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July 3, 2026

41 | David Schärer, Werber, Gründer DS Studio: «Aufmerksamkeit ist nicht mehr das Problem»

41 | David Schärer, Werber, Gründer DS Studio: «Aufmerksamkeit ist nicht mehr das Problem»
ComSumCast
41 | David Schärer, Werber, Gründer DS Studio: «Aufmerksamkeit ist nicht mehr das Problem»

Er ist einer der bekannten Werber des Landes. 2021/22 war er sogar der Werber des Jahres: David Schärer. Inzwischen interpretiert er aber Werbung weitaus breiter. Es geht ihm um «Designing consent». Doch was ist das genau? Wie hat er damals die Corona-Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit konzipiert? Wie gelang es ihm Martin Pfister zum Bundesrat zu machen? Warum gelang es trotz aufsehenerregenden Kampagne nicht den FDP-Kandidaten Perparim Avdili zum Zürcher Stadtpräsidenten zu krönen? Warum arbeitet er jetzt auch für die Sozialdemokraten Österreichs? Und was macht heute eine gute Kommunikationskampagne aus?

David Schärer ist Gast im 41. #comsumcast des Zürcher Pressevereins und der Zürcher PR Gesellschaft.


Ganz neu ist, dass David Schärer künftig auch die Kampagne der Schweizer FDP betreut.


0:05 Herzlich willkommen zum Konsum. Das ist der Port und Videocast des Zürcher Pressevereins und der Zürcher Gesellschaft. Am Mikrofon ist Reto Lieb und am Soltmannowski. Wir sprechen hier immer mit Persönlichkeiten aus Medien, Werbung, PR und Kommunikation. Und ehrlich gesagt, wir hatten schon lange keinen Werbe mehr hier. Umso begeisterter sind wir natürlich, dass der Werber des Jahres 2000 2122 bei uns ist. David Scherer Er hat so spannende Kampagnen gemacht wie die Covid Kampagne damals für das Bundesamt für Gesundheit. Dann auch die viel diskutierte Werbung für den FDP Präsidentschaftskandidaten auf Delhi und auch die Kampagne gegen die SRG Halbierungsinitiative oder auch Martin Pfister in den Bundesrat gebracht. Also es gibt viel zu sprechen, viel zu diskutieren. Herzlich willkommen David Scherer! Danke für die Einladung.

0:57 Schön, dass du da bist. Allerdings frage ich mich Bist du eigentlich noch Werber? Weil auf deiner Homepage von dem Studio David Scherer Studie heißt es, ich zitiere Zustimmung ist kein Zufall. Wer Mehrheiten will, muss Wirklichkeit gestalten. Wir verbinden die Prinzipien aus Und dann heißt es noch Dies bringen wir mit dem Designing consent auf den Begriff. Also bist du eigentlich noch Werber? Ja. Man kann sich jetzt fragen, ob ich jemals ein richtiger Werber war. Ich komme eigentlich aus dem PR. Das ist meine Stammdisziplin. Ich wurde aber in Kreativagenturen sozialisiert. Ich hatte immer so, ich habe nie in Corporate Communications gearbeitet, und ich hatte immer so den ganzheitlichen Blick auf. Also nicht disziplinspezifisch, sondern Wahrnehmung als Gesamtes.

1:43 So verstehe ich Kommunikation. Und das heißt jetzt designing consent. Was soll das heißen? Ja, Früher habe ich mich immer damit auseinandergesetzt, wie man sich gerade auch in einem Zeitalter von Digitalisierung, Social Media, wie man überhaupt zu Aufmerksamkeit kommt. Und mittlerweile glaube ich, Aufmerksamkeit ist nicht mehr das Problem, weil alle haben eine potenzielle Reichweite. Aber Zustimmung zu organisieren, das ist die tatsächliche Herausforderung. Das heißt, man muss die Welt so darstellen, dass die Leute Ja dazu sagen, Ja. Man muss Anschlussfähigkeit generieren, also sowohl bei einer Ja oder Nein Kampagne. Das spielt keine Rolle. Aber gesellschaftlich anschlussfähig. Das kommt mir vor wie Pippi Langstrumpf.

2:27 mir gefällt. Ist das ein bisschen das? Ja, es ist ja immer eine Frage der Deutung. Oder es. Die objektive Wahrheit ist ja immer so eine Frage. Gerade im politischen Kontext haben ja alle einen Punkt. Und da geht es schon darum, so eine Deutung auf ein Thema zu bekommen und wie wir das nennen, eine Kampagne entsprechend oder ein Argument zu framen. Deutung tönt gut, aber darf man auch mit Lügen operieren? Kann man da die Unwahrheit? Nein, nein, das darf man nicht. Wenn man es jetzt von einer juristischen Optik betrachtet, ist es ja erstaunlich, wie viel man in der politischen Kommunikation darf. Aber ich glaube, Lügen ist nie ein gutes Rezept.

3:08 Also man muss ja immer aus einer Substanz ziehen, aber auch Argumente so verdichten und auch emotional überzeugen. Man muss ja nicht alles sagen. Von daher, Man muss gewisse Dinge ausblenden. Und man kann gewisse Nuancen betonen. Aber man sollte schon bei der Wahrheit bleiben. Da werden wir über eine Kampagne noch sprechen. Ein Blick zurück. Du bist in Basel aufgewachsen, also in Basel, in Zürich. Kommt das gut? Ja, das kommt sehr gut. Das werde ich lustigerweise in Basel. Mehr gefragt Wie in Zürich? Nein, ich bin Zürcher. Ich lebe sehr gerne in der Stadt Zürich. Und ich bin ja schon gute 20 Jahre hier. Und was war dein Berufswunsch? Ich nehme nicht an, dass du als Kind schon gesagt hast. Doch, das war also nicht.

3:49 Vielleicht nicht als Kind, aber als Jugendlicher sicher. Wir hatten die GGK. Basel. Das war eine Agentur mit einer großen Strahlkraft, international sehr prägend, und das hat mich inspiriert. Also Basel war vielleicht mal das, was heute Basel in der Architektur ist. War es damals in der Werbung. Damals ein Werbezentrum, und jetzt hat sich das ein bisschen nach Zürich. Das hat sich nach Zürich verschoben, und da wurde ich schon inspiriert. Ich kann nicht mehr genau rekonstruieren, warum. Aber ich hatte so Werbeerfahrung, und das hat mich schon fasziniert. Also Werbespots, die man früher. Da waren. Slogans, das hatte ich fasziniert. Das hat mich fasziniert. Da war auch die, die Levi's Werbung war sehr ikonisch Aber auch die BAG Kampagne, also heute Love Life, damals Stoppaz.

