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Nov. 16, 2025

37 | Esther Girsberger, Juristin, Journalistin und Ombudfrau: «Wir müssen Journalismus besser erklären»

37 | Esther Girsberger, Juristin, Journalistin und Ombudfrau: «Wir müssen Journalismus besser erklären»
ComSumCast
37 | Esther Girsberger, Juristin, Journalistin und Ombudfrau: «Wir müssen Journalismus besser erklären»

Sie ist Juristin, Journalistin, Stiftungsrätin, FDP-Mitglied und nicht zuletzt die Ombudsfrau für die SRG Deutschschweiz: Esther Girsberger hat viele Interessen und auch viele berufliche Facetten. Warum ist sie eigentlich nie in die Politik gegangen? Wie hat sich der Journalismus verändert, seit sie Chefredaktorin des Tages-Anzeigers war? Was macht eine SRG-Ombudsfrau konkret? Wie stark haben die Beanstandungen der SRF-Zuschauer/innen und -Hörer/innen zugenommen? Welches sind die schwierigsten Fälle? Wie geht sie da vor? Zu welchen Schlussfolgerungen kommt sie? Und wie stark hören die SRG-Redaktionen auf Interventionen der Ombudsfrau? Das alles und vieles mehr bespricht Reto Lipp im #comsumcast von #zpv und #zprg mit Esther Girsberger.

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Journalist und Moderator Reto Lipp spricht im ComSumCast mit wegweisenden Köpfen aus der Schweizer Medien- und Kommunikationsbranche.

Den ComSumCast gibt es in Video- und Audioversion auf Spotify ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠und Youtube ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠

sowie in Audio-Version auf Apple Podcasts … und auf den grössten weiteren Podcast-Plattformen.

Produziert von Tablecast / Christoph Soltmannowski / Soltmannowski Kommunikation GmbH.⁠⁠⁠⁠⁠⁠ ⁠⁠⁠ ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠http://www.solt.ch

0:05 Herzlich Willkommen zum Comsom Cast des Zürcher Pressevereins und der Zürcher PR Gesellschaft. Am Mikrofon ist Reto Lipp, hier sprechen wir ja alle 2 Monate mit interessanten Persönlichkeiten aus Kommunikation, Pr und. Werbung und heute steht eine Frau im Mittelpunkt, die von Hause aus Juristin ist, lange als Journalistin gearbeitet hat. Sie war Chefredaktorin des Tagesanzeigers, sie war Dozentin an der ZHAW, dann eine Zeit lang Inhaberin einer Agentur, die Persönlichkeiten und Inhalte vermittelt, stiftungsräten, FDP Mitglied und nicht zuletzt ist sie auch Ombudsfrau der SRG Deutschschweiz, zusammen mit Urs Hoffmann. Also eine Frau, die auf den verschiedensten Bereichen sehr aktiv ist. Höchste Zeit, als sie hier im consum Cast vorbeischaut. Herzlich Willkommen, Esther Gierserberger. Dankeschön.

0:53 Esther, Ich hab gesehen, wir sind fast gleich alt. Du bist noch ein bisschen jünger, aber nicht viel. Du stehst also eigentlich wie ich vor dem offiziellen Rentenalter, was macht das mit dir? Also eigentlich bin ich schon im offiziellen Alter, weil ich bin ja ein Jahrgang. 1. Ah, du bist noch die Generation. Ich bin in dieser Übergangs Jahren und ich bin eigentlich könnte ich seit September pensioniert sein. Und. Auch da wir was Gemeinsames. Und was es mit mir macht. Eigentlich nicht wahnsinnig viel. Ich arbeite weiter, was ich gemacht habe, ist eine Finanzplanung im Hinblick auf, ich meine, es kommt dann doch schon näher und dann sagt man sich, OK, jetzt muss man schauen, was man noch verdienen muss und wie die Pensionskasse steht, damit man bis, sagen wir 88 noch gut leben. Kann genau aber die Idee.

1:50 Esther Giersberg ist jetzt nur noch auf dem Golfplatz anzutreffen, das wäre ein total falscher Ja. Ich glaube, das wäre effektiv total. Falsch. Ich bin jetzt wirklich nicht zu dir. Abgesehen davon bin ich eine miserable Golferin und werde wahrscheinlich nie eine gute Golferin. Okay, aber du bist eine passionierte Geigerin, habe ich gelesen und eine leidenschaftliche Tiefseetaucherin also das heisst, hast du jetzt dann mehr Zeit für diese beiden Hobbys? Im Moment noch nicht. Ich hab jetzt gerade für eine Stiftung, bei der ich tätig bin, hab ich hab mir ein Haus erworben und das ist wieder ein grösseres Unternehmen, also ich glaub so bis 2031 dann werd ich 70 werd ich noch nicht sehr viel mehr Zeit für golfen und und ich weiss nicht was sagen aber Geige spiel ich immer viel regelmässig regelmässig.

2:42 Also du hast unglaublich viele berufliche Engagements. Wir werden auf die einige noch eingehen, werden nicht auf alle eingehen können, weil das eine so bunte, bunte Strauss ist von Tätigkeiten, aber wenn ich dich jetzt fragen würde, was machst du eigentlich am liebsten, was würdest du sagen? Geige spinnen. OK, also doch. Das ist meine grosse Leidenschaft, weil da kannst du alle Emotionen, kannst du reingeben. Du bist ganz fokussiert, du hast keine Zeit, dich irgendwie zu ärgern über das oder jenes und. Und Musik machen finde ich einfach. Man kann die Zeit vergessen und ist dann in diesem Musik und ganz intensiv. Du bist auch Mitglied der FDP, bist du das eigentlich noch? Warum fragst du auch? Ja ich weiss es nicht.

3:24 Du meinst aus Mitleid, nein ich. Habe immer gedacht, ganz ehrlich, ich habe immer gedacht die Esther Giersberger, die wird irgendwann mal einen ganz wichtigen Job in der Politik einnehmen, zum Beispiel Stadträtin wäre doch was gewesen, regierungsrätin nationalrät also eine politische Karriere, weil du bist eine Frau, die ja. Juristin ist die sich sehr gut auskennt, eben mit Gesetzen, aber dann auch sehr gut argumentieren kann. Journalistin kommt noch dazu, also die perfekte Frau für die Politik. Es gab tatsächlich Zeiten, wo ich angegangen wurde von der Partei, ob ich mir nicht ein ein Amt überlegen könnte würde. Ich hab es mir auch überlegt, aber ich bin und deshalb vielleicht auch deine Frage, bist du eigentlich noch Mitglied der FDP?

4:10 Ich, ich, ich. Ich habe in sehr vielen Sachgeschäften habe ich dann eher die Haltung der SP. Ich habe aber auch in den ersten Sachgeschäften die Haltung der SVP, fühle mich eigentlich aus historischen Gründen dem Freisinn vor allem verpflichtet, bin eine treue Person, also ich würde es. Mehr als treu, da, so wie man zum Beispiel in der Kirche noch ist. Genau. Also ich soll. Einfach. Aber es ist ein gewisser. Aber gerade die FDP hätte doch Engagement. Engagierte Frauen mit Kenntnissen mit Wissen vom Journalismus kommunikationsmässig Top, die hätte das doch jetzt besonders nötig, da hättest du doch wirklich einiges erreichen können.

