Pia Guggenbühl, Direktorin Verlegerverband Schweizer Medien | #42
Sie ist eine wichtige Frau in der Schweizer Medienbranche, denn sie führt den Verlegerverband Schweizer Medien: Pia Guggenbühl. Gleichzeitig ist sie aber auch in der Politik tätig, als Finanzvorsteherin der Gemeinde Küsnacht am Zürichsee. Früher war sie in der PR-Branche tätig unter anderem für die FDP, heute beschäftigt sie sich mit der Zukunft der Schweizer Privatmedien. Und die sieht eher düster aus. Ringer-Chef Marc Walder prophezeit, dass in der digitalen Welt gerade mal drei Marken überleben werden: Blick, 20 Minuten und NZZ, dazu die gebührenfinanzierte SRG. Was sagt Pia Guggenbühl dazu? Braucht es eine verstärke staatliche Medienförderung? Wie könnte diese aussehen? Und was passiert eigentlich, wenn wir alle Informationen von KI-Agenten erstellen lassen? Wer geht dann noch auf die Online-Seiten von klassischen Medien?
Pia Guggenbühl im #comsumcast des Zürcher Pressevereins (ZPV) und der Zürcher PR-Gesellschaft (ZPRG) . Das Gespräch führt Reto Lipp. Produzent ist Christoph Soltmannowski, castalavista.com
00:00:00,080 --> 00:00:33,309 [Reto Lipp]
[Musik spielt] Herzlich willkommen. Ich begrüße Sie zum Konsumcast vom Zürcher Presseverein und der Zürcher PR-Gesellschaft. Am Mikrofon ist Reto Lipp, am Produzenten-Desk Christoph Soltmannowski. Wir sprechen hier immer mit Persönlichkeiten aus der Medienbranche, der PR, Kommunikation und Werbung. Und heute freue ich mich auf eine Frau, die enorm wichtig ist in den Medien. Sie ist nämlich die Chefin des Verbands Schweizer Medien. Das ist also der Verband der privaten Medien in der Schweiz. Herzlich willkommen, Pia Guggenbühl
00:00:33,309 --> 00:00:36,240 [Pia Guggenbühl]
Danke vielmals, Reto Lipp. Es freut mich enorm, hier zu sein.
00:00:33,309 --> 00:00:33,809 [Reto Lipp]
00:00:36,240 --> 00:00:45,260 [Reto Lipp]
Wenn ich deinen Lebenslauf so anschaue, dann hast du ja Politik- und Kommunikationswissenschaften studiert und warst dann in der PR auch tätig. Was hast du dort gem8?
00:00:45,260 --> 00:00:57,370 [Pia Guggenbühl]
Ich war in der PR und auch journalistisch tätig. Äh, ich habe einerseits vor allem so Hochschulmedien gem8, Radio, TV und auch eine Zeitung, äh, geleitet, 10 Ausgaben pro Jahr. Bastien Girod
00:00:57,680 --> 00:00:59,020 [Pia Guggenbühl]
war einer meiner Redakteure.
00:00:59,020 --> 00:00:59,940 [Reto Lipp]
Okay.
00:00:59,940 --> 00:01:09,080 [Pia Guggenbühl]
Lustig, auch da schon die politischen Diskussionen natürlich. Und dann habe ich dann aber den Weg in der PR und im Public Affairs, in der politischen Kommunikation gem8.
00:01:09,080 --> 00:01:13,539 [Reto Lipp]
Politische Kommunikation, das ist, äh, bei der FDP auch gewesen?
00:01:13,540 --> 00:01:20,160 [Pia Guggenbühl]
Genau, ich war Kommunikationschefin. Das war die Zeit mit Philipp Müller, eine sehr spannende Zeit. Migrationspolitik war ein großes Thema.
00:01:20,160 --> 00:01:22,020 [Reto Lipp]
Schon damals ein Riesenthema.
00:01:22,020 --> 00:01:28,620 [Pia Guggenbühl]
Genau. Und, äh, ich denke, hart, aber fair als Position der FDP ist bis heute, ja, ist ein Thema.
00:01:28,620 --> 00:01:31,620 [Reto Lipp]
Hart, aber fair, ist der Slogan, den du erfunden hast? Kann man das sagen?
00:01:31,620 --> 00:01:32,660 [Pia Guggenbühl]
Nein, das ist nicht so.
00:01:32,660 --> 00:01:39,679 [Reto Lipp]
Okay, aber das war der, der große Slogan. Jetzt haben wir in der letzten Folge interessanterweise oder zufälligerweise ja David Schärer hier gehabt-
00:01:39,680 --> 00:01:40,170 [Pia Guggenbühl]
Genau.
00:01:40,170 --> 00:01:50,750 [Reto Lipp]
-der, äh, ja Kampagnen m8, äh, zum Teil jetzt eben auch für die FDP, hat das bei dem Stadter-, Stadtpräsidentschaftswahlen in der Stadt Zürich gem8 für den FDP-Kandidaten. Jetzt-
00:01:50,750 --> 00:01:52,080 [Pia Guggenbühl]
Dominik Masteli, kenne ich auch.
00:01:52,080 --> 00:01:52,600 [Reto Lipp]
Genau.
00:01:52,600 --> 00:01:53,300 [Pia Guggenbühl]
Schätze ich sehr.
00:01:53,300 --> 00:02:09,220 [Reto Lipp]
Ist dann aber nicht gewählt worden, aber trotzdem eine aufsehenerregende Kampagne. Und jetzt m8 er Werbung für die FDP Schweiz für die Nationalwahl im nächsten Jahr. Das wäre doch jetzt auch eine Aufgabe gewesen für dich. Hätte es nicht dich gereizt, das zu machen oder mit Schärer zusammen, das Duo?