4:35 Also das. Ist Kampagnen. Das waren schon Botschaften, die ich so gut umgesetzt fand, dass es mich irgendwie interessiert hat. Du bist ja selbstständig, warst aber auch schon bei Agenturen und hast auch wieder eine Firma gehabt, die du verkauft hast. Was macht dich glücklicher, selbstständig zu sein oder in einer großen Agentur? Mich macht die Selbstständigkeit sehr glücklich. Also die Illusion von Freiheit, die man die man hat als Selbstständiger. Es ist natürlich Druck, Die Branche wandelt sich. Die Herausforderungen sind groß, aber ich kann es nicht besser. Man muss sich immer um neue Aufträge kümmern. Machst du das gerne oder. Ja, das mache ich gerne. Also, ich glaube, so als Agentur Mensch, ist man prinzipiell neugierig. Weil wir setzen uns ja immer mit Und ich bin immer wieder fasziniert, dass ich eigentlich jede Woche Kommunikationsaufgaben begegne, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existieren.

5:27 Und Kommunikation ist ja ein weites Feld. Immer wenn etwas nicht gut geht, heißt es Die Kommunikation ist schuld. Oder wenn irgendwie. Ich habe das gerade jetzt wieder erlebt bei Partners Group. Die Aktie ist total abgeschmiert und am Schluss hieß es Wir haben schlecht kommuniziert, wir müssen die Kommunikation verbessern. Aber da werden vielleicht noch darüber sprechen, noch um dich ein bisschen besser kennenzulernen. Zwei Begriffe und du wählst jeweils den, der dir besser gefällt Bier oder Wein? Wein. Berge oder Meer? Berge. Berge im Sommer. Okay. Stadt oder Land? Auto oder SBB? SBB. Links oder rechts? Links. Links. So Halb links. Von daher. Gut, weil du machst sehr viele politische Kampagnen. Also zum Beispiel die Kampagne gegen die SRG Halbierungsinitiative war ja dann sehr erfolgreich. Eigentlich erfolgreicher als man gedacht hat. Was war dir da wichtig?

6:20 Warum hast du da mitgemacht? Ja, ich war damals schon bei der neuen Kampagne von No Billag involviert, also habe da für diesen Verein Nein zum Sendeschluss die Kampagne konzipiert. Das war ja auch eine ganz breite Allianz. Und ich setze mich natürlich als auseinander, die irgendeinen Einfluss auf unser Zusammenleben haben. Und ich finde, gerade in der heutigen Zeit kann man diesen medialen Service public eigentlich nicht hoch genug schätzen. Und deswegen war diese gerade diese Abstimmung auch eine Herzensangelegenheit. Und das war eine echte Herausforderung. Wenn man den Leuten sagt, die jetzt 300 Franken bezahlen oder 200, dass die Leute dann wirklich sagen 300, das muss man dann irgendwie auch verkaufen, kommunikativ. Wie habt ihr das gemacht?

7:08 Ja, das muss man verkaufen, weil unsere Gegner, also die Befürworter und BefürworterInnen der Kampagne hatten ja ein gutes Argument, oder? Jetzt so von außen besehen und in politischen Kampagnen oder in besonderen Abstimmungskampagnen, ist immer die Frage Kann man das eigene Diskussionsfeld bestellen? Also da war die Herausforderung, wirklich weg von der Geldfrage zu kommen, hin zum Grundsätzlichen. Darum geht es eigentlich immer. Und das ist aber schwierig, oder? Das Geld ist so übermächtig, so klar. Und die anderen Argumente, zum Beispiel, dass es der Demokratie hilft, wenn wir einen Service public haben oder dass es der Meinungspluralismus braucht oder es überhaupt eine SRG braucht, um den Zusammenhalt des Landes zu sagen. Das sind alles Argumente, die natürlich viel abstrakter sind als der Geldbeutel.

7:52 Absolut. Das ist so ein bisschen rational, und das ist immer die Frage. Und die Spezialität da war jetzt die Abstimmung hat einen normalen Verlauf genommen. Die Spezialität war aber wir hatten das gesehen letzten späten Sommer in einer Umfrage. Es gab nicht das Argument in dieser Vorlage und die Meinungsbildung war schon relativ weit fortgeschritten und die Initiative hatte eigentlich Akzeptanz. Also der Trick war wirklich, dass wir in einer breiten Allianz aus Kultur, aus Volksbräuche, aus Sport, Unterhaltung etc. so eine gemeinsame Erzählung gefunden überzeugend. Eine Allianz bieten.

8:35 Was aber auch kompliziert ist. Oder solche Allianzen fliegen dann auch schnell wieder auseinander und die sind sehr schwer zusammenzuhalten, weil sie eben dann so divers sind unter Umständen. Das ist so und man hat auch gespürt, dass die Bemühungen der SRG natürlich jetzt schon auch einen Einfluss haben auf die Atmosphäre, gerade in der Kultur. Frustration. Also ich würde mal sagen so die Hauptarbeit in der Kampagne lag darin, wirklich so diese Reihen zu schließen. Und das war so eine kritische Arbeit von meinen beiden Kolleginnen, die da während Monaten eigentlich am Telefon waren und Leute überzeugt. Haben, sehr erfolgreich. Dann hast du gleich die andere Kampagne und die lief eigentlich parallel dazu, nämlich die Kampagne für den FDP Und da seid ihr wirklich in die Offensive gegangen, Unheimlich früh. Ich glaube, ich weiß nicht.

9:29 Im September oder Oktober, da waren die ersten Plakate gemacht, obwohl dann die Wahl war ja erst im März und normalerweise startet man dann im neuen Jahr in diese Wahl hinein. Aber ihr habt also schon im Oktober alles voll gepflastert. Also eine sehr teure Kampagne auch. Ja, war aufwendig, aber es gab keinen anderen Weg, weil wir wussten, so von der Konstellation in Zürich wird das schwierig werden. Also Start Präsidium sowieso, weil ja, da kann man davon ausgehen, dass der Sitz wahrscheinlich an den Kandidaten der SP geht. Weil ich habe dann eben gesagt in der Kampagne, der nächste Stapel muss nicht gut heißen, das war der Kandidat der SP.

10:10 Du hast dann so argumentiert, es ist quasi. Eigentlich ist es ein aufgelegter, dass ein Sozialdemokrat das Amt gewinnt. Das war jetzt in den letzten Jahren immer so, aber du hast gesagt, es muss nicht so sein. Wir haben da noch jemand anderes. Genau. Wir wollten eigentlich kommunizieren, dass es kein Naturgesetz ist, dass der Sitz einfach an die SP geht. Und wir hatten einen Politiker, der sehr profiliert ist per Prime. Auf die Idee ist immerhin der Präsident der FDP der Stadt Zürich. Aber ich würde mal sagen, einer breiten Öffentlichkeit nicht bekannt und wir mussten ihn bekannt machen. Also es wäre nicht gegangen. Jetzt, Major. Wahlen sind immer etwas Spezielles, oder? Also, diese Balance zu finden zwischen Herausforderer, aber auch breit anschlussfähig zu sein. Und wir haben das versucht, auch so ein bisschen in ein Mitte Links Spektrum auszurichten.