4:51 Also was richtig ist, das habe ich auch schon öfters in der Stadtpartei verlauten lassen. Ich finde, die FDP hat nach wie vor ein Problem mit dem Frauennachwuchs. Es gibt zu wenig FDP Frauen, die wirklich in die Politik gehen wollen oder ein ein Amt übernehmen wollen. Da finde ich, machen sie einfach immer noch einen ungenügend guten Job und gleichzeitig weisst du, man ist so exponiert, es ist zwar nicht mehr so schlimm wie früher als Frau, aber trotzdem, man ist so exponiert. Aber das ist vielleicht einer der Gründe, warum eben wenig Frauen in die Politik geben, weil Frauen immer noch das Merk ich auch bei Fernsehsendungen, wenn ich eine Frau im Studio habe, dann bekommt die garantiert mehr negatives Feedback als der Mann, auch wenn sie das gleiche erzählt wie der Mann, und das gibt viele Frauen, die sagen, das will ich mir gar nicht antun. Ja, das find ich dann auch übertrieben. Ich find man muss hinstehen und und und seine Frau stellen, also das das da da bin ich schon der Meinung man kann nicht aus diesem Grund und der ist zutreffend, man wird häufiger kritisiert, das ist wahrscheinlich erst dann kein Thema mehr wenn überall Fifty fifty ist. Irgendwann mal wird das dann hoffentlich verschwinden. Glaub nicht mal daran.

6:10 Ich glaub, dass die sozialen Medien das sogar befördern, einfach weil man so anonym ist, weil man irgendwann was reinschreiben kann. Ich glaub das wird sich nie ändern, selbst wenn wir eine 50 zu 50 Gesellschaft wären, weil die ich, man könnte Bösartigerweise sagen, die sozialen Medien fördern geradezu. Quasi das schlechte im Mensch. Ja, ich weiss nicht ob das stimmt, aber ich ich sehe das ein bisschen. Doch wie du sagst, es ist anonym. Du kannst schreiben was du willst, du gehst unter in ein Meer von Reaktionen, Aktionen, völlig einverstanden. Die sozialen Medien haben einen äusserst negativen Eindruck. Und das macht natürlich noch mehr Druck auf Frauen, die eigentlich gerne gehen wollten und dann das wieder sehen und dann denken, ja, soll ich jetzt das wirklich machen?

6:55 Ja, ist richtig. Ich finde es schade, weil ich ich, ich meine, da bin ich eine eine eine begeisterte Schweizerin, mit der den demokratischen Prozessen, die wir haben, mit den Mitwirkungsmöglichkeiten, finde ich extrem schade, auch aus staatspolitischen gründen sollten wir, aber ich hab dann auch Verständnis, wie ich die dann sagt, OK, ich kann ja dieses Engagement auch in Stiftungen, in Vereinen ausüben. Zwar nicht mit dem gleichen Effekt auf auf auf die staatlichen Prozesse, aber dennoch sehr wirkungsvoll. Du warst ja dann eben Journalistin. Auch, warum eigentlich? Vom von der Juristin zur Journalistin?

7:37 Ich war nie eine passionierte Juristin, ich hab das eigentlich schon nach dem dritten Semesterjahr gemerkt, dass ich wahrscheinlich nie in der juris 3 bleiben werde. Es ist eine sehr gute Basis, man denkt ein gewisses logisches Denken, Aufbau, das alles tätig oder oder Eigenschaften, die man gut brauchen kann im Journalismus. Ich habe immer gern geschrieben und ich bin eine extrem neugierige Person und ich finde, das ist die beste Voraussetzung für Journalisten. Absolut. Da würde ich jetzt total zustimmen. Das muss sein, sonst keine Chance eben Journalisten. Journalismus, du warst von 97 bis 2000 chefredaktorin des Tagesanzeigers. Es ist jetzt fast ein Vierteljahrhundert her oder sogar noch mehr, wenn man dich jetzt fragen würde, was hat sich jetzt in dieser Zeit seit damals verändert, was was war, die oder was ist die wichtigste Veränderung im Journalismus, seit du chefredaktorin warst?

8:29 Also ich glaube, das allerwichtigste oder das das einflussreichste ist online. Ja. Das gab es zu meinen Zeiten noch. Nicht da konnte, da war es einfacher. Oder? Es war, ich fand es befriedigender, weil wenn man so neugierig ist, dann muss man zu den Menschen gehen und dadurch, dass man nicht recherchieren konnte, er konnte online, ist man sehr viel häufiger einfach auf die Leute zugegangen, hat mit ihnen geredet und hat sie hinterfragt, hat ihnen in die Augen geschaut, es. Also ich finde, es ist auch ein Qualitäts Merkmal, wenn man live recherchiert, weil es fällt nicht ganz so einfach jemanden in die Pfanne zu hauen, wenn man ihnen in die Augen schaut und mit ihnen diskutiert als wenn man einfach.

9:11 Das heisst, Journalisten sind heute oft Schreibtischtäter, die sind einfach am Schreibtisch und informieren sich eben über die sozialen Medien oder über online oder eben per Telefon. Ich hatte letztes Mal Franz Fischlin hier. Der ehemalige tagesschau Moderator und er hat eigentlich auf diese Frage geantwortet. Er hat gesagt, am meisten hat sich verändert, dass die Journalisten eigentlich die Kontrolle über die Öffentlichkeit verloren haben. Sie waren früher so Art das Bindeglied zwischen zwischen der Öffentlichkeit und ja, den Leuten, sie haben quasi sie waren so Scharnier dazwischen, und das haben sie jetzt verloren, weil heute kann jeder Journalist sein auf den sozialen Medien, und das hat natürlich ein.

9:53 Grosse Bedeutung weil es gab einen grossen Bedeutungsverlust auch der Journalisten, und das hat die ganze Sache total verändert. Würdest du auch sagen? Absolut voll einverstanden, voll einverstanden. Was mich immer so wahnsinnig, was ich finde, hat sich wahnsinnig verändert, ist die Geschwindigkeit. Auch weil früher hat man zumindest noch. Die Nachrichten abgewartet. Also ich war damals beim Radio Z haben wir eingeführt, alle Stunden Nachrichten, das gab es bei SRF damals noch gar nicht mehr, im Radio muss man sich vorstellen, da gab es nur zwischen Morgen zwischen 06:09 Uhr Nachrichten und dann waren keine Nachrichten mehr bis um 12:00 Uhr. Wir haben stündliche Nachrichten eingeführt, aber auch wir haben dann, wenn um 15:30 Uhr etwas Dramatisches passiert ist, haben wir doch bis 16:00 Uhr noch gewartet und haben noch ein bisschen recherchiert, heute muss die Push Meldung sofort raus und heute muss alles Instantmässig sofort raus und das finde ich gibt was.