00:02:09,220 --> 00:02:44,940 [Pia Guggenbühl]
Gut, jetzt habe ich einen, noch ein, noch einen etwas anderen Weg gem8. Jetzt bin ich seit anderthalb Jahren Direktorin des Verlegerverbands Schweizer Medien und darf, äh, wirklich sehr spannende Unternehmen wie Ringier, TX Group, CA Media und die NZZ, aber auch rund 60 kleine Verlage in der Schweiz vertreten. Und, äh, ich glaube, für jemand, der einerseits das studiert hat, äh, Publizistikwissenschaft im Nebenfach und andererseits, äh, auch in diesem Bereich gearbeitet hat, für mich ist die Medienvielfalt, äh, und die Stärke, ja, dieser 4n Gewalt ist für mich ganz zentral.
00:02:44,940 --> 00:03:08,740 [Reto Lipp]
Das ist dein Thema. Da werden wir gleich darüber sprechen. Aber doch noch mal zurück zur Politik, weil du bist ja eigentlich Politikerin. Du bist, äh, Gemeinderätin, also auf der kommunalen Ebene, äh, in einer Gemeinde, eine reiche Gemeinde am Zürichsee. Es ist Küsn8 natürlich. Also du bist dort sogar Finanzvorstand. Äh, was interessiert dich da an den Zahlen der Gemeinde und so? Weshalb machst du das?
00:03:08,740 --> 00:03:17,920 [Pia Guggenbühl]
Also ich bin, ich komme aus sehr, aus einem sehr politischen Haushalt, äh, aber auch aus einem Kommunikationshaushalt. Meine beiden Eltern waren in dem PR und im Journalismus.
00:03:17,920 --> 00:03:19,500 [Reto Lipp]
Und auch der FDP auch?
00:03:19,500 --> 00:03:56,720 [Pia Guggenbühl]
Äh, politisch etwas anders getaktet. Das hat mich geprägt, aber meine Mutter, die eigentlich aus einem sehr bürgerlichen Haushalt kam und das, ich glaube, was wir immer da hatten, ist eine sehr differenzierte Politikdiskussion, sehr früh, sehr jung. und das hat mich geprägt, diese, ich glaube, wirklich diese so intrinsische Motivation, dieses innerliche Bedürfnis, einen gesellschaftlichen Beitrag, äh, zu leisten. Ich sage, unsere Zeit hier auf Erden ist beschränkt,, und, und man stellt sich die Frage: Wie kann ich diese Zeit am besten nutzen? Äh, für mich war es sehr früh auch dieser persönliche Entscheid in der Politik. Ja.
00:03:56,720 --> 00:04:15,540 [Reto Lipp]
Also Politik ist etwas, was dich prägt und, äh, da kann man sich ja vorstellen, normalerweise geht so die Ochsentour. Man wird mal Gemeinderätin und dann wird man Kantonsrätin oder Regierungsrätin und Nationalrätin, Ständerätin. Ist das etwas, was du dir vorstellen könntest, so als nächste Stufe dann Kantonsrätin?
00:04:15,540 --> 00:04:47,930 [Pia Guggenbühl]
Gut, ich habe schon mal kandidiert vor 4 Jahren. Ich habe auch in der Stadt Zürich schon mal kandidiert. , ich bin zwar in Küsnacht daheim, aber ich habe auch stadtzüricherische Wurzeln. Ich bin in der Stadt Zürich,, aufgewachsen, im Kreis 3, und da habe ich auch schon für den Gemeinderat und den Kantonsrat, äh, kandidiert. Von daher, ja, ich mache es dir nicht ganz einfach. Ich sage heute nicht, ja, das würde ich machen oder, oder das. Ich fühle mich wohl mit dem, was ich heute mache, mit dem Gemeinderat. Diese Arbeit gefällt mir sehr. Ich war zuerst Sozialvorsteherin, äh, und dann, , heute jetzt Finanzvorsteherin.
00:04:47,930 --> 00:04:48,920 [Reto Lipp]
Jetzt die Kasse.
00:04:48,920 --> 00:05:31,960 [Pia Guggenbühl]
Ja, und das, diese Aufgabe gefällt mir, weil ich sehe, wie beide Seiten oder auch als Sozialvorsteherin, dass man wirklich als Gesellschaft auch auf die Schwächsten natürlich, sich auch in der Gesellschaft auch durch den Umgang auch mit den Schwächsten definiert einerseits. Und andererseits aber auch ein sorgsamer Umgang mit den Finanzen. Und ich glaube, ich habe hier wie auch mit meinem Background in der nationalen Politik so eine gute Gesamtsicht. Aber ja, mir gefällt beides. Mir gefällt die Exekutive. Ich finde auch das Parlamentarische spannend. Ich habe das auch in Bern erlebt in einer Fraktion und von daher, ich sage es mal so: Politisch bin ich sehr offen, aber mein Fokus aktuell ist auf dem, was ich mache.
00:05:31,960 --> 00:05:35,520 [Reto Lipp]
Es braucht Frauen in der Politik natürlich, auch auf verschiedenen Ebenen.
00:05:35,520 --> 00:05:36,200 [Pia Guggenbühl]
Genau.
00:05:36,200 --> 00:05:46,020 [Reto Lipp]
Die FDP ist jetzt nicht gerade so auf dem Höhepunkt, äh, der Karriere. Äh, am Zürichsee schon noch, so in den Gemeinden am Zürichsee sehr stark, aber sonst, ähm, schwierig.
00:05:46,020 --> 00:05:55,000 [Pia Guggenbühl]
Ich darf persönlich sagen, oder, ich, ich fand es schade, dass die FDP nicht eine Frau, äh, als 2 Kandidatin, äh, gebracht hat.
00:05:55,000 --> 00:05:56,020 [Reto Lipp]
Für den Regierungsrat jetzt?