11:00 Und wir wussten, dass es eine große Herausforderung. Ich habe dann auch gesagt, Der nächste Stapel muss nicht Miete sein oder er muss Miete sein, muss ein Mieter sein. Genau so war es, weil das eher Und dann habt ihr auch noch mit Wo, wo? Wohnungen. Das ist so ein Slogan, der nicht von links kommt, oder? Den habt ihr gerade sich untergestellt. Also das war eigentlich der Punkt, dass ich habe den eigentlich verkauft wie einen verkappten Schauspieler. Kann man das so sagen? Also ihr habt mir so das Image gegeben, dann ist er auch noch Secondo. Also das wäre eigentlich, wäre er ein optimaler Kandidat für die SP gewesen. Oder irgendwo. Doch er ist in der falschen Partei. Ja, und das haben wir auch versucht zu erzählen. Natürlich.

11:44 Oder dass es seine Biografie. Und er hat das auch gesagt, warum er nicht links geworden ist, sondern eher an eine liberale, eine liberale Idee glaubt. Und das versuchten wir natürlich so breit zu positionieren. Aber das war unglaublich schwierig. Rückblickend muss ich aber sagen Ich glaube, die FDP hat mit seiner Kandidatur oder seiner Nominierung als Kandidat vieles richtig gemacht. Weil ich bin mir nicht sicher, ob es mit einem anderen Kandidaten erfolgversprechender gewesen wäre. Weil immerhin zwei Sitze gewonnen die FDP, und das ist nicht überall auf Erfolgskurs, also im Stadtparlament in einer schwierigen, für die FDP schwierigen Stadt sicher zwei Mandate gewonnen.

12:26 Immerhin Er ist nicht Stadtpräsident geworden, aber auch nicht Stadtrat, was doch ganz knapp daneben verfehlt wurde. Aber seine Kampagne, die war eben sehr frech. Sehr aufsehenerregende, aber doch, es war eine Mission impossible, oder? Ja, rückblickend ist man natürlich schlauer. Man muss sich natürlich schon fragen, ob das überhaupt möglich gewesen ist, so von der Arithmetik in der Stadt Zürich. Aber das weiß man im Nachhinein. Aber wenn ich mir das so anschaue, dann muss ich schon sagen, Es ist bemerkenswert, wie weit er gekommen ist, Weil was nicht funktioniert hat, ist so diese Überzeugung mit links. Aber er hat bei der SVP etwa gleich viele Stimmen wie sein Kollege Filippo Leutenegger vor vier Jahren.

13:13 Was erstaunlich ist Ich habe ihm gedacht, die SVP unterstützt ihn nicht wegen seinen Wurzeln. Aber das hat doch irgendwie. Ich glaube, so, dieses Meritokratische in dieser Erzählung hat dann doch bürgerlich sehr überzeugt. Also die Aufsteiger Biografie. Und das hat mich rückblickend schon fasziniert. Aber weil du ja so ein Mann der Allianzen ist, man hätte doch eigentlich, wenn man einen Bürgerlichen ins Amt bringen will, als Präsidentschaftskandidat ist der Präsident. Da müsste man eine übergeordnete Allianz bilden, und da müsse man auch eine Figur haben. Ich kann mich erinnern damals Monica Weber, das war ja eine Ikone. Die war Ständeräte, und die hat es auch nicht geschafft. Gut, sie hatte keine große Partei im Rücken, aber der hat auch nicht geschafft, Präsident zu werden, obwohl sie eine bekannte Figur war und eine Ikone eigentlich.

14:00 Also das schafft man wirklich nur mit einer breiten Allianz mit großen Parteien im Rücken. Das klappt irgendwie nie. Also ich verstehe das nicht, warum jetzt zum Beispiel die SVP nicht sich angeschlossen hat, gar keinen Kandidaten genommen hat, sondern sich da zusammengeschlossen hat. Also das meine ich mit der Arithmetik. Also man darf schon fragen, ob es möglich ist, wenn sich die Bürgerlichen nicht auf einen Kandidaten oder Kandidatin. Sehr dumm. Aber jeder argumentiert wohl natürlich auf die eigene Mühle arbeiten und vergessen, dass das gemeinsam ist. Und dann hat er noch Balthasar. Dass man auch eine Besonderheit oder einen sehr bekannten Politiker, Das war ja auch so ein Paradoxon. Also Balthasar Glätteisen wurde wirklich hervorragend gewählt, aber Grün hat verloren. Also das war so eine Konstellation, die jetzt eigentlich unnötig.

14:49 Aber das zeigt eigentlich, wenn man einen sehr bekannten Namen hat, dann steigst du einfach auf einem anderen Niveau auch ein. Also auf die war einfach nicht bekannt. Man musste ihn zuerst überhaupt mal bekannt machen und nur schon bekannt machen. Ist sehr schwierig und das habt ihr eigentlich geschafft. Aber das hat dann eben doch nicht gereicht. Also man muss schon einen sehr bekannten Namen haben, um da einfach so reinzukommen. Wahrscheinlich muss man eben Mitte links sein. Und genau, Balthasar hatte den Vorteil, dass er keinen Namen aufbauen musste. Das war wie gegeben. Ja. Also, was sind jetzt die Lehren aus dieser Kampagne? Würdest du das überhaupt wieder machen? Also bei der in vier Jahren, Bei den nächsten Stadtpräsidiums waren jetzt Herr Gold als SP Kandidat. Der ist jetzt Stadtpräsident, da wird es noch schwieriger, oder?

15:32 Weil der jetzt mit dem Bonus des Rennen gehen kann. Also das jetzt hier zu durchbrechen, Das dürfte fast unmöglich sein. Also was in vier Jahren ist, das kann ich natürlich überhaupt nicht prophezeien. Aber klar, mir macht das unglaublich viel Freude. Es ist. Man ist emotional investiert, weil man lernt sich kennen. Eine Kampagne muss Spaß machen zusammen. Und man geht da schon mit dem Kandidaten auch mit. Und das war schon bitter. Auch, dass er das absolute Mehr ja erreicht hatte, aber dann als Überzähliger ausgeschieden ist. Weil das war ja jetzt ein interessanter Punkt. Hier ist ja die Frau auch abgetreten. Das heißt, der Sitz war eigentlich frei, es gab nicht. Man muss ja nicht gegen einen bisherigen antreten, Das wird jetzt wieder.