10:46 Wahnsinnig viele Fehler, es entstehen Fehler nicht unbedingt aus schlechtem Willen, sondern einfach aus der aus der Zeitnote raus. Es muss alles schnell raus, man hat so viel Konkurrenz, man will schneller sein, die Pushmeldung muss schneller sein als bei der Konkurrenz und das führt zu Fehlern, die dann dem Journalismus angelastet werden und die die Glaubwürdigkeit des Journalismus. Zu Recht, zu Recht, oder? Ich meine, natürlich hast du völlig recht, es ist alles sehr viel schneller geworden und dadurch fehlt dir die Zeit wirklich gegenzulesen nachzuforschen, Gründe. Endlich zu sein. Aber es ist keine Entschuldigung. Ich finde es, es muss Mittel und Wege geben, dass man trotz der Geschwindigkeit einfach noch eine Kontrolle hat.

11:28 Also ich finde gegenlesen wenn man onlinebericht bevor man einen onlinebericht rausjagt, das muss einfach Pflicht sein und ich muss ehrlich sagen, auch bei der SRG ist das leider nicht immer so. Auch auch nicht bei Onlinezeiten. Ich habe gerade jetzt in dieser Woche eine Zeitung. Wie ich sage, ist der Name nicht im Zusammenhang mit der SBB und diesen diesen. Diesen Zügen, die da jetzt von Siemens gekauft worden sind, da ist permanent der Chef der SBB als Herr Ducroix bezeichnet worden. Er ist einfach, er heisst einfach ducron und das. Auf der Titelseite, und das etwa dreimal. Das ist dann ein bisschen peinlich. Und weisst du, und da geb ich auch da, da ist es keine Ausrede, es muss schnell gehen. Ich meine, da hilft ja dann das Internet wieder genau, es ist eine Selbstverständlichkeit, wenn du Namen verwendest, dann jagst du die schnell über, ich weiss nicht google oder ich weiss nicht was und dann hast du den richtigen Namen.

12:16 Das ist dann schon sehr, sehr peinlich auf der Titelseite das heutzutage, du warst dann nicht so lange, warum eigentlich nicht, du warst 3 Jahre, das war sehr kurz, kann ich nicht. Mich mehr erinnern. Was war eigentlich der Grund, dass Esther Giersberger gegangen ist? Es gibt einen ganz konkreten Grund, aber das haben die meisten vergessen. Da gab es diese villiger Affäre, da hat selig hat geschrieben, Villiger. Kann ich noch schwache reden? In Bernd und 6 Ohrigen und ich weiss nicht was und da habe ich einen sehr harschen Kommentar geschrieben. Auf der Frontseite des Tagesanzeigers, weil ich geschrieben habe, so geht das nicht. Und Fact ist natürlich im gleichen Verlag. Geschrieben. Genau und. Und da wurde ich also zitiert von vom damaligen CEO und er hat gesagt, das geht nicht, weil du bist nicht nur chefredaktorin, du bist auch Mitglied der Konzernleitung und man kann ein anderes Produkt aus dem eigenen Verlag nicht so in die Pfanne hauen.

13:13 Da habe ich gesagt, ich bin in erster Linie Chefredaktorin des Tagesanzeigers und in zweiter Linie Mitglied der Konzernleitung, und das hat dann mit der Zeit da. Zugeführt, dass ich. Gefunden habe. Nein, das will ich nicht, du. Kannst ja nicht mehr dahinter. Stecken. Genau. Und wenn man dann mal Chefredaktorin einer sehr grossen Tageszeitung war und man geht, dann fällt man dann in ein Loch, weil es gibt eigentlich für einen Journalisten eigentlich nichts Höheres mehr, als Chefredaktorin zu sein und dann noch tagesanzeige damals natürlich noch viel wichtiger als heute, also da fällt man in ein Loch, oder? Also ich fiel dann erst ein paar Monate später in ein Loch, weil ich. Ich ging ja dann direkt vom Tagesanzeiger zu Novartis als Kommunikationschefin.

13:56 Ah, da warst du ja auch. Noch da war. Ich 2 Monate wieso so kurz? Weil ich einfach gemerkt habe, Daniel Vasella und ich, das geht nicht ausserhalb des Konzerns sehr gut, innerhalb von Novartis geht das nicht. Er ist eine sehr spezielle Person. Jetzt könnten wir auch noch über Daniel Vasella sprechen, ja auch noch, weil ich habe viele Begegnungen mit Daniel Vasella, die mich immer wieder sehr überrascht haben, und wir haben uns immer gegenseitig so ein bisschen. Aneinander gerieben sag ich es mal so, aber das war es auch für dich schwierig damals. Das war schwierig. Und dann fand ich lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Bin nach 2 Monaten wieder gegangen. Und dann kam das Loch. Und dann also ein Loch. Ich weiss nicht, es war einfach eine Zeit wo ich mir ich meine vorher war ich durchgetaktet und das bist du dann nicht mehr und dann.

14:45 Ich hab es aber auch sehr genossen auf ne Art, weil ich gesagt habe, so und jetzt ist der Moment da, mal in sich zu gehen und zu sagen, was will ich eigentlich wirklich. Aber natürlich holt es einem dann immer wieder ein, wenn man sagt, OK man studiert und sagt das könnte das könnte es ist. Ein Moment gewesen, in die Politik zu gehen zum Beispiel. Ja, das wäre das wäre, aber da war ich wahrscheinlich doch noch zu jung, zu jung, OK. Und du hast ja dann ganz verschiedene Dinge gemacht. Du hast moderiert, warst freiberuflich tätig, stiftungsrätin Kommissionen, aber eben nicht mehr Chefredaktor, kam niemals noch mal so ein Angebot, chefredaktorin zu werden, man hätte ja auch von einem anderen Blatt chefredaktorin werden können, oder es hätte jetzt nicht gerade eine Tageszeitung sein müssen, es hätte auch ein Monatsblatt sein können, also hätte dich das nie gereizt, nochmals so als Chefin Journalismus zu betreiben. Also ich geh zu.

15:39 Du, ich hab sehr gern geführt, Mhm, ich bin keine wahnsinnig gute Publizistin, also da gibt es Schreibende, die sind tausendmal besser als ich, aber ich hab sehr gern. Geführt. Ich hab. Das Management eigentlich gern. Gemacht? Ja genau das, das hab ich immer gut gefunden. Du bist eigentlich eine Managerin ja das hab weil die meisten Journalisten können das da nicht, das stimmt, sie werden Chefredaktor und dann beginnt die grosse Krise, weil sie können einfach nicht und chefredaktoren sind 50 670 80% des Jobs Management Personalführung. Deshalb fand ich das. Oder finde ich das angelsächsische Modell sehr viel besser? Ja, die haben einen publizistischen Verantwortlichen und einen Managementverantwortlichen und das finde ich eigentlich bei einem grossen Medium das einzige Richtige, weil ich kenne ehrlich gesagt niemanden, der beides gleich gut kann. Ja, entweder man schreibt sehr gut oder man man managt. Das Problem ist, dass heute einfach der CEO, ob oberhalb des Steffredaktors ist, nicht mehr auf der gleichen Stufe und das bringt dann eben auch Konflikte beziehungsweise kann man sich fragen, ob der Journalismus noch. So unabhängig ist wie bisher, reden wir noch über deinen aktuellen Job.