00:05:56,020 --> 00:06:10,740 [Pia Guggenbühl]
Ja, für den Regierungsrat, aber ich denke, wir haben zwei sehr gute Kandidaten. Für mich am Schluss ganz persönlich, auch als ehemalige Vizepräsidentin der FDP Frauen Kanton Zürich, für mich zählt am Schluss die Kompetenz, oder, und die Persönlichkeit. Und Regierungsratswahlen sind Persönlichkeitswahlen.
00:06:10,740 --> 00:06:18,132 [Reto Lipp]
Genau, aber wieso ist eigentlich ... Deiner Meinung nach, der Liberalismus ist jetzt im Moment nicht wirklich so stark,
00:06:19,412 --> 00:06:39,512 [Reto Lipp]
obwohl gerade die FDP war ja quasi die Gründerin des Schweizer Bundesstaates. Weshalb sind so liberale Ideen im Moment nicht sehr populär? Man spricht ja von diesen illiberalen Demokratien und diesen illiberalen Entwicklungen. Weshalb hat der Liberalismus, findet wenig Anklang im Moment? Weshalb ist das so?
00:06:39,512 --> 00:06:59,012 [Pia Guggenbühl]
Ich glaube, einerseits ist vielleicht etwas eine Zeit der, ich sage, Bad News, die sich jeden Tag abwechseln, oder? Daraus auch vielleicht eine gewisse Politikverdrossenheit und auch vielleicht eine Reizüberflutung. In dieser gemengen Lage
00:07:00,512 --> 00:07:38,712 [Pia Guggenbühl]
sind vielleicht dann sehr einfache Positionen einfacher zu vermitteln. Sind ja auch einfach. Und ich sage, vielleicht etwas differenziertere Positionen, wie ich sie sagen würde, meine Partei hat, die liberale Partei, das ist manchmal etwas schwierig. Und gleichzeitig sehe ich auch ein Riesenpotenzial für den Liberalismus, weil ich glaube, gleichzeitig auch viele Menschen heute, auch in der Schweiz, etwas genug haben von diesen Extrempositionen, von Polarisierung, von Populismus und man sich wieder mehr nach dem konstruktiven Dialog sehnt.
00:07:38,712 --> 00:07:58,512 [Reto Lipp]
Und Freiheit wäre ja eigentlich eine Message, die doch eigentlich populär sein sollte, weil man hat manchmal das Gefühl, wir sind eingeschränkt und wir werden von Regeln umgeben. Das weißt du ja auch als Vorständin. Welchen Beitrag gibt es so? Mehr Freiheit, das wäre doch eigentlich ein Slogan, der durchaus Anklang finden könnte.
00:07:58,512 --> 00:08:32,812 [Pia Guggenbühl]
Ist auch. Das ist und war ja auch immer die Position der FDP: mehr Freiheit. Aber es war einfach nicht nur mehr Freiheit, sondern es heisst mehr Freiheit und Verantwortung, oder? Also das eine tun, das andere nicht lassen. Freiheit per se, das funktioniert nicht, sondern die Eigenverantwortung muss auch spielen und sie muss spielen können. Deshalb bin ich von meinen Positionen her grundsätzlich für starke Anreize, weniger für Verbote. Aber ja, wir werden sicher auch noch über das sprechen in gewissen Bereichen. Ja, man kommt nicht darum herum, dass der Staat halt auch unterstützt.
00:08:32,812 --> 00:09:16,632 [Reto Lipp]
Das ist bei den Medien unter Umständen der Fall. Da können wir gleich zu der Medienpolitik gehen. Vielleicht noch zum Anfang das Votum von Marc Walde, der Chef des Ringier Verlags, hat ja so kürzlich eine sehr pessimistische Voraussage gem8 für die Schweizer Zeitungen, die Schweizer Medien. Er hat gesagt, in der digitalen Welt werden nur noch 3 Marken ökonomisch überleben: 20 Minuten, Blick und NZZ und dann natürlich noch SRF dank den Gebühren und die anderen werden verschwinden. Das hat zu sehr viel Wirbel geführt. Natürlich nehme ich an, auch bei deinen Mitgliedern, den kleineren, die da gar nicht einverstanden sind. Was sagst du dazu? Was ist dein Kommentar dazu? Nur noch 3 große Marken in der digitalen Welt.
00:09:16,632 --> 00:09:30,922 [Pia Guggenbühl]
Jetzt habe ich gerade meine Notizen gesucht, weil ich habe natürlich das, was Marc Walde gesagt hat, sehr aufmerksam beob8 und auch diesen jüngsten NZZ-Podcast mit ihm gehört. Den würde ich wirklich allen Zuhörern
00:09:31,952 --> 00:09:32,772 [Pia Guggenbühl]
empfehlen.
00:09:32,772 --> 00:09:34,152 [Reto Lipp]
Zuerst hören und dann gleich mitdiskutieren. [l8]
00:09:34,152 --> 00:09:36,672 [Pia Guggenbühl]
Einverstanden. Da bin ich total bei dir.
00:09:37,892 --> 00:10:43,052 [Pia Guggenbühl]
Ja, ich glaube, was Marc gesagt hat, im Grundsatz, ist nicht so falsch, aber ich bin nicht so pessimistisch, sondern was ich sagen kann, was wir tun werden seitens des Verbands und auch, was hoffentlich die Politik will – und das sehe ich immer wieder auch im Austausch mit verschiedenen Stakeholdern, mit verschiedenen Interessengruppierungen – ist, dass wir nicht dahin kommen. Wir wollen nicht diese Monopolisierung oder ich sage irgendwie, ein, 2, 3 große Player und that's that, sondern wir wollen eben die Medienvielfalt. Die Schweiz als direktdemokratisches System, der Föderalismus und diese Nähe bei den Bürgerinnen und Bürger erachte ich als ganz zentral. Und hier braucht es auch eine Breite von Medien und wir werden sicher alles dafür tun. Und deshalb, ich sage es jetzt auch hier, die Medienförderung muss auch mit Blick gerade auf diese vielen kleinen Verlage entsprechend Wirkung entfalten für die Zukunft.