16:14 Eine solche Konstellation dürfte es jetzt ein paar Jahre wieder nicht mehr geben. Der Politanalyst Mark Baltic hat übrigens über seine Kampagne geschrieben Hinter dieser Plakatkampagne steckt Hirnschmalz. Die Umsetzung ist gelungen. Wenn du zurückblickst, würdest du auch sagen es ist gelungen. Aber einfach die politischen Realitäten haben das ausgehebelt. Das ist natürlich immer ein bisschen heikel, oder? Ich frage mich natürlich. Tatsächlich hätten wir einen anderen Weg gehen müssten, um das erfolgreich zu machen. Aber wenn du mich fragst, was hätte ich anders gemacht, muss ich dir sagen Ich weiß es nicht. Und du würdest jetzt auch wieder solche Kampagnen machen für den nächsten Wahlkampf oder so? Unbedingt. Also man braucht dann schon so ein bisschen Erholungszeit nach so einem Erlebnis, oder?

17:00 Dieser 8. März war für mich natürlich an diesem Nachmittag, wo wir über 60 % erreicht hatten, mit der neuen Kampagne alisierungs Initiative dann oder die bittere Pille. Noch am gleichen Tag. Also das war schon ein Wechselbad der Gefühle. Aber ja, man erholt sich. Man verarbeitet das auch als Team. Und dann fragt man sich ja, was kommt als nächstes? Und dann gab es natürlich auch eine Kampagne, wo du gewonnen hast Politkampagne. Du hast nämlich eigentlich Martin Pfister zum Bundesrat gemacht, oder? Weil Martin Pfister war eigentlich total unbekannt. Auch ein Unbekannter tritt an gegen jemanden, der total gut vernetzt ist.

17:41 Ich glaube der beste Lobbyist im Der Bauernpräsident und Herr Ritter Markus Ritter da jetzt gegen Markus Ritter zu gewinnen, das war nicht ohne, oder? Was hast du da eigentlich gemacht im Hintergrund? Ja gut, also das war keine so wilde Sache, muss ich sagen rückblickend, dass ich. Das war ja auch ein ganzes Team von Berater, Beraterin, die da involviert sind. Und ich habe mit meinem Team zusammen so die Medienarbeit oder das das Bild von Martin Pfister in der Öffentlichkeit versucht zu begleiten. Was war das für ein Bild, das du geschafft hast? Wir haben natürlich schon versucht, die Unterschiede zu seinem, zu seinem Wettbewerber zu betonen. Und das war.

18:27 Ja, es war ja. Markus Ritter damals war der unbestrittene Favorit. Man hat ihm auch Erfahrung so zugesprochen, obwohl das ein bisschen fragwürdig ist, nur weil er sich im Bundeshaus gut auskennt. Ich meine, Martin Pfister war immerhin Exekutivpolitiker als Gesundheitsdirektor in Zug, und das versuchten wir zu betonen. Auch seine Armeekompetenz als Oberst etc. Das haben wir versucht. Das war Markus Ritter nicht, oder? Genau das war er nicht. Hohen Rang im Militär und auch keine Militärerfahrung. Das habt ihr dann so ein bisschen rausgestrichen und die exekutive Erfahrung. Obwohl jetzt also der Kanton Zug ist jetzt auch nicht riesig. Ist natürlich nicht riesig, aber aber erfolgreich. Es ist doch eine Verwaltungserfahrung und das haben wir natürlich versucht so herauszustellen. Bundesrats Kandidaturen sind etwas Spezielles, habe ich vorhin auch noch nie gemacht.

19:17 Das war neu. Und man kann jetzt auch sagen ja, warum muss man diesen Zirkus veranstalten mit Kommunikationsberater? Weil der Wahlkörper, das ist ja die Bundesversammlung, ja nicht die Öffentlichkeit. Du brauchst ja gar keine grosse Vorstellung in der Öffentlichkeit von ihm. Es müssen einfach diese 246 Parlamentarier oder so. Die müssen überzeugt werden, Das ist eigentlich alles. Also man braucht keine Riesenwerbe Medienkampagne, ja. Aber es ist an sich. Es gibt ein Bedürfnis der Öffentlichkeit, diese Kandidierenden auch kennenzulernen. Und. Also ich würde jetzt schon mal behaupten, dass wahrscheinlich auch das mediale Bild. Wahrscheinlich auch so ein bisschen die Dispositionen. Also das wirkt ins Bundeshaus hinein. Also wenn ich denke, ja.

20:00 Wenn die Leute plötzlich sagen wir wollen den Pfister, weil er ist so top. Dann können die Parlamentarier gar nicht mehr anders, als ihn wählen. Und das war ja dann auch ein großer Erfolg. Es gibt diesen bekannten Spruch vom Pionier Rudolf Warner. Gebt mir 1 Million und ich mache aus einem Kartoffelsack einen Bundesrat. Kann man das heute auch noch so sagen? Vielleicht nicht mehr 1 Million, Aber man kann aus einem unbekannten Regierungsrat einen Bundesrat machen. Ich glaube, es ist eine Frage der Konstellation. Auch hier wieder. Und ich glaube, es ist eine Frage der richtigen Strategie, um das zu einem Erfolg zu verhelfen. Mann, es muss alles stimmen und man muss den richtigen Weg gehen und dann auch überzeugen. Es ist nie gleich.

20:48 Also. Aber jetzt im Falle einer Bundesratskandidatur. Gut, wenn man kein Kartoffelsack ist, dann geht es deutlich unter einer Million. Oder sogar noch unter 1 Million. Aber macht er jetzt einen guten Job? Ist er jetzt noch in Kontakt mit ihm? Also berätst du ihn immer noch? Weil ich habe das Gefühl, er hätte durchaus auch noch weiteren Kommunikationsbedarf, weil es ist schwierig, das Amt, das er hat, Militär und die Finanzen. Und ich glaube, er hätte Bedarf an Beratung. Nach wie vor machst du nichts mehr da. Nein, nein, Weil das ist oft so, das Los, oder? Man hat einen Tag mit einem Ergebnis gewonnen oder verloren. Dann hat man den Kunden auch in der Regel nicht mehr aus dem Fenster ist, hat natürlich ein Kommunikationsteam im VBS. Und ja, meine Mission.

21:37 Die Mission ist beendet. Aber bei den nächsten Bundesratswahlen wärst du wieder zur Verfügung, wenn irgendwelche Kandidaten auftauchen, die Kommunikationsbedarf hätten. Also, wenn wir jetzt schon in Bern sind, Du hast ja da vorher schon diese grosse Corona Corona Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit gemacht. Ihr habt euch damals durchgesetzt gegen andere Agenturen und andere Kommunikationsberater. Weshalb habt ihr euch durchgesetzt? Warum war eure Idee besser als die anderen? Ja, das war eine spezielle Situation. Also das BAG hatte damals in einem beschleunigten Verfahren eine Agentur Ausschreibung lanciert.