16:46 Du bist ein die Ombudsfrau von SRF oder SRG deutsch Schweiz, aber was heisst das genau Ombudsfrau? Eigentlich ist die Funktion einer Ombudsperson ja eine Vermittlungsfunktion, das heisst, idealerweise würde man. Jeder Person, die sich aufregt über eine Sendung, würde man anrufen oder würde man treffen und sagen okay, was war es denn eigentlich? Und dann wirklich diese Vermittlungsfunktion zwischen Redaktion und dem Kritiker einnehmen, das geht bei uns nicht, weil wir viel zu viele Reklamationen haben, also das nennt sich ja Beanstandung und.

17:30 Und also machen wir es schriftlich mit einem Schlussbericht. Ja, aber sagen wir mal viel zu viel. Was heisst das jetzt, wie gross ist die Arbeitsbelastung, wieviel Beanstandungen kommen jetzt da so pro Jahr? 00. 0. Beanstandungen. Wir haben 140% Stellprozente, das ist eigentlich lächerlich, aber muss ich auch noch sagen, von diesen 1000 sind 300 würde ich sagen. Könnt ihr gerade abservieren? Nicht mal das. Das sind eigentlich die Regen sich über deine Frisur auf. Regen. Sich über die Krawatte auf oder dass man keine Krawatte. Hat eine fehlende Krawatte. Irgend sowas und das ist ja nicht unsere Kompetenzen, ja klar, gesetzlich geregelt, also die kann man.

18:14 Kann man sehr schnell erledigen, dann kommen weitere sehr viele. Ich würde sagen nochmals 300, die sind wie du sagst, die kann man sehr schnell behandeln, weil es einfach ganz offensichtlich nicht substanziell ist. Und da bin ich auch der klaren Meinung, dass es sich auch nicht das nicht opportun ist, bei den Redaktionen eine Stellungnahme einzuholen, das machen wir dann bei den Substanzielleren. Dann kommt die Beanstandung. Dann schauen wir uns die anschauen, uns die Sendung ansagen. OK, da hat da ist was dran, dann holen wir eine redaktionelle Stellungnahme ein und dann schreiben wir den Schlussbericht und ich bin der Meinung, bei diesen sehr vielen nicht substanziellen Beanstandungen soll man nicht die Redaktion belasten, die sollen nämlich ihr wahres Geschäft machen und das ist Journalismus.

19:01 Genau, sonst hätte man überhaupt keinen Journalismus mehr, man wäre nur noch beschäftigt mit Beanstandungen. Genau die ganze Zeit gibt es jetzt so Zyklen. Wo plötzlich die Beanstandungszahlen steigen. Also ich glaub corona war so eine ein Zyklus und jetzt auch wieder der Nahostkonflikt, also da sind dann das plötzlich 2000 oder oder wie sieht das Verhältnis dann? Aus. Also es ist wirklich bevor ich übernommen habe und ich hab 2 Wochen vor dem Lockdown hab ich die Stelle angetreten. War es weniger als die Hälfte an Beanstandungen und als Corona kam, ist es raufgeschnellt. Da hab ich mir gedacht, OK, das beruhigt sich wieder, aber erstens kam dann kurz darauf nahost, also 23 siebten 7.

19:47 Oktober und durch diese Polarisierung, die man natürlich schon gespürt hat während Corona, die ist nicht mehr abgeflaut und wird natürlich auch noch. Gefördert durch die sozialen Medien. Genau das wollte ich sagen, sind seit die sozialen Medien immer wichtiger werden, habt ihr da immer mehr beanstandet, hat es da einen direkten Zusammenhang? Erstens ist es natürlich so, dass über die sozialen Medien, über die Bubbles, über also Nahost beispielsweise, Baba News oder Nein, das ist auf der jüdischen Seite eine eine eingeschworene Gemeinschaft. Die schreiben sich natürlich innerhalb ihrer Bubble und sagen, das geht doch nicht und hast du nicht auch gesehen? Da kommen x Beanstandungen zur gleichen Sendung, also die sozialen Medien die die fördern, also ganz bestimmt auch quantitativ die Anzahl der Beanstandungen und dann kommt natürlich dazu, dass SRF immer mehr Kanäle hat oder viele Kanäle, sie wollen alle Zielgruppen ansprechen und da muss man nicht meinen, wenn es eine eine Sendung ist, die primär die Jugend. Jugendlichen ansprechen soll oder anspricht, dass dann die Erwachsenen nicht auch beanstanden. Genau die schauen das auch, weil man hat ja auch festgestellt, dass Jugendsendungen eigentlich hauptsächlich von Leuten über 50 geschaut werden, genau zum Beispiel der Altersvorstand ist manchmal.

21:01 Und die sind manchmal auch sehr lustig. Also mein mein Lieblingsbeispiel muss ich jetzt doch schnell ansehen. Gerne. Es gibt Bounce Bounce ist ein ein ein Sender für Rapper, ja. Und da war mal ein Wettbewerb, da haben sie gesagt, wir vergeben 2 Tickets für Open Air Konzerte für den besten Spruch, der geht für einen One Night Stand und für einen Eintritt in den Open Air Festival. OK. Und da kam die Antwort, hast du es lieber von vorne oder von hinten kommen natürlich Post Beanstandungen.

21:42 Und das sind dann so Schlussberichte, die ich gerne. Schreibe und das schreibst du gerne, also schreibst du dann mich nicht auf und sagst meine Güte, was ist denn das hier? Also weil ich finde, man muss, man muss die Kritikerinnen und Kritiker ernst nehmen, das ist ja auch, ich glaub, das ist auch ein ein wichtiges Ventil. Also ja, das wollte ich auch noch fragen. Also was verstehst du dich eigentlich? Verstehst du dich als Interessenvertreterin des Publikums, der Radiohörer, Fernsehzuschauer, Onlinenutzer oder bist du die Verteidigerin von journalistischen Prinzipien, auch hinein in die Redaktion hinein? Bist du das gewisse? Der SRG. Also das Gewissen der SRG, das wäre ja schön, wäre ich. Das wäre aber, ich glaube, tatsächlich schon. Dass in in gewissen Fällen, glaube ich, ist es tatsächlich so, dass wir als unabhängige Stelle, also wir sind einerseits.