00:10:43,052 --> 00:10:52,402 [Reto Lipp]
Ich habe noch eine Zahl oder 2 Zahlen, die Marc Walde auch in den Raum gestellt hat, die schon dramatisch schön. Also 2010 war der Print-Werbemarkt in der Schweiz noch 3 Milliarden
00:10:53,872 --> 00:11:10,492 [Reto Lipp]
und heute sind es 650 Millionen. Das ist minus gigantische 78%. Wahrscheinlich sind wir jetzt schon bei minus 80%. Also 80% vom Umsatz bricht zusammen. Das ist schon dramatisch für eine Branche, die natürlich auch immer sehr stark von der Werbung gelebt hat.
00:11:10,492 --> 00:11:35,032 [Pia Guggenbühl]
Ja, der Werbemarkt, das ist ein Riesenproblem, aber wir haben gesagt, wir wollen nicht einfach jammern. Als ich vor anderthalb Jahren angetreten bin, hat das Präsidium gesagt, wir machen eine Werbemarktkampagne. Ich weiß nicht, ob du es gesehen hast. Glaubwürdigkeit wirkt besser. Wir haben eine Studie gemacht mit GFS Zürich, wo wir wirklich – und das sage ich heute auch allen Werbetreibenden, allen Unternehmen, die hoffentlich vielleicht zuhören –
00:11:36,452 --> 00:11:51,412 [Pia Guggenbühl]
Glaubwürdigkeit wirkt besser insofern, dass wir sehen, die Werbung im journalistischen Umfeld wird wahrgenommen professioneller, sie wird wahrgenommen sympathischer und es ist eine höhere Kaufbereitschaft da, weil die Werbung wird als glaubwürdiger wahrgenommen.
00:11:51,412 --> 00:11:53,642 [Reto Lipp]
Glaubwürdiger als jetzt Online-Werbung?
00:11:53,642 --> 00:12:25,603 [Pia Guggenbühl]
Genau, in Social Media. Ich sage, im Fake-News-Umfeld, wenn du rundherum KI-Slopes hast, wo du nicht mehr weißt, was ist jetzt echt und was ist nicht. Das ist einfach auch keine gute Einbettung für eine Marke. Für jemand wie ich, der auch in großen Unternehmen gearbeitet hat, Mars, PKW. Ja, man weiß das, oder? Das färbt. Diese Positionierung färbt auch auf die Marke ab. Wir haben das zusammen mit Jung von Matt und mit Dominik von Matt entwickelt. Das war wirklich eine tolle Zusammenarbeit. Ja, und ich hoffe, dass diese Argumente jetzt etwas auch verfangen im Markt.
00:12:25,604 --> 00:12:40,774 [Reto Lipp]
Das andere sind ja dann die Leserinnen und Leser. Die sind heute wichtiger geworden eigentlich, weil früher hat die Werbung vielleicht die Hälfte oder noch mehr des Inhalts bezahlt. Heute sind eigentlich die Leserinnen und Leser in Charge. Ich finde das eigentlich gar nicht so schlecht, weil ich früher immer ged8 habe, ja, die Werber
00:12:41,904 --> 00:13:01,144 [Reto Lipp]
versuchen sich natürlich auch in die Zeitung dann zu schleichen und so, aber jetzt bin ich als Leser in Charge. Die sollen jetzt das schreiben, was ich gerne lesen möchte. Ich will eine Zeitung haben, die eigentlich von den Lesern getragen wird. Aber wie sieht es denn mit der Zahlungsbereitschaft der Leserinnen und Leser aus? Weil ich weiß, ich bin ein Fossil. Ich lese irgendwie 5 Zeitungen am Tag.
00:13:02,944 --> 00:13:08,344 [Reto Lipp]
Normale Menschen machen das wahrscheinlich nicht. Wie sieht es mit der Zahlungsbereitschaft? Die ist eben auch nicht besonders hoch, oder?
00:13:09,804 --> 00:13:16,524 [Pia Guggenbühl]
Ja, die ist nicht so groß. Vor allem wir sehen, das wird auch ein Problem mit Blick auf eine nächste Generation.
00:13:17,603 --> 00:13:19,444 [Reto Lipp]
Also haben die noch ein Zeitungsabo?
00:13:19,444 --> 00:13:35,964 [Pia Guggenbühl]
Dabei – darf ich schnell den Satz fertig machen? Wahrscheinlich lesen die bei den Eltern wahrscheinlich das Abo. Ja, genau. Und ich sage, da fängt wahrscheinlich auch etwas das Problem an, wenn dann die Eltern, wenn auch keine Zeitung mehr auf dem Tisch ist, oder ich sage, die haben die App.
00:13:37,024 --> 00:14:22,024 [Pia Guggenbühl]
Und ich glaube, da muss man ansetzen, oder? Wir haben das Jahrbuch Qualität der Medien. Das kommt jetzt dann auch bald wieder im nächsten Herbst. Und wir haben Anfang dieses Jahres eine Mediennutzungsstudie 2035 publiziert, gemeinsam mit dem VÖG. Wir haben versucht, etwas in die Zukunft zu schauen. Und was man wirklich sieht mit Blick auf eine nächste Generation, ist, dass vorderhand, jetzt kommen dann die KI-Agents, aber diese Apps sind immer noch ganz zentral auf deinem iPhone, auf deinem iPad. Du hast das wahrscheinlich auch, oder? Die können dir auch Push-Nachrichten schicken. Und was uns gelingen muss, ist, dass wir dort landen, auch bei einer nächsten Generation. Von daher, ich sage, für mich der Kern auch der Zukunft,
00:14:23,444 --> 00:14:56,004 [Pia Guggenbühl]
ganz zentral, weil wir sehen, damit steigt die Kaufbereitschaft, also die Zahlungsbereitschaft, muss ich sagen, für ein Abo, ist, wenn Medienkompetenz bei Jungen, bei Jugendlichen vermittelt wird. Dazu gibt es verschiedene Studien und ich glaube, da müssen wir ansetzen. Aber ja, die Situation ist herausfordernd. Das ist so. Wir sehen vor allem auch Kleine, die noch nicht, ich sage jetzt, in diesem digitalen Bereich sind und gleichzeitig bleibt der Print aber auch wichtig. Jetzt fragst du, wieso?