22:17 Dass alles ganz schnell gehen. Muss. Das war Horizon. Das war so, ich glaube, Anfang Februar 20. Man hat von Wuhan ein bisschen gelesen, von China. Ja, genau. Wir hatten schon Beziehungen zum BAG mit dieser Love Life Kampagne. Also die HIV Prävention. Wir kannten das BAG ein bisschen. Die haben vier Agenturen eingeladen. Zwei haben das Mandat, also den Pitch, schon gar nicht erst angenommen. Es war eine Zeit des Micro Pitch, also dass das Presse waren dort. Die waren da absorbiert und ich habe irgendwie gespürt, das lohnt sich jetzt, da dranzubleiben, weil. Also wenn das BAG im beschleunigten Verfahren einlädt, dann ist an der Sache wohl was dran.

22:59 Und wir haben uns verpflichtet, innerhalb von einer Woche ein Konzept zu entwickeln mit druckfertigen Daten, also dass man sofort reagieren kann. Wir waren da mit einer anderen Agentur am Briefing, wo Daniel Koch erklärt hat, wie man eine Epidemie eindämmt, damit wir das Nach dem Briefing ist die andere Agentur auch ausgestiegen und die haben gesagt, das können wir nicht. Und da waren wir einfach. Nur Nur noch du. Von daher. Das ist nicht schön, wenn die ganze Konkurrenz wächst. Aber wir haben unserem Team nicht gesagt, dass wir keine Konkurrenz mehr haben, um die Moral hochzuhalten. Ja, und dann war die Präsentation. Und tatsächlich hatte Daniel Koch während der Präsentation den ersten Covid Fall in der Schweiz bestätigt. Wahnsinn.

23:45 Und dann ging es wirklich los. Und das ging ja dann so weit, dass sie sogar den Leuten erklären musste, wie man die Hände richtig wäscht, wie man den Abstand hält, die Maske usw. Wobei am Anfang hat man gesagt, Maske ist gar nicht so wichtig, weil wir gar keine hatten. Und dann wurden die Masken wieder wichtig. Es war eine wahnsinnig wilde Zeit, wenn du zurückblickst auf diese Zeit. Es gibt ja viele Leute, die sagen, man müsste die ganze Zeit noch mal aufbereiten. Irgendwie. Würdest du sagen, gab es da Fehler, die ihr auch gemacht habt? Oder würdest du sagen, es ist mehr oder weniger gut gelaufen? Ja, mehr oder weniger, glaube ich, ist es gut gelaufen. Ich glaube, in der Anfangszeit War die Situation so unübersichtlich.

24:25 Wir waren wirklich mit etwas Neuem konfrontiert. Also mit wir meine ich alle Beteiligten, auch die Gesellschaft, die. Ganze Gesellschaft. Der Schweiz. Wahnsinn. Wir haben da unter Bedingungen gearbeitet, wo wir nicht wussten, was in drei Tagen ist. Ich erinnere, das waren die Zeiten, wo wir die Bilder aus Bergamo hatten, wo Militärfahrzeuge Leichen abtransportiert haben. Also das hat schon Angst gemacht. Auch, muss ich sagen. Aber der Job wurde schwierig, als sich die Situation normalisiert hatte. Also es war ja ein wunderschöner Sommer, die Leute draußen und da zu erinnern. Das Coronavirus ist immer noch da. Das war. Da. Das war dann im Herbst, dass es am Herbst wieder kommt. Das war alles schon gedacht, die Zeit. Und ich denke auch mit der Impfkampagne da. Rückblickend muss ich sagen Ja, das hätte man wahrscheinlich ein bisschen akzentuierter auch machen können, dass Da gibt es auch rechtliche Bedingungen, Arzneimittelgesetz etc., wo man so ein bisschen eingeschränkter ist. Aber da die Impfkampagne hätte, glaube ich, so ein bisschen dynamischer.

25:35 Kann man da in einer solchen Krise überhaupt noch differenziert argumentieren? Oder muss man dann einfach wirklich ganz einfach ganz klare, einfache Parolen, die dann zum Teil auch ein bisschen falsch sein können? Sie müssen einfach klar sein für jedermann verständlich für das ganze Volk. Die können da nicht. Wenn das so ist, musst du das machen. Die können nicht so differenziert sein. Ja, das stimmt. Und das BAG ist natürlich schon eine Institution, die in der Regel wirklich 100 nur 100 % akzeptiert von einer Lösung. Covid war ein bisschen was anderes, aber wir haben da auch den Modus der Zusammenarbeit komplett umgestellt. Also wir waren praktisch, als ich denke von morgen früh bis abends spät zusammen in Videocalls verbunden und haben eigentlich die Information zusammen entwickelt.

26:24 Auch über einzelne Wörter gesprochen. Die Klammer hieß ja. So schützen wir uns, oder Das war so. Das war eigentlich. Genau so. Diese. Diese Krisenkommunikation Marke und ursprünglich war. So schützen wir die Schweiz. Da haben wir diskutiert, das zu protektionistische, zu wenig inklusiv also. Aber das war unglaublich schnell, wie wir da agiert haben, zusammen mit dem BAG. Wie lange ging eigentlich diese Kampagne? gewesen? Ja, wir hatten. Das war alles in allem etwa Ja, etwa zwei Jahre. War ja, nach zwei Jahren war es dann. Damals. Dann war es fertig. Und die Lehren, die du dann aus dieser, aus dieser Kampagne, das würdest du auch wieder machen.

27:05 Nämlich wenn das Bundesamt mit Es gibt viele Gesundheitsprobleme, da kann man. Es ist ein ganz anderes Thema als die Politik, oder? Ja, also würde ich sicher wieder machen. Ich glaube, Covid war für meine Laufbahn, für meinen Beruf wahrscheinlich die prägendste Erfahrung, die ich gemacht habe. Auch da. Aufmerksamkeit war ja nicht das Problem. Das war ja ein Gefühl von einem monothematischen Reich. Die Leute wollen alles wissen über das Thema. Mich erinnern auch am Fernsehen, Man konnte den Experten zuhören. Alle wollten alles wissen. Aber für mich war es schon auch eine Lehre, dass man mit Kommunikation, Wege, Ich etwas bewegen kann. Oder die Maßnahmen sind Das muss alles einhergehen. Aber um wirklich Einstellungen und Verhalten zu prägen, das ist auch eine Kommunikationsfrage. Also da hat man schon einen Hebel. Also das ist jedenfalls ganz wichtig gewesen, eine wahnsinnig wahnsinnig schwierige Zeit. Hoffentlich kommt sie nicht zurück. Das wünschen wir uns alle.