22:31 Vertreterinnen des Publikums wir sind aber auch Vertreterinnen oder Vertreter der Redaktion, in dem wir eben erklären müssen, was Journalismus ist. Also wenn es um Ausgewogenheit geht, dann ist es nicht so, dass man sagen kann, wenn in einer Sendung nicht immer alle Stimmen zu Wort kommen, ist es nicht ausgewogen und da muss man den Journalismus erklären, also sind wir eigentlich wirklich das Bindeglied zwischen Konsumentinnen und Konsumenten und den Redaktionen, aber. Aber es gibt tatsächlich, nicht selten würde ich sagen, Schlussberichte, wo ich finde, das sollte sich die Redaktion zu Herzen nehmen, und ich habe auch das Gefühl, dass sie es ab und zu tun. Mhm ja, also du bist natürlich dann, wenn die Esther Giersberger anklopft in der Redaktionskonferenz. Dann schreckt man ja schon mal zusammen. Nein, also nein, ich glaube, da ist da. Und Nein, die Augen verdrehen sich. Nein, jetzt kommt die Giersberger wieder mit irgendsoeiner Beanstandung, wo man natürlich dann wieder Zeit investieren muss in die Beanstandung und das ist geht ja dann oft der journalistischen Zeit weg und diese Berichte zum Teil auch, oder diese Antworten sind manchmal, also ich denke 4 516 Seiten kann das sein.

23:47 Könnte man das nicht auch ein bisschen kürzer und effizienter machen? Muss das dann immer so ausführlich sein? Also ich würde behaupten, dass mehr als 50% bestehen aus zweiseitigen Ausschlussberichten. Dann gibt es tatsächlich längere, das hat aber meistens damit zu tun, dass es publizistische, also Sendungen sind, die. Die länger sind und wo verschiedene Punkte aufgegriffen werden und wo man sich auch etwas vertiefen muss bei einer Sternstunde Philosophie, da kannst du nicht einfach schreiben ABC, da musst du tatsächlich auch. Etwas von. Philosophie argumentieren und das geht manchmal nicht ganz so schnell.

24:31 Und dann haben wir natürlich Beanstandung, nicht selten von Anwältinnen und Anwälten 150 Seiten in. Ich meine nur schon. Nimmt das eigentlich zu, dass man dann noch schnell mal einen Anwalt einschaltet? Also vor allem, wenn es jetzt zum Beispiel Firmen sind, auch, oder? Nein, wir haben das, finde ich, auch interessant. Wir haben relativ wenig Beanstandung gegen Wirtschaftssendungen finde ich immer sehr schade. Nein, das finde ich sehr gut. Ein hoch auf die Wirtschafts, die Schweizer Soos, das sehe ich so. Wirklich gute Wirtschaftssendungen sind, ich glaube einfach. Ich meine, ich habe ja nicht das Profil der Beanstanderinnen beanstander kann ich ja erahnen, aber ich kann es nicht wirklich wissen und ich glaube die wenigsten Beanstanderinnen und beanstander sind wirklich primär am Wirtschaftsgeschehen interessiert. Und deshalb glaub ich, sind sie vielleicht oft auch etwas überfordert.

25:27 Ich. Bin froh, dass wir nicht so im Fokus stehen, aber sag noch etwas, weil die Leute eben oft das Gefühl haben in einer Sendung, du hast es vorhin gesagt, müssen alle Meinungen vorhanden sein. Ich hatte schon mal das Beispiel, dass mir jemand gesagt hat, ja, also wenn ihr einen Wirtschaftsvertreter habt, dann muss in jeder Sendung ein Gewerkschafter dabei sein und da hab ich gesagt, sind ihr wahnsinnig, spinnt ihr da kann man gar keinen Wirtschaftsjournalismus führen. Also es muss nicht in jeder Sendung immer die Gegenposition da sein, sondern es muss über das ganze Programm eben sachlich ausgewogen sein. Genau das ist genau der Fall. Es gibt die Ausgewogenheit heisst nicht immer a. Sagt das also muss B das andere sagen und. Ich finde das auch schrecklich als Zuschauer, wenn man immer hört, der eine sagt das sagt, das ist doch langweilig, ich.

26:11 Bin völlig einverstanden. Das ist und das ist auch nicht, weder die unabhängige Beschwerdeinstanz noch das Bundesgericht schreibt vor, dass das so sein muss. Es gibt Ausnahmen vor Abstimmungsvorlagen, wo man dann wirklich, das verstehe ich auch, wo man sagen muss, also in dieser heiken Phase. Wo auch die Zeit. Wo man da zeitlich abstimmt, aber sonst ist es absolut wie du sagst. Richtig, dass man nur eine ein Tagesgespräch machen kann, zum Beispiel mit Tobias Straumann, der sagt, die bilateralen 3 soll man ablehnen und da kommt natürlich Beanstandungen, das geht doch nicht, also. Da muss man doch auch sagen und und der, der moderiert oder der das Gespräch führt, hätte widersprechen müssen.

26:55 Natürlich muss er ab und zu widersprechen und man kann nicht deinen Tag zu. Sprechen. Aber ich kann auch nichts immer widersprechen oder systematisch, weil das ist ja auch schrecklich, wenn man ein Gespräch führt, dass man, dass ich jetzt immer das Gegenteil hier sagen würde, was du sagst, das geht ja auch. Entscheidend ist, dass sich das Publikum eine Meinung bilden kann und eine Meinung bilden. Das heisst, du kannst deinem Partner, deiner Gesprächspartnerin. Sehr viel Raum, ein Einräumen, aber du musst doch ab und zu mal widersprechen. Ja, weil sonst ist es wirklich einfach eine Darlegung der eigenen Haltung und das ist dann nicht wirklich meinungsbildlich. Ist ja kein Journalismus, der ist eigentlich Pair, dann ne, wenn man der verlängerte Arm der Kommunikationsabteilung, und das ist gerade bei Firmen ja so, dass die Kommunikationsabteilungen immer grösser werden, es gibt immer weniger Journalisten.

27:45 Was natürlich auch nicht gut ist. Du machst jetzt das zusammen mit Urs Hoffmann. Und wie macht ihr das? Heisst das, dass ihr alle Fälle zusammen bearbeitet oder du machst deine Fälle und er hat seine Fälle oder Du hast dich spezialisiert auf gewisse Sendungen oder wie macht ihr das? Wir machen bewusst keine Triage nach Themen, sondern wir, wir, wir haben. Wir nennen das den sogenannten Lead, also wenn du am Drücker bist, wenn die Beanstandungen eingehen. Dann teilst du dir diese Fälle zu. Aber wenn es heikle Fälle sind, dann besprechen wir die immer. Einer schreibt dann den Schlussbericht, also es schreibt eine Person, aber wir besprechen sie und vor allem wir lesen Sie gegen, also es geht, geht kein Schlussbericht raus, ausser die die ganz offensichtlich ja nicht besonders intelligent sind. Die nicht von beiden gelesen werden. Und dann gibt es dann auch.