00:14:56,004 --> 00:15:07,814 [Reto Lipp]
Ja, genau. Weil Print, das ist ein gutes Stichwort, weil es geistern ja da die Gerüchte herum, zum Beispiel, dass der Sonntagsblick nicht mehr im nächsten Jahr als Printausgabe herauskommt oder vielleicht einfach als Samstagsausgabe.
00:15:07,814 --> 00:15:10,544 [Pia Guggenbühl]
Ich muss dich enttäuschen. Ich habe auch keinen Primer. Ich weiß es auch nicht.
00:15:10,544 --> 00:15:12,824 [Reto Lipp]
Okay, du weißt es auch nicht, aber du schon die Idee.
00:15:12,824 --> 00:15:34,904 [Pia Guggenbühl]
Aber gerade hat jemand in diesem Mittwoch gesagt: „Ringier wird kommunizieren, wenn sie so weit sind und es wird immer noch etwas geben.“ Das habe ich gehört. Was ich sagen kann mit Blick auf meine Mitglieder und vor allem auch mit Blick auf die Politik, ganz zentral: Wenn du siehst, Abstimmungen, die Vox-Nachwahlbefragung zeigen 2 Quellen. Die sind? Weißt du es?
00:15:34,904 --> 00:15:37,064 [Reto Lipp]
Also die Printmedien natürlich
00:15:38,284 --> 00:15:40,144 [Reto Lipp]
und SRF.
00:15:40,144 --> 00:16:03,724 [Pia Guggenbühl]
Also ich sage es dir: An 1r und 2r Stelle sind jedes Mal, also die Studien jetzt zumindest, die ich gelesen habe, wechseln sich ab das Abstimmungsbüchlein und Artikel in gedruckten Publikationen. Gedruckten Publikationen. Das heißt, dies bleibt zentral. Nachher hinten heraus kommen all die an, kommt SRF et cetera. Also ist auch sicher auch wichtig, aber das sind die ersten.
00:16:03,724 --> 00:16:16,664 [Reto Lipp]
Und das ist ja das Zentrale, dass die Medien in einer direkten Demokratie wahnsinnig wichtig sind. Also wir gehen ja viermal im Jahr zur Urne bei ganz wichtigen Dingen und da muss man informiert sein und das können eigentlich wirklich nur
00:16:17,684 --> 00:17:00,764 [Reto Lipp]
die klassischen Medien so liefern, weil was eben, du hast es vorhin gesagt, gibt es so viele Fake News und dann gibt es ja auch noch diese hybriden Attacken von irgendwelchen fremden Mächten, die versuchen, sich in Abstimmungen einzumischen, wo man nicht mehr weiß, was ist jetzt eigentlich wahr und was ist nicht wahr. Und die künstliche Intelligenz hilft da auch nicht gerade, wenn man nicht weiß, was ist eigentlich noch echt. Also das heißt, die Zeitungen sind wahnsinnig wichtig und sollen das auch bleiben. Aber was machen wir jetzt, wenn wir sehen, dass die Zeitungen sich zum Teil einfach nicht mehr finanzieren können, dass die Redaktionen natürlich abgebaut werden, verkleinert werden, was die Qualität auch nicht gerade besser macht. Überall wird gespart, gespart, gespart. Man hat eigentlich nur noch das Thema Sparen
00:17:02,204 --> 00:17:14,004 [Reto Lipp]
auf der Front und das ist jetzt nicht so besonders attraktiv, auch für junge Talente anzuziehen. Eine Branche, die einfach sagt, wir bauen einfach immer ab, ist nicht attraktiv für junge Menschen, um dort einen Job zu finden.
00:17:14,004 --> 00:17:16,764 [Pia Guggenbühl]
Okay, jetzt bist du mir fast so pessimistisch wie Marc Walder.
00:17:18,304 --> 00:18:29,964 [Pia Guggenbühl]
So sehe ich die Medienbranche nicht. Wir haben wirklich einen intensiven Austausch. Wir versuchen wirklich auch, unsere Mitglieder zu befähigen. Also die sind selber natürlich fähig, aber ich sage Weiterbildung. Wir haben dieses Medieninstitut, wo wir Lokalmedientagung organisieren, wo wir die Trendtagung Fach- und Spezialmedien organisieren. Und da erlebe ich schon auch, was sind Rezepte, die funktionieren, dieser Austausch innerhalb der Branche und darauf bauen wir auf. Für mich war es wichtig zu wissen, wo drückt der Puls bei meinen Mitgliedern? Deshalb haben wir Anfang dieses Jahres eine Mitgliederumfrage gemacht und dort sieht man einfach auch, Top-Thema Nummer eins, das sind die politischen Rahmenbedingungen. Da will man, dass der Verband sich engagiert und das machen wir auch. Und konkret kann ich dir sagen, dass das Leistungsschutzrecht, mein Vorgänger Marc Walder hat auch das erwähnt, rund 15 Jahre Bemühungen dafür. Das hat man jetzt in der Schweiz, oder ich sage, die Politik hat jetzt gesagt, da stellen wir etwas zurück. Also das Leistungsschutzrecht muss man noch erklären. Das ist die Kompensation für diese Snippets. Wenn du auf Google suchen gehst, dann spielt es dir
00:18:31,224 --> 00:18:51,712 [Pia Guggenbühl]
diese Suchergebnisse ab oder du gibst da irgendein Thema ein. Ich sage jetzt Afghanistan, Frauen und dann gibt es dir wie einen Teaser von der NZZ. Und was bei der klassischen Suche noch passiert, ist, dass vielleicht noch auf die Quelle geklickt wurde und dann dieser Artikel der NZZ-Seite angeschaut wurde und die NZZ konnte damit Werbung verkaufen.