28:06 Aber es hat ja auch irgendwie viele Wunden aufgerissen diese ganze Zeit. Viele Leute haben irgendwie das Vertrauen. Ich weiß gar nicht warum eigentlich, aber das Vertrauen verloren in die Politik zum Teil. Das wirkt immer noch nach. Ich spüre das jetzt noch auf den sozialen Medien. Manchmal, wenn man irgendetwas postet, dann kommt wieder Ah, diese Coronazeiten, das muss man eigentlich aufbereiten. Warum glaubst du, hat das so tief gewirkt, dass sich viele Leute irgendwie ausgeschlossen vorgekommen sind? Die wollten sich nicht impfen lassen. Also weshalb diese, diese Gräben, die da entstanden sind? Ja, das frage ich mich auch. Und ich bin auch ein bisschen ratlos, weil die Situation war ja so, dass die Entscheidungsträger ja nur das Beste wollten. Also wir wussten nicht, was da auf uns zukommt. Anfänglich hat man noch von einer Epidemie gesprochen, irgendwann mal eine Pandemie.

28:58 Also man wollte wirklich, dass das Beste für die Gesellschaft, dass die Krise schnell vorbei ist. Aber ich habe. Mir gedacht, warum kann man sich über seine Krankheit, wie kann man über eine Krankheit sich derart oder so unterschiedliche Meinungen haben, dass ganze Familien dann am Schluss nicht mehr miteinander gesprochen hat. Und dann habe ich wieder gedacht, Weil du vorhin von der HIV Kampagne gesprochen hast. Dann habe ich wieder an die Aids Kampagne, an die Aids gedacht in den 80er Jahren. Und das war ja auch eigentlich so, da wurde eine ganze Gruppe, eine Bevölkerungsgruppe auch diskreditiert und man kann sich also wirklich über Krankheiten politisch oder auch gesellschaftlich entzweien. Das finde ich schon unglaublich.

29:39 Das ist eine Krankheit. Das ist jetzt nicht irgendetwas quasi von Menschen gemacht, sondern es ist einfach eine Krankheit, die da besteht. Und da muss man versuchen, davon diese Krankheit zu heilen oder dass man das gar nicht erst bekommt. Absolut. Und es sind Menschen gestorben. Es sind Menschen gestorben. Und ich glaube, diese Gräben sind so aufgerissen, weil die Zeit war natürlich auch jetzt von der politischen Kultur, sage ich jetzt mal so richtig unSchweizerisch. Oder dass per Notrecht entschieden wird. Und es war ja noch symptomatisch. Anfänglich war das Vertrauen ja auch noch da. Wenn man sich die Zahlen anschaut in Umfragen, Institutionen wie Medien, Bundesrat, das BAG natürlich.

30:24 Also wirklich auf Top Werten. Die Gräben sind erst aufgerissen, als sich die Situation normalisiert hatte. Und ich glaube, wo der Ausnahmezustand zu einem Dauerzustand wurde, da hat es. Weil das interessant. War am. Anfang, weil uns Medien ja oft auch vorgeworfen wird, wir hätten zu wenig kritisch berichtet. Aber am Anfang weiß ich, die Leute wollten überhaupt nichts Kritisches hören. Die wollten eine klare Botschaft haben vom Bundesamt, und die wollten nur ja nicht irgendwelche Einwände noch haben. Die wollten sich wirklich hinter diese Kampagne und hinter das Bundesamt stellen und das erst später. Sind dann so diese Dinge gekommen. Wir wollen mehr kritische Dinge, wir wollen auch die anderen hören und so.

31:06 Also am Anfang war man sehr treu, eigentlich, weil es eine Krise war. Man hat sich quasi hinter der Regierung versammelt, wie oft in Krisen, aber dann ist das irgendwie auseinandergebrochen. Man hat sich daran gewöhnt. Und dann ist etwas passiert. Also ich glaube, man darf es auch nicht überdramatisieren. Also wenn man sich auch die Umfragen dann danach anschaut. Heute ist es wahrscheinlich ein bisschen noch akzentuiert, da kann ich mir vorstellen. Aber die Vertrauenswerte waren dann irgendwann auf ein normal schweizerisches Niveau. Also das ist auch eine sehr kleine. 30 %, die vielleicht eher so Institutionen skeptisch sind. Das ist eine kleine Minderheit, die aber sehr laut auf den sozialen Medien immer rumbrüllt.

31:46 Ja, das war so eine schwierige Dann machst du, Du machst eben politische Kampagnen. Jetzt habe ich. Du machst auch politische Kampagnen im Ausland. Jetzt also in Deutschland, glaube ich. Ja, wir machen einen kleinen Wahlkampf in Deutschland. Eine Oberbürgermeisterwahl ist schon das zweite Mal, dass ich das mache. War mal in Stuttgart involviert. Und dann begleiten wir gerade auch noch die Sozialdemokraten. Die Die. SPÖ. Die SPÖ. Aber in Deutschland ist es. Auch ein SPD. SPD Wahlkampf, was schwierig ist. Oder die SPD ist in einem Formtief. Aber ich bin lieber auf der Herausforderer Seite wie in der Pole Position.

32:27 Da kann man Herausforderer. Ist das eine AfD oder ist es das? Das wissen wir noch nicht. Das wird sich noch zeigen. Ich wollte nur fragen Würdest du jetzt auch für die AfD eine Kampagne machen? Das würdest du eben nicht machen. Also ich. Die CDU schon, aber nicht. CDU. Ja, natürlich. Also für mich geht alles was in ein Mitte Spektrum ist. Jetzt kann man auch einwenden Ja, ist das nicht ein bisschen agnostisch in der Schweiz für die FDP oder mit ihm auf die Linke? Aber ich finde auch Gesellschaften mit einer schwachen Sozialdemokratie finde ich nicht die besseren Gesellschaften. Also es ist für mich auch immer eine Frage der Konstellation. Und in einer Demokratie leben wir auch in einem System, wo alle so ein bisschen ihren Punkt haben.

33:10 Du machst ja jetzt auch für die SPÖ die sozialdemokratische in Österreich. Und die ist auch so schwach dran wie die SPD in Deutschland. Wenn du das jetzt ich nehme an, das musst du auch ein bisschen analysieren, bevor du die Kampagne machst. Was ist denn die Analyse? Warum sind die sozialdemokratischen Parteien derart schwach, obwohl wir doch in einer Zeit sind, wo die Einkommensunterschiede Vermögensunterschiede steigen, wo man eigentlich denken würde, da ist das sind viele Themen, sehr sozialdemokratische Themen rum. Und trotzdem kommt die SPD und die SPÖ nicht aus dem Tief raus. Was ist denn da los? Ja, das ist natürlich eine ganz große Frage. Und ich fürchte, die Schwäche der Sozialdemokraten hat sich wahrscheinlich über die Karten so abgezeichnet. Aufgebaut.