28:44 Gibt es. Auch gibt es auch gibt es durchaus auch. Und weil es ist ja keine Wissenschaft. Und dann diskutieren wir es wirklich aus und am Schluss muss einer. Hinstehen. Hinstellen oder beziehungsweise muss nachgeben. Ich hatte mit dem Vorgänger von Urs Hoffmann einmal einen Fall, wo wir uns wirklich nicht einigen konnten und da schrieben wir das im Schlussbericht. Das kann man transparent machen. Kann man transparent machen, ist sicher nicht ideal, aber es kommt auch sehr selten. Vor und da hilft natürlich, dass du Juristin bist, oder wenn man da nicht Jurist ist, kann man das dann machen. Ja, ich finde die absolut wichtigste Voraussetzung ist eigentlich, dass man Journalismus versteht.

29:26 Ich finde das viel wichtiger als Juristerei, es hilft, wenn man Juristin ist. Aber entscheidend ist wirklich das Verständnis für die Medienarbeit, für das Funktionieren des Journalismus erklären eben ich. Aber manchmal, wir sind fast schon aus und Weiterbildung in Journalismus, weil es wirklich darum geht zu erklären, wie, wie, wie muss man ein heikles Thema darlegen. Und wie ist jetzt ein Verhältnis zu den Redaktionen, also wie, wie, wie sind die Reaktionen auf eure Interventionen oder eure Berichte dann auch? Also wenn ihr jetzt zum Beispiel sagt, also diese Redaktion hat es jetzt in dem Fall versagt, das war falsch, was kommt dann als Reaktion aus dieser Redaktion zu dir zurück? Nichts.

30:14 Gar nichts. OK, weil sie akzeptieren, dass wir unabhängig sind und sie akzeptieren beziehungsweise es ab und zu kommt es vor und sagt aber das ist falsch, da habt ihr falsch geschrieben, dass das das das ist gar nicht so. Und wenn das tatsächlich ein Fehler war, aber keine Wertung, sondern klassisch ein Fehler, dann wird der Schlussbericht auch nicht so verschickt. Dann überarbeiten wir ihn. Aber im Normalfall sehen Sie ja, dass wir uns die Mühe nehmen, das wirklich eingehend zu studieren und dann eine Begutachtung zu machen und wir haben ab und zu treffen mit den Redaktionen. Aber nicht, indem wir über die Schlussberichte diskutieren, sondern sie wollen einfach von uns wissen. Wie seht ihr das?

31:00 Ein Feedback. Ein Feedback und umgekehrt sind wir auch froh, wenn wir, gerade wenn es jetzt um um um eine grosse Abstimmungsvorlage geht, da sind wir auch froh. Wenn wir hören, wie geht ihr das an und in welchen Zyklen macht ihr was, damit wir uns etwas darauf einstellen. Können und aber was ihr nicht könnt, ihr könnt jetzt nicht Sanktionen ergreifen, Nein, ihr könnt nicht sagen, also das haben wir jetzt falsch gefunden, jetzt wird dieser Journalist bestraft oder diese Redaktion bestraft oder irgendwelche Sanktionen. Wir haben keine Weisungsbefugnis, wir ab und zu schreiben wir, wir empfehlen. Ich hatte vor ein paar Monaten ein Wort, zum Sonntag wird übrigens auch nicht selten beanstandet.

31:41 Wo ich wirklich fand, dieser Theologe, der hat das in einem komplett falschen Kontext ausgelegt. Eine Bibelstelle, das macht mir dann auch Spass da etwas da. Bist du fast noch Theologin? Also da brauchst du natürlich Zeit, aber das Macht schon. Da hab ich dann wirklich empfohlen. Der Redaktion hab ich gesagt, also. Bitte das nächste Mal hinterfragt den Inhalt der aus die Aussagen natürlich. Der Theologe kann sagen was er will, aber wenn es schlicht wirklich kontextuell falsch ist, müsste man doch eigentlich genau. Dann kann es ja aber noch weiter gehen. Also wenn ihr jetzt euren Bericht gemacht habt und der Zuschauer ist nicht einverstanden damit, was passiert dann?

32:24 Dann kann er an die unabhängige Beschwerdeinstanz gelangen. Das ist dann ein. Ein Gericht, es ist nicht n klassisches Gericht, aber es ist n Gericht und die können Sanktionen aussprechen. Das kommt in den seltensten Fällen vor, aber es kommt vor, aber normalerweise sagen sie einfach der Kritiker oder der Beschwerdeführer, dann ist es eine Beschwerde, nicht eine Beanstandung, sondern eine Beschwerde, er hat recht, das war nicht sachgerecht, die Redaktion hat n Fehler gemacht. In den seltensten Fällen sagen sie dann, ihr müsst eine Korrektur machen oder ihr müsst es gar löschen. Also das hab ich jetzt in meiner Zeit noch gar nie erlebt. Das wäre also dann der nächste Schritt. Gibt es dann auch Momente, wo ihr sogar sagt, in neuem Schlussbericht quasi wir empfehlen Ihnen, gehen Sie zur unabhängigen Beschwerdingstat oder gibt es das nicht, also macht ihr da n Hinweis, ihr sagt das ist jetzt wirklich für uns, wir können nicht weitergehen, wir finden das auch nicht korrekt, geht mal dorthin und lasst das von der. Unabhängigen Beschwerdienst als Prüfer. Nein, wir haben das ein einziges Mal gemacht vor 6 Jahren, wo wir gesagt haben, es wäre eine Rechtsfrage, die zu klären interessant wäre.

33:40 Aber ich, wir sehen uns nicht als uns als unsere Aufgabe an, den Beanstander darauf hinzuweisen, geh doch an die nächste Instanz, ganz abgesehen davon, wenn wir etwas gutheissen, also wenn Sie sagen, ja, da finden wir, das war nicht sachgerecht beispielsweise oder Verstoss gegen die Grundrechte, dann bekommt er ja recht und. Er bekommt die Rechtsmittelbelehrung und dann sieht er aha, also die, die Omudsstelle findet eigentlich auch, und da habe ich ja die rechts das Rechtsmittel, also gehe ich an die ubi. Und es braucht praktisch nichts. Es braucht 20 Unterschriften, es ist unentgeltlich, also der Aufwand ist wirklich sehr, sehr klein, wenn man an die ubi. Geht und jetzt die UBI, also diese unabhängige Beschwerdeinstanz baut, die dann quasi auf eure Argumentation auf, oder also die nehmt das zur Kenntnis auch und entwickelt das weiter.

34:31 Seid ihr dann quasi so wie die Vorarbeit, habt ihr dann geleistet oder beginnt die dann noch mal ganz von vorne? Also die ubi würde natürlich sagen, dass es überhaupt keinen Einfluss hat unseren Schlussbericht. Ich bin nicht so sicher, ob das wirklich so ist. Ich glaube eine gewisse Vorarbeit machen wir schon und das lustige ist, ich mach das manchmal so, wenn wir 150 Seiten von einem Anwalt haben. Dann ruf ich ihn an und sag, Herr Kollege, da komm ich dann mit meiner juristischen Vergangenheit und sag, sie wollen ja sicher an die unabhängige Beschwerdeinstanz und sind nicht interessiert an unserem Schlussbericht. Dann sagt er genau, ich will an die UB, dann sag ich OK schreib ich n Schlussbericht, der der Beschwerdeführer oder Beanstander ist nicht interessiert an der Vermittlungstätigkeit der Ombudsstelle. Wir treten wir inhaltlich nicht darauf an, rechts mit der Belehrung.