00:18:51,712 --> 00:19:03,471 [Pia Guggenbühl]
Wir hatten schon da ein Problem, die Zero-Click-Search-Rate, also dass eben nicht weitergeklickt wurde, sondern die Leute sich mit diesen Suchergebnissen zufrieden geben. Und dieses Problem akzeptiert sich jetzt mit KI.
00:19:03,472 --> 00:19:03,832 [Reto Lipp]
Genau.
00:19:03,832 --> 00:19:12,122 [Pia Guggenbühl]
Und darum hat jetzt die Politik das Leistungsschutzrecht, was diese Snippet-Geschichte regeln wollte, zusammen genommen mit der KI-Regulierung.
00:19:12,122 --> 00:19:26,932 [Reto Lipp]
Weil man muss dann sagen, wenn ich KI frage zu irgendeinem Thema, dann bringt sie mir, ohne dass ich irgendeine Angabe habe oder irgendeinen Link habe, die Zusammenfassung von einem Artikel und so. Und dann hat die NZZ zum Beispiel oder
00:19:28,192 --> 00:19:29,852 [Reto Lipp]
Blick oder so nichts mehr davon.
00:19:29,852 --> 00:19:30,312 [Pia Guggenbühl]
Genau.
00:19:30,312 --> 00:19:31,292 [Reto Lipp]
Wird nicht mehr weitergeleitet.
00:19:31,292 --> 00:19:32,292 [Pia Guggenbühl]
Ja, das ist das Problem.
00:19:32,292 --> 00:19:35,492 [Reto Lipp]
Und sie nimmt die ganze Information und saugt die eigentlich ab.
00:19:35,492 --> 00:19:43,652 [Pia Guggenbühl]
Genau. Also das Problem ist, dass wirklich diese Klicks dann auf die Seiten der journalistischen Medien praktisch nicht mehr stattfinden, oder?
00:19:43,652 --> 00:19:47,252 [Reto Lipp]
Das merkt man schon in den USA sehr stark, also Washington Post, New York Times.
00:19:47,252 --> 00:19:51,212 [Pia Guggenbühl]
Jetzt muss ich in meinen Zahlen, müsste ich jetzt die genau suchen, aber das ist wirklich extrem.
00:19:51,212 --> 00:19:54,472 [Reto Lipp]
Ja, genau. Das sind extrem Zahlen, die da zusammenbrechen.
00:19:54,472 --> 00:20:11,272 [Pia Guggenbühl]
Und das führt dazu, dass sich die Leute, die geben sich mit dieser KI-Antwort zufrieden, oder? Und das wird dann, ich sage es, als Wahrheit auch wahrgenommen. Jetzt jüngst, ich weiß nicht, ob du es gesehen hast, in Deutschland hat ja eine Regulierungsbehörde deshalb
00:20:13,072 --> 00:20:24,031 [Pia Guggenbühl]
gesprochen, dass eben so eine KI-Antwort auch als inhaltlich verantwortlich, wie soll man sagen, verantwortbar.
00:20:24,032 --> 00:20:26,452 [Reto Lipp]
Also wenn es Fehler hat, dann wäre die KI verantwortlich.
00:20:26,452 --> 00:20:47,322 [Pia Guggenbühl]
Genau, dass Google – ich glaube, es war Google – konkret dann auch in die Verantwortung genommen werden kann eben für diese Inhalte, die da als KI-Antwort ausgespuckt werden. Weil in diesem Fall waren es 2 Verlage, die diffamiert wurden durch diese KI-Antwort und die haben dann entsprechend, sind sie an die Gerichte gegangen.
00:20:47,322 --> 00:20:58,252 [Reto Lipp]
Das ist ein Problem, aber die KI, ohne diese vielen Informationen, kann ja die KI auch gar nicht funktionieren. Also irgendwie müsste die Branche mit den KI-Anbietern ins Gespräch kommen.
00:20:58,252 --> 00:21:23,072 [Pia Guggenbühl]
Genau. Aber du hast mich ja gefragt, ich sage, die sehr große Herausforderung skizziert, oder? Die Entwicklung, diese schwierige Entwicklung der Medien. Und ich habe gesagt, die Regulierung ist wirklich entscheidend. Deshalb komme ich gerne nochmals zurück zu dieser KI-Regulierung, weil das sehe ich wirklich für unsere Mitglieder ganz zentral, weil was diese KI-Anbieter machen – und du weißt das, auch Microsoft hat
00:21:24,352 --> 00:21:30,671 [Pia Guggenbühl]
eine KI-Lösung inzwischen integriert, Google hat das, dann gibt es ChatGPT et cetera.
00:21:31,952 --> 00:21:38,552 [Pia Guggenbühl]
Was diese machen, diese KI-Anbieter, ist, dass sie journalistische Inhalte absaugen,
00:21:40,252 --> 00:22:08,252 [Pia Guggenbühl]
ungefragt, unbezahlt und das dann als ihre Antworten ausgeben. Und der Verleger der New York Times – ich war in Marseille an diesem Kongress des Weltverlegerverbands, wo ja Ladina Heimgartner Präsidentin ist, die auch bei uns im Präsidium sitzt – hat er gesagt, in einer wirklich Brandrede, kann man in der NZZ nachlesen: Wenn KI-Anbieter, wenn sie
00:22:09,912 --> 00:22:26,192 [Pia Guggenbühl]
Chips brauchen, kaufen sie die ein. Wenn sie Ingenieure brauchen, die die KI programmieren, zahlen sie diesen gute Löhne und wenn sie diese Betriebszentren dann unterhalten, da brauchen sie Strom. Für den zahlen sie natürlich auch. Und den Inhalt?