33:54 Oder so mit diesem berühmten dritten Weg, wo man ein bisschen liberale Konzepte mit Sozialdemokratie. Gerhard Schröder. Braucht. Tony Blair, Tony Blair. Genau. Also, das sehe ich so ein bisschen, ich weiß es nicht. Aber ich kann mir vorstellen, dass es ursächlich ist, dass man sich so von den fundamentalen Prinzipien verabschiedet hat und so diese aber angestammte Klientel. Einfach ein bisschen mehr in die Mitte gegangen, weil alle immer sagen, die Wahlen werden in der Mitte gewonnen. Also sind Sozialdemokraten mitgegangen, außer die Schweizer Sozialdemokraten, die eher links die Linke sind. Mit Erfolg. Weil die Mitte ja eigentlich schon ziemlich besetzt ist. Eben eben ist jetzt das Erfolgsmodell, noch linker zu werden. Und die anderen sagen ja, ihr müsst wieder mehr in die Mitte gehen, ihr müsst die Mitte der Gesellschaft abholen, die anderen auch ein bisschen links bleiben, dann noch linker werden. Was ist jetzt das Rezept?

34:41 Ja, es ist die Balance, oder? Weil Positionierung ist immer gut. Positionierung heißt immer Abgrenzung. Hut als Werber. Ich suche immer die Unterschiede, oder Das war auch beim Präsidium der Fall, wo wir wirklich die Abgrenzung zu seinem Konkurrenten gesucht haben. Aber Positionierung ist immer Klarheit, aber geht auch immer in Richtung Polarisierung. Und da muss man die richtige. Balance. Finden. Wie würdest du denn jetzt die Kampagne sehen? In Bezug auf die 10 Millionen Schweizer haben wir jetzt gerade hinter uns. Ich hatte gerade gestern ein Gespräch mit der SVP, wo ich gefragt habe Hättet ihr nicht. Die Kampagne am Schluss war ein bisschen aggressiver als am Anfang.

35:26 Hättet ihr, hättet ihr nicht vielleicht auf das verzichten müssen? Da haben sie gesagt. Also unsere Kampagne war schon sehr zahm. Früher hatten wir Messerstecher. Heute haben wir einfach Hochhäuser gezeigt. Also war es in Ihren Augen eine relativ zahme Kampagne. Wie würdest du denn die Kampagne unterstützen, was die SVP sagt. Also man muss auch sagen, nein. Kampagnen sind immer einfacher als ja Kampagnen, weil rein handwerklich geht es bei Nein ja immer darum, auf ein Risiko einer Vorlage hinzuweisen. Das heißt, visuell kann man da auch ein bisschen dramatisch sein. Und eine Ja, Kampagne ist ja affirmativ, also man ist für etwas. Also das heißt rein psychologisch.

36:08 Eine Text Bild Schere sollte man vermeiden. Und ich habe da schon auch festgestellt, dass die SVP glaube ich, gelernt hat aus der Vergangenheit. Ich habe das auch bei der empfunden. Das war so eine Art Vernunftkommunikation. Also nicht mit diesem Messerstecher und den schwarzen Schafen etc. Und die Gegenseite hat interessanterweise das Gegenteil gemacht. Die haben Chaos, das Chaos bricht aus, obwohl es natürlich nicht ausgebrochen wäre. Also es ist schon sehr überzogen gewesen, auch ein bisschen, aber die haben daraus gelernt. Man muss das sehr aggressiv Ja, genau. Und ich glaube, also man sagt ja so in der Nachlese, dass das Resultat eindeutig war.

36:52 Ich finde, wie viel war es? Nein, 55, Das ist schon schon klar. Jetzt war schon sehr klar, weil die die Umfragen waren. Ja. Aber das bedeutet ja immer, dass 45 eigentlich dafür sind, und das finde ich eine relativ große Minderheit. Ist eine große Minderheit. Man denkt, dass die SVP auf 30 % jetzt kommt und 15 % dazugewonnen hat, zum Beispiel sehr stark auch durch FDP Wähler oder auch durch die Mitte Wähler. Also die haben über ihren angestammten Kreis hinaus ziemlich viele gefunden, weil offensichtlich haben sie etwas beschäftigt. Und was ich glaube. Sie haben in der Kampagne haben sie es geschafft, empathisch, so ein Gefühl, das alle kennen, so zu wecken, oder?

37:36 Und was für einem Effekt geführt hat, wo die Leute dachten ja irgendwie, die haben schon irgendwie so ein bisschen recht, das kann ich mir vorstellen. Jetzt kommt ja dann die nächste Kampagne, die Europakampagne in zwei Jahren. Würdest du da auch einen Auftrag annehmen? Und da wärst du eher auf der Befürworter sagen für die Verträge, für Europa. Genau, für natürlich, für Europa. Also da kommt dann vielleicht, da kommt. Man. Ja auch da wie, wie kommuniziert man das? Gut. Das wäre jetzt eine Ferndiagnose. Wollen wir das? Wollen wir das lassen? Und dann wollen wir schauen, ob du diesen Auftrag bekommst. Dann sehen wir dich dann vielleicht wieder. Vielleicht noch zu den Sozialdemokraten. Noch mal Österreich.

38:18 Du hast da, glaube ich, der Slogan heißt Ordnen statt spalten. Weshalb das? Was heißt ordnen, Was müssen Ja, das ist auch natürlich der Versuch, sich gegen Rechts abzugrenzen. So diese Idee von, dass die rechtspopulistisch geprägten Parteien natürlich auf Themen hinweisen, die sie aber selber nicht lösen können, also keine Verantwortung übernehmen. Und wir haben versucht, so unter diesem Satz etwas zu finden, wo man verschiedene Themen adressieren kann, zum Beispiel auch Migration. Das heißt, wir müssen die Migration irgendwie ordnen oder in den Griff bekommen. Aber nicht einfach die ganze Gesellschaft zu spalten. Weshalb überhaupt dieser Aufstieg des Rechtspopulismus in Deutschland.

39:04 In Österreich auch. Woher kommt das? Ist es die Verunsicherung der Welt, dass alle verunsichert sind mit den Themen? Ist das die Rückkehr von gewissen Themen? Ja, also die Frage beschäftigt mich natürlich auch sehr. Ich glaube, das hat auch möglicherweise mit dieser Schwächung der Sozialdemokratie auch zu tun. Also das Versprechen, dass wir schauen für die einfachen Leute, was der Rechtspopulismus macht, mit relativ einfachen Unverfänglichen Rezepten. Und ich glaube, es gibt halt viele Menschen, die mit der Globalisierung nicht klarkommen. Also dieses Aufstiegsversprechen gilt eben nicht mehr. Die Sozialdemokraten hatten eigentlich immer ganz klar Es wird besser für eure Kinder, es wird besser.

39:49 Und es wird eben unter Die Kinder haben das Gefühl, wir werden weniger haben als die Eltern. Und dieses, diese Aufsteigerthematik ist hier irgendwie weg, oder? Ja, genau. Und mit einfachen Rezepten lösen natürlich die Rechtskonservativen das Versprechen scheinbar ein in ihren Parolen. Aber das ist eine ganz langfristige Entwicklung, die sich da abgezeichnet hat. Also das war ja nicht etwas, was von heute auf morgen einfach so passiert ist, sondern das ist wie eine, ja eine gesellschaftliche Tiefenströmung, die jetzt wirklich so richtig zum Vorschein. Also da hast du dir wirklich schwierige Mandate ausgesucht, um die SPD da wieder auf Vordermann zu bringen oder die SPÖ.

40:31 Also das wird nicht einfach werden, von daher. Und es sind ja auch andere Länder. Kann man als Schweizer überhaupt Österreicher ticken? Ja, man eine Kampagne macht man immer zusammen. Das ist immer eine eine Frage einer Teamarbeit mit dem Kunden oder mit dem Klienten zusammen. Natürlich haben wir das Know how, das lokale Know how nicht. Es ist auch eine andere politische Kultur, die wir so ein bisschen kennenlernen. Aber Kommunikation hat schon auch etwas Universelles. Und ich glaube, die Kunst liegt darin, genau zu beobachten, eine richtige Schlussfolgerung zu treffen, eine präzise Analyse Problem zu lösen. Jetzt haben wir noch gar nicht über die sozialen Medien gesprochen.

41:19 Wir haben nicht mehr viel Zeit, aber trotzdem noch ein Wort zu den sozialen Medien. Denn früher konnte man mit Werbung, auch mit Kommunikation über die normalen Medien ganz klar gerade Messages verbreiten. Und heute kann man das eigentlich gar nicht mehr, weil gewisse Themen sofort unterlaufen werden durch Social Media, durch Shitstorms. Und so kann man heute eigentlich noch eine klare Kampagne führen. In Zeiten von Social Social Media? Ja, es fehlt natürlich der gemeinsame Boden der Öffentlichkeit, hat sich fragmentiert. Die Algorithmen haben ihre eigene Logik. Das ist natürlich eine große Herausforderung. Und auch hier versuchen wir, so ein bisschen zu antizipieren, was auf Social Media läuft und zum Beispiel so.

42:02 Uns solche Formate anzueignen, die populär sind. Also überlegt euch schon vorher, bevor die Kampagne um was könnte alles so auftauchen? Und dann überlegt euch schon dagegen. Genau. Oder wie man überhaupt eine Botschaft über Social Media vermittelt. Ja. Also das heißt, es ist gar nicht so schwierig. Von daher, weil ich habe jetzt in einem jemand gehört, auch ein Kommunikationsexperte, der gesagt hat, wenn man immer sagt, die AfD macht so eine gute Social Media Kampagne. Der hat gesagt, die sind einfach irgendeiner ihrer Politiker etwas herausgibt, die das sofort dann in den sozialen Medien hochLoben und und sofort dann auch zum Thema machen. Und wenn man das nicht sofort macht, dann ist es schon wieder verschwunden.

42:45 Und die anderen, die Mitte Parteien machen das einfach nicht und es ist gar nicht so schwierig. Es ist eigentlich einfach, wenn man es konsequent macht. Würdest du das auch so sehen? Ja, das würde ich auch so unterschreiben. Es ist auch hier eine Logistikfrage. Oder man braucht Leute, die das Vorbereiten befeuern. Da. Ich frage mich, die Leute gehen immer noch Plakatkampagnen kleben. Wäre es nicht viel besser, sie würden auf den sozialen Medien ihre Parteien unterstützen, Dort permanent gerade die jungen Leute oder auch auch Plakate. Das können ja vielleicht die Eltern machen, aber die Jungen sollten doch dann ihre Partei auch auf den sozialen Medien einfach anfeuern. Wir haben das bei den Linken gesehen. Eine reine Kasse, glaube ich. Die die Chefin, die Fraktionschefin der Linken, die hat mit. Mit ihrem Social Media Account ist die total populär geworden.

43:31 Ich habe kürzlich hat jemand gesagt, die Frau kann nicht drei Minuten in einer Diskussion irgendeine Diskussion halten, weil sie keine Fakten nicht weiß. Bei Markus Lanz war sie hat die Fakten nicht gewusst, hat, hat gesagt Ich habe Kopfweh. Aber über Tiktok und über die sozialen Medien mit diesem kurzen Ding, da funktioniert das. Also man kann das schon gut steuern, wenn man, wenn man sich einfach die Mechanismen genau überlegt. Und da sieht man auch bei der AfD auf Tiktok. Sie machen Tanzvideos, also die fügen sich da so in die Lebenswelt dieser Audience ein. Und die politischen Botschaften kommen da ganz subkutan. Aber ich kann Ihnen. Verstehen, dass ein Bundesrat, der keine Tanzvideos machen will. Das verstehe ich auch. Gut.

44:13 Jetzt zum Schluss noch fünf Sätze zum Ergänzen für dich. Um das noch mal zusammenzufassen Gute Kommunikation heißt für mich. Zustimmung zu organisieren. Ein Werbespot ist dann gut, wenn er überrascht. Meine Lieblingssendung am Fernsehen ist. Die Arena. Okay, jetzt schaust du immer so, da kann man Argumente lernen. Dann für die Kampagne. Für mich ist es keine TV Sendung. Für mich ist es ein Podcast am Samstagmorgen. Okay, beim Bügeln, beim Bügeln. Genau. Der letzte Film, den ich gesehen Bist du ein Filmfan? Nein. Gar nicht. Ich weiß es nicht. Ich kann mich auch an Filme nicht so erinnern.

44:54 Länger her. Meine Sommerferien verbringe ich in. In Spanien und Südfrankreich. Sehr schön. Dann wünschen wir dir natürlich schöne Sommerferien. Gute Erholung für die nächsten Kampagnen, damit du Energie tankst. Vielen Dank, dass du hier bei uns warst. Schön, dass du da warst. David Scherer Das war der Konsumcast. Das ist eine Gemeinschaftsproduktion des Gesellschaft. Uns gibt es überall dort, wo es Podcasts gibt. Also auf Spotify, Apple usw und natürlich auch als Video auf YouTube. Würde mich freuen, wenn sie uns liken oder auch abonnieren. Vielen Dank fürs Zuhören und Zuschauen, je nachdem. Am Mikrofon war Reto Produzent Christoph Soltmannowski.

45:35 Ich wünsche allen einen wunderbaren Sommer. Bis zum nächsten Mal!