35:18 Gleich direkt. Das regt die UBI dann ziemlich. An das ist dann dieser Fall jetzt. Was würdest du sagen, war ich glaube jetzt mit dem Nahostkonflikt, da hattet ihr sehr viel beanstandet, immer noch und immer noch, und das kommt weiter und das ist da ganz. Ganz heikel, oder? Weil da sind da so 2 Parteien sehr unversöhnlich gegenüber und es ist auch für Journalisten sehr schwierig, die auch dort unter sehr schwierigen Bedingungen vor Ort sind, eine gute Arbeit zu leisten, dass dann eben immer wieder die Frage, macht man das eigentlich vor oder macht man es gar nicht, weil es so schwierig ist, wie wie ist da deine Meinung und wie beurteilst du denn die Qualität jetzt zum Beispiel gerade bei SRF über diese Berichterstattung aus Naos.

36:06 Also ich finde, dass über das grosse ganze SRF eine sehr gute Arbeit leistet in der Behandlung des NAS Konflikts. Ich bin sie, Sie berichten flächendeckend Liveticker in den verschiedensten Gefässen über die verschiedensten Kanäle mit den verschiedensten Expertinnen und Experten, das finde ich wirklich gut und anders als die Printmedien. Nehmen sie wirklich keine Partei ein? Es kommt vor, dass wir finden, das war jetzt vielleicht wirklich nicht sachgerecht, indem man wirklich die Position, die andere für die Meinungsbildung hätte einbringen müssen, das kommt vor, aber über über die allerweitesten Strecken, finde ich, machen sie es gut, was wir hören, natürlich immer wieder antisemitisch oder gegen den Staat Israel.

37:06 Jetzt weniger zu zu wenig. Die palästinensische Seite abdeckend, da muss ich sagen, es ist legitim, dass man die Situation in Gaza wirklich genau beleuchtet und sehr kritisch auch. Begleitet, das ist, ich sage immer, das ist die humanitäre Tradition der Schweiz. Wir sind das Land, das das IKRK gegründet hat, da finde ich es legitim, dass man diesem Elend in Gaza, ohne dass man nicht sagt, der 7. Oktober war der Auslöser dieses Elends, das war ein terroristischer Akt erster Güte, das muss man aber jetzt. Zweieinhalb Jahre später oder gut 2 Jahre später? Nicht in jeder Sendung wiederholen. Aber dass man da diesem Elend einen besonderen Stellenwert einräumt, das hat nichts mit Einseitigkeit zu. Tun.

38:13 Also da seid ihr noch sehr stark beschäftigt, viel beschäftigt. Ich frag mich manchmal, weil die Leute so sagen, ihr müsst neutral sein und es gibt die Wahrheit, dann frag ich mich immer je länger je mehr gibt es denn eigentlich eine neutrale objektive Wahrheit denn? Je nachdem also wenn ich jetzt als Journalist mit meinen 65 Jahren an ein Thema Rangehe, geh ich doch mit einem ganz anderen Hintergrund an ein Thema an als ein Fünfundzwanzigjähriger und auch das Resultat, das herauskommt, wenn wir jetzt das Gleiche über das gleichen Thema an einen Beitrag machen würden, das Resultat würde wahrscheinlich komplett anders sein, weil jeder geht mit, jeder Journalist geht mit seinen ganzen Erfahrungshunden und seinem Wissen und auch seiner Biografie an ein Thema an, also wenn man so sagt. Es muss objektiv sein, es muss die Wahrheit sein. Gibt es die Wahrheit überhaupt sehr philosophisch? Sehr philosophisch.

39:08 Ich denke, nein, natürlich, es gibt. Fakten ja genau, es gibt Fakten, die kann man nachdenken, aber wie man dann die Fakten. Aber wie man sie interpretiert, das ist immer bis zu einem Gewissen gerade ermessenssache. Und ich glaube, das ist auch diese besondere Schwierigkeit für SRF, dass sie. Ich meine, wir alle haben eine Haltung, dass man diese Haltung, die darf man haben, das schreibe ich in meinen Schlussberichten, auch der, der der Journalist, die Journalist, das sind keine Honuchen, die haben ihre Haltung, aber ihre Aufgabe ist es, die Hintanzustellen und einfach die Fakten und die Interpretation so auszugestalten, dass man ihnen nicht vorwerfen kann.

39:54 Es ist eindeutig parteiergreifend. Ich glaub das ist ne Schwierigkeit, gerade im Naas Konflikt, die wirklich eine besondere Fähigkeit voraussetzt und da bin ich völlig mit ihr einverstanden, die auch eine gewisse Erfahrung, ein Allgemeinwissen voraussetzt, was ich, und das sag ich jetzt auch hier, das hab ich auch schon in Redaktion gesagt. Bei online nicht immer gewährleistet. Aber da kommt es jetzt, das ist eben gerade das Problem des heutigen Journalismus, dass heute, weil der Journalismus ein Problem hat, der Finanzierung werden heute einfach fünfundzwanzigjährige Leute in Redaktion, da gibt es nur noch fünfundzwanzigjährige Leute, es gibt keine Seniors mehr, ne, also wenn ich das so schaue in den, in die in die Newsrooms gerade auch.

40:43 Bei den jüngeren Medien, da gibt es nur noch die jungen Leute. Es gibt eben eine ganze Generation nicht mehr und ich muss auch sagen, wenn ich jetzt, ich bin, glaub ich ein Fossil mit 65 Jahren noch eine Sendung zu machen, das ist fast unmöglich heute. Die meisten Leute gehen mit 45, alle meine Kollegen sind mit 45 in irgendeine Kommunikation, die sind alle in Bern in irgendwelchen Departementen und sind dort kommunikationschefin, also diese langfristigen. Karrieren sind doch im Journalismus gar nicht mehr möglich und das führt eben auch zu einer Einseitigkeit der Themen und zu einer Einseitigkeit in der Kommentierung. In der Analyse von gewissen Themen. Also ich würde jetzt die die Jungen nicht pauschal als. Das ist ja auch nicht.

41:27 Es ist keine Wertung, es ist einfach, sie haben weniger Erfahrung und was wirkt sich aus? Was ich mir wünschen würde, ist ich meine, du bist ein Beispiel. Friedrich Steiger ist ein Beispiel, Friedrich Steiger wird auch Ende 26 pensioniert, ich würde halbierungsinitiative Sparpotential ungeachtet Leute wie euch unbedingt in SRF behalten, in der Ausbildung, in der Weiterbildung. In ich sage es natürlich jetzt als Ombudsfrau im Schreiben der redaktionellen Stellungnahmen und dann auch das Ergebnis mit den Machern der Sendung besprechen.

42:10 Ich fände das unglaublich wichtig, weil, wie du sagst, das Gedächtnis, die Erfahrung, die ist wahnsinnig wichtig, und das darf man nicht einfach hergeben. Und. Gutes Wort von der Ombudsfrau hoffentlich gehört auf der Chefetage, wobei wir noch vielleicht doch ein Wort noch sagen müssen, alle Sender öffentlich rechtlichen Sender sind unter Druck, jetzt haben wir wieder den Fall bei der BBC. Und dieser Druck teilt sich natürlich auch den Redaktionen mit. Jetzt kommt wieder diese Initiative, wenn ich zurückdenke an die No Billag, dann muss ich sagen, Wow, das war zum Teil wirklich sehr, sehr schlimm, auch für Mitarbeiter, also da hat man Leute hingestellt, ihr seid die faulen Säcke vom Leutschenbach, da sind Kameraleute zu mir gekommen, die wirklich einen guten Job machen und haben gesagt, wir werden so angepöbelt auf den sozialen Medien, wir finden das schrecklich und ich hab das auch schrecklich gewonnen, als Moderator hält man ja seinen Kopf raus da war. Weiss man was einem blühen könnte, aber als Kameramann viele Leute machen einen guten Job, jetzt kommt das wieder wie wie wie gehst du damit um, wenn wenn solche Vorwürfe kommen die faulen Säcke ja arbeiten nicht und so wie soll man, wie soll man damit umgehen, gerade jetzt auch die, die die Chefs von uns, die diese diese Kampagne dann auch führen müssen, das ist auch sehr heikel eine Kampagne.

43:32 Über das eigene Haus und wir müssen darüber berichten, dass wird euch wahrscheinlich auch wieder ein paar Beanstandungen einbringen, ist ein ganz heikles Thema. Wie soll man damit? Umgehen also, was ich jetzt nicht zuletzt auch gedacht habe im Zusammenhang mit der Nost mit dem Nast Thema. Ich finde man müsste redaktionsseitig offensiver sein, ich würde etwas. Öffentlicher machen, was ihr alles leistet, wie ihr vorgeht, wie ihr recherchiert und nicht nur, indem man irgendeinen Clip hat von Tristan Brenn, der sagt also, wenn es darum geht, dann mache ich so, sondern wirklich nach rausgehen und sagen, weisst du, ich meine, dieser Vorwurf SRF ist links, das ist ja so alt wie ich weiss nicht was aber. Es geht gar nicht darum, sondern einfach zu sagen, wie arbeiten wir und und auf was lassen wir uns ein, wie, wie, wie bilden wir uns weiter, wie wie kommen wir zu den Themen beziehungsweise wie bearbeiten wir die Themen. Ich würde da sehr viel mehr.

44:40 Offensive, schön, dass du das sagst, weil ich würde das schon längst längst sehr gerne machen, offensiver zu sein, aber man ist ja dann immer ein bisschen selbst betroffen und hat da die Handbremse ein bisschen angezogen. Ich kann ja jetzt ab Januar kann ich ja jetzt alles machen. Weil ich da nicht mehr bei SRF bin. Und ich finde das auch. Ich finde, man sollte viel, viel transparenter, offener sein, übrigens auch bei den Themen. Ich bekomme manchmal von Leuten die Frage, warum haben Sie jetzt diese Person noch nicht eingeladen, kommen Sie eigentlich nicht auf die Idee diese Person rein, sondern sage ich, ich mache das schon seit 3 Jahren, renne ich jetzt hinter dieser Person nach und sie kommt einfach rein und man kann ja das auch mal transparent machen, ganz genau, natürlich sind wir auf die Idee gekommen, aber leider.

45:23 Kommt die Person genau und solche Dinge finde ich mir das. Auch einfach die Arbeitsweise, die Internas, ohne dass man dann echte schwierige Internas, aber genauso Journalismus erklären. Ich glaube, das wäre wirklich wichtig. Gut also das werde ich ab Januar. Jetzt bin ich frei, da kann ich Journalismus erklären. Vielen Dank schon mal Esther, dass du da warst. Aber jetzt gibt es noch 5 Sätze zu ergänzen für dich am Tiefseetauchern fasziniert mich vor allem. Die totale Ruhe und trotzdem eine unglaublich lebendige Welt. Jetzt haben wir gehört, dass du passionierte Geigerin bist. Meine Lieblingsmusik ist Brahms Kammermusik.

46:04 Wenn einer meiner 2 Söhne hast du glaube ich, wenn einer meiner 2 Söhne in den Journalismus gehen würde, dann fände ich das. Gut, weil dann hätte er eine Mentorin und ich finde Journalismus überlebenswichtig für unsere Demokratie. Sehr wichtig, das finde ich. Ein ganz wichtiger Punkt. Am meisten Geld gebe ich aus für. Das habe ich mir noch nie überlegt. Für. Für das Tiefseetauchen vielleicht. Nein, ich habe ja zu wenig Zeit. Ich würde sagen, Ach, für alltägliche Dinge gut essen, mal zum Friseur so, also ich, ich überlege mir nicht oft, bei kleineren Ausgaben kann ich mir das leisten oder nicht, ich gebe es einfach aus. Okay gut, das ist ja gut für die Wirtschaft, das kurbelt die Wirtschaft an.

46:59 Der beste Ratschlag, den ich jemals im Leben bekommen habe. War der von meiner Mutter die. Die gesagt hatte, und ich meine, die waren Jahrgang 1930 und war auch ein Leben lang berufstätig. Wie gesagt, Esther, ich werde nie zu dir sagen, du heiratest ja doch und deshalb musst du nicht arbeiten, sondern. Du musst arbeiten, das macht dich glücklich. Gute Ratschau, weil du arbeitest immer noch und du arbeitest selbstverständlich weiter, wie wir jetzt gehört haben. Vielen dank Esther für dieses Gespräch, das war sehr interessant. Vielen herzlichen Dank für die Einladung. Das ist der Consumcast von ZBV und Zürcher PR Gesellschaft gewesen. Hier noch der Hinweis, dass wir auch schon in der Vorbereitung sind für den Communications Summit 2026 das ist die grosse live Veranstaltung. Von der ZPV und ZPRG einmal im Jahr machen wir das. Der Termin steht auch schon fest. Es ist der 3.

47:53 Februar zwanzigsechsundzwanzig ab 18:30 Uhr im grossen Hörsaal der ETH. Wir hoffen natürlich, dass wieder viele Interessierte dabei sein werden, also bitte das Datum 3. Februar unbedingt merken. Wir mit dem consum Cast kommen wieder in rund 2 Monaten. Wenn sie es gut fanden, dann liken sie uns. Der consum Cast gibt es überall, wo es Podcasts gibt, natürlich bei Spotify, Apple und so weiter und wir sind natürlich auch als Videocast auf Youtube zu sehen, vielen Dank auch unserem Produzenten Christoph Solmanowski von Tablecast Mein Name ist Reto Lipp, vielen Dank fürs Dabeisein bis zum nächsten Mal.