren gesehen, in Thun. Das ist acht Jahre. Und da war's ja zum ersten Mal auf Schweizerdeutsch und ich bin da auch hingepilgert und hab gedacht: «Also nee, sorry, aber auf Schweiz... Nein, das geht gar nicht.» Und dann hab ich's gesehen und hab gesagt: «Doch, es geht.

35:46 Es geht.» Es ist nicht nur, dass es geht, sondern es bekommt noch eine ganz besondere Note dazu und eine Unmittelbarkeit zum Publikum- -Ja, genau -... die einfach ein Gewinn ist, ein ganz grosser Gewinn. Und deswegen hab ich sofort mit Freuden zugesagt, als ich -für die Rolle angefragt wurde. -Ich fand eben, wir haben ja trotzdem, auch wenn man gut Englisch kann, die schwierig auf Englisch so zu verstehen und das Schweizerdeutsch gibt dem eine ganz neue -Dimension. -Ja, und jetzt ganz ehrlich gesagt, wir sind viel lustiger als das Original. nicht so komisch, -auch gar nicht so angelegt. -Ihr seid sehr witzig, absolut. Genau. Und jetzt ist eben durch diese komische Ebene dazugekommen und das ist einfach eben unterm Strich ein grosser -Gewinn.

36:32 -Ja genau, die Leute lachen da dazwischen. Ganz toll. Gibt's eine Neuaufnahme noch mal? Frühling, -oder? läuft, wie das jetzt war, dann ist natürlich ein Gespräch da, dass es weitergeht. Es ist noch nichts konkret. Nächstes Jahr kommt jetzt mal noch die Originalversion nach Zürich, eine Tour-Version. Das ist -aber dann auf Englisch. Genau. Und dann, ja, schauen wir mal. Es wäre schön. Ich würde schon gerne, bevor ich 70 bin und die Rolle nicht mehr spielen kann. [lacht] Das wäre gut. Aber jetzt kommt zuerst mal noch Sister Äct noch mal auf die Bühne, ab 11. November. Ganz toll. Und eben, das hast du ja schon mal gemacht. Das musst du nicht alles von Grund auf noch mal neu machen, wieder Texte. Ja, das ist jetzt schon das zweite Mal, dass wir es wieder aufnehmen.

37:20 Also ich vertraue jetzt sehr stark darauf, dass ich das wirklich irgendwo noch -in petto habe. -Aufgespeichert. Genau. Aber ja, ich werde mich da noch mal so reinknien müssen natürlich. Wobei die Rolle kleiner ist als bei Mamma Mia! -entspannter da rein kann. Neuaufnahmen, da muss man hingehen, kann man allen nur empfehlen. zum Schluss. Ich mein, du hast ja auch eine Familie, vier Kinder. -Mhm. -Wie ging das alles zusammen? Weil eben, es braucht schon viel Energie, da auf der Bühne zu stehen. Es ist unglaublich, die Belastung, auch wenn ich denke, so fünf Wochen ist das manchmal am Stück oder jetzt Sister Äct noch länger, acht Wochen oder so. Ja, aber weisst du, das hab ich ja wirklich viele Jahre nicht gemacht. Also als die Kinder klein waren, war mir klar, das ist nicht familientauglich, diese Art von Arbeit. Ich hatte immer wieder schöne Anfragen, aber ich hab immer alles abgelehnt, weil ich gemerkt habe, das geht Ich habe vieles gemacht mit der Familie und im Rückblick weiss ich nicht mehr, wie ich das gemacht habe, wie das funktionierte. Aber Theater en suite spielen, das war mir immer klar, das geht nicht.

38:26 Fernsehen kam mir da sehr entgegen, weil viel Arbeit zu Hause möglich war und dann einfach quasi für die Proben und für die Sendung bist du dann vor Ort. Aber viel reisen zum Beispiel Und jetzt, wo ich halt wieder viel Theater spiele, meine Kinder sind erwachsen, meine Jüngste ist dieses Jahr 18 geworden. Genau, ich hab jetzt vier erwachsene Kinder und das gibt mir sehr viel mehr Freiheit logischerweise. Jetzt willst du's noch mal richtig wissen mit dem Musical. Wir hoffen, dass Mamma Mia! wiederkommt. Wir wünschen natürlich viel Erfolg für Sister Äct. Und ganz zum Schluss noch fünf Sätze zum Ergänzen für dich. Ja, gerne. Ohne Musik könnte ich nicht leben, weil ... Weil mir im Herzen und im Bauch etwas fehlen würde. Musicals faszinieren mich, weil... Weil sie so viele verschiedene Dinge vereinen, die ich über alles liebe: Schauspiel, Musik, Tanz, Comedy. Da kommt einfach alles zusammen.

39:24 Wenn ich Fernsehen schaue, Meist Talksendungen. Die höre ich zwar lieber als schauen. Dokumentarfilme auch sehr gerne. Ja. Der ESC ist für mich, weil der nächste ist in Bulgarien. Du warst ja lange, das haben wir jetzt gar nicht gesagt, auch Also der ESC ist für mich... Eine Kindheitserinnerung, die sich aber einfach durch mein ganzes Leben gezogen hat und ist eine Liebesgeschichte, die ich mit diesem ESC habe und es müsste viel passieren, -dass ich da aussteigen würde. -Ja, das bleibt auch nach dem grossen Finale quasi letztes Jahr. Auf einer Bühne zu stehen, bedeutet mir ... Hm.

40:12 Wie doof, dass mir da jetzt gar nicht so viel einfällt. Es kommt nämlich sehr darauf an, wie ich auf einer Bühne stehe. Per se auf einer Bühne zu stehen, das interessiert mich eigentlich nicht. Mir geht es darum, was ich da zu sagen habe, was ich zu vermitteln habe. Ich liebe das Publikum, ich liebe die Energie, die zurückkommt. Deswegen bin ich ein Live-Mensch. Ich liebe es, vor Publikum live zu stehen. Ich war gar nicht so glücklich, wenn ich einfach so in eine Linse schauen musste und in die Kamera sprechen musste. Das hatte für mich immer so was Unpersönliches. Ich liebe die Menschen und mit ihnen zu sprechen. Absolut. Und Sandra kann man wieder sehen Sandra und du bekommst die Energie zurück ab dem 11. November. Da freuen wir uns drauf.

40:57 Ja, vielen Dank, Sandra, für den Besuch. Das hat wirklich Spass gemacht- -Danke. -Ja, hat mich sehr, wirklich sehr gefreut. -Danke dir. Danke vielmals, dass du da warst. Das war der Pod- und Videocast des Zürcher Pressevereins und der Zürcher PR-Gesellschaft. Zu hören überall, wo es Podcasts gibt, also auf Spotify, Apple und so weiter und natürlich auch als Videocast immer auf YouTube. Vielen Dank an Christoph Soltmannowski für die Produktion. Vielen Dank fürs Zuhören oder auch Zuschauen. Bis zum nächsten Mal. [Outro-Musik] Hasta la vista.