00:22:26,192 --> 00:22:28,492 [Reto Lipp]
Content gratis abgezogen.
00:22:28,492 --> 00:22:36,192 [Pia Guggenbühl]
Ja, und deshalb sagt Mark Walter nicht umsonst, das ist der größte Diebstahl aller Zeiten.
00:22:36,192 --> 00:22:38,372 [Reto Lipp]
Der passiert ständig, laufend, jede Minute.
00:22:38,372 --> 00:23:01,452 [Pia Guggenbühl]
Ja, und das Problem ist das, du hast es vorher angesprochen: Wie kann man sich wehren? Andere Länder gehen den Weg der Gerichte. Das ist sehr langwierig und ist auch sehr kostenintensiv. Die New York Times führt millionenteure Klagen in den USA. Ja, ich hoffe, dass das dann auch natürlich entsprechende Ergebnisse zeigt. Wir sehen das auch in
00:23:02,892 --> 00:23:24,572 [Pia Guggenbühl]
der EU, im Euroraum. In der Schweiz wollen wir, ich sage jetzt etwas so bewährt konstruktiv, eigentlich den Weg gehen der Regulierung und möchten einen fairen Interessenausgleich schaffen zwischen Verlagen und KI-Anbietern. Und da sind wir nicht alleine, weil wir kämpfen. Ja, aber hier muss ich sagen, ich bin
00:23:26,012 --> 00:23:27,972 [Pia Guggenbühl]
doch zuversichtlich, wir sind nicht alleine.
00:23:29,032 --> 00:23:36,012 [Pia Guggenbühl]
Wir haben die Kultur, also Musik, Schriftsteller, Film et cetera.
00:23:36,012 --> 00:23:38,151 [Reto Lipp]
Die interessieren mich auch alle.
00:23:38,152 --> 00:23:44,692 [Pia Guggenbühl]
Mit denen sind wir mit in einem Boot. Da gibt es auch eine KI-Allianz, also der Kulturkick-Allianz,
00:23:45,972 --> 00:24:05,091 [Pia Guggenbühl]
und da kämpfen wir gem1am. Und ich muss sagen, wir haben einen Etappenerfolg erzielen können. Diese Motion von FDP-Ständerätin Petra Gössi, die wurde angenommen und die geht jetzt in die Umsetzung. Und ich glaube, was wir wirklich schauen müssen, ist, dass das nachher auch entsprechend umgesetzt wird und das nicht versenkt wird.
00:24:05,092 --> 00:24:19,212 [Reto Lipp]
Ich meine, das ist schon gut, dass die Politik dann irgendwann das reguliert, aber glaubst du, dass die KI-Größen im Silicon Tech Valley irgendwie sich interessieren, was jetzt die Schweizer Regierung gerade wieder für ein Gesetz macht?
00:24:19,212 --> 00:24:32,992 [Pia Guggenbühl]
Also mir wurde gesagt von Kommissionsmitgliedern, als diese Motion Gössi behandelt wurde, sie hätten noch nie so ein intensives Lobbying erlebt. Und wir haben auch versucht, unsere Position aufzuzeigen, aber ich würde jetzt nicht sagen,
00:24:34,452 --> 00:24:42,222 [Pia Guggenbühl]
wir haben irgendwie ein massives Lobbying betrieben, das irgendwie jetzt, ja, wie soll ich sagen, unangenehm gewesen wäre, sondern ja.
00:24:42,222 --> 00:25:03,732 [Reto Lipp]
Aber das ist doch wieder ein typisches Beispiel, wo die Schweiz allein eigentlich fast nichts machen kann, dass man sich da mit Europa, zum Beispiel mit der EU zusammenspannt. Ich meine, da haben wir dann doch einen großen Konsumraum, 450 Millionen Konsumenten. Einfach die Schweiz mit ihren 8, 9 Millionen ist überhaupt interessant dann für irgendwelche Anthropics oder ... ChatGPTs.
00:25:03,732 --> 00:25:05,132 [Pia Guggenbühl]
Ich v1he, was du sagst.
00:25:06,372 --> 00:25:20,112 [Pia Guggenbühl]
Ich glaube, die Schweiz, ja, wir sind nicht in der EU, von daher, ja, es ist dann ein anderer Rechtsraum. Und gleichzeitig sind wir auch Teil der EMPA, the European News Publisher Association.
00:25:21,632 --> 00:25:32,972 [Pia Guggenbühl]
Wir haben eine Vertretung aus unserem Präsidium, die sitzt auch dort im Vorstand und wir sind wirklich in engem Austausch. Also fast wöchentlich tauschen wir uns aus. Wir tauschen uns auch aus mit dem Weltverlegerverband, mit der Wanifra,
00:25:34,212 --> 00:25:50,032 [Pia Guggenbühl]
und versuchen natürlich auch zu schauen, wo können wir voneinander lernen. Und das möchte ich schon noch sagen: Die EU lehnt sich nicht einfach zurück und es läuft nichts, sondern da fangen sich jetzt auch an, die Gerichtsurteile zu häufen.
00:25:51,432 --> 00:26:06,212 [Pia Guggenbühl]
Und es gibt auch klare Anweisungen vom EuGH, dass eben man miteinander in Diskurs gehen muss. Also da gab es jüngst ein letztinstanzliches Urteil auch in Italien in dieser Richtung.
00:26:06,212 --> 00:26:16,852 [Reto Lipp]
Und die Idee wäre dann, dass die einfach das bezahlen, dass die Inhalte bezahlen. Ist das die Idee? Oder dass sie das gar nicht 1 absaugen dürfen? Oder was ist dann am Schluss die Idee? Also es sollte eigentlich finanziell dann irgendetwas herauskommen.
00:26:16,852 --> 00:27:12,001 [Pia Guggenbühl]
Genau. Also einerseits geht es um die Basis. Und ich glaube, in der Schweiz, wenn wo nicht in der Schweiz, ist ganz klar, dass das geistige Eigentum geschützt werden muss. Die Schweiz an Rohstoffen arm, sagen wir immer, okay, die graue Masse, die Hirnmasse, das ist zentral. Und was kommt daraus? Patente et cetera. Wir wissen das in der Schweiz. Da haben wir eine hohe Dichte, hohe Innovationsdichte. Ja, und das geistige Eigentum vor diesem Hintergrund genießt einen hohen Schutz. Und die Motion Gössi verlangt eigentlich nicht viel mehr als das, dass respektiert wird, dieses geistige Eigentum, die entsprechenden Urheberrechte. Und was jetzt passieren muss daraus, ist ein entsprechender Vorschlag für eine Verwertung, wie das sehr einfach umgesetzt werden kann, sodass weder Innovation verhindert wird, noch die Wissenschaft irgendwie nicht mehr forschen kann oder Grundlagen forschen et cetera.
00:27:12,001 --> 00:27:12,952 [Reto Lipp]
Es wird auf jeden Fall was.
00:27:12,952 --> 00:27:42,812 [Pia Guggenbühl]
Das haben wir auch gesagt, weil unsere Unternehmen setzen ja KI auch ein. Ich selber nutze KI jeden Tag. Das ist ein hervorragendes Tool, aber man muss wirklich sehen, was ist die Basis? Und das ist kritisch. Dort muss man ansetzen. Und letztlich, Reto, sage ich dir, der Punkt ist, die Technologieunternehmen in der Schweiz, die haben doch auch ein Interesse an Rechtssicherheit. Man will doch nicht diese Klagen.
00:27:42,812 --> 00:27:58,892 [Reto Lipp]
Also das ist einmal klar. Ich möchte noch ein Zitat bringen von Marc Wall. Das habe ich noch interessant gefunden. Er hat gesagt: „Wir haben in der Medienbranche 20 schwierige Jahre hinter uns. Die nächsten 10 Jahre werden noch schwieriger werden.“ Das tönt aber ganz schwierig. Siehst du das auch so?
00:28:00,792 --> 00:28:02,272 [Pia Guggenbühl]
Es wird nicht einfacher.
00:28:02,272 --> 00:28:10,612 [Reto Lipp]
Also ein schwieriger Job. Du hast dir wirklich einen schwierigen Job ausgesucht, also nicht gerade die einfachste Branche. Aber dann geht es ja auch noch darum, wir haben ja schon eine gewisse Presse.
00:28:10,612 --> 00:28:38,552 [Pia Guggenbühl]
Vorher war ich bei der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Die Pharma hat jetzt mit den USA auch nicht so eine einfache Situation. Beim Arbeitgeberverband der Banken war ich auch. Aber nein, ich denke, was mir gefällt, ist die Herausforderung und wirklich auch hier, was ich vorher gesagt habe mit Blick auf die Politik, den Beitrag zu leisten. Wo haben wir die größte Wirkung? Und vielleicht deshalb, und du wolltest vielleicht noch darauf kommen, die Medienförderung.
00:28:38,552 --> 00:28:41,912 [Reto Lipp]
Weil wir hatten ja da auch eine Abstimmung. Das ist dann leider bachab gegangen.
00:28:41,912 --> 00:29:24,712 [Pia Guggenbühl]
Genau. Und dann haben wir jetzt aber doch, ich sage, Teile aus diesem ursprünglichen Medienpaket, die jetzt ja entsprechend auch kommen. Also wir haben einerseits diese indirekte Presseförderung, die erhöht wurde und die Frage stellt sich aber nun, das ist ja nur temporär erhöht: Wie ist das in Zukunft? Da gibt es einen Vorschlag im Parlament von GLP-Nationalrätin Barbara Schaffner. Sie möchte gerne eine kanal- und Geschäftsmodellunabhängige Förderung. Und da sagen wir vom Verlegerverband, da haben wir grundsätzliche Offenheit, aber für uns ist klar, es muss eine indirekte Förderung sein. Und ich glaube, hier sind wirklich die Arbeiten sehr konstruktiv am Laufen
00:29:25,912 --> 00:29:27,452 [Pia Guggenbühl]
und da werden wir uns dann auch-
00:29:27,452 --> 00:29:50,572 [Reto Lipp]
Indirekte Förderung gibt es ja eigentlich schon. Posttaxen zum Beispiel sind reduziert. Das ist, ich weiß nicht, etwas über 100 Millionen, 130 Millionen, irgendwie so etwas, wo es da bereits gibt. Aber eben Posttaxen, das ist heute nicht mehr so modern im digitalen Zeitalter hilft jetzt nicht mehr so wahnsinnig viel. Also eine kanalunabhängige Förderung, was heißt das dann konkret, kanalunabhängig?
00:29:50,572 --> 00:29:59,372 [Pia Guggenbühl]
Also vielleicht einfach noch kurz zum Vergleich: Die SAG erhält jährlich rund 1,2 Milliarden Schweizer Franken.
00:29:59,372 --> 00:30:01,292 [Reto Lipp]
Und auch immer weniger.
00:30:01,292 --> 00:30:03,582 [Pia Guggenbühl]
Auch weniger. Und was muss man auch sagen?
00:30:03,582 --> 00:30:18,232 [Reto Lipp]
Ich sage immer, das Einzige, was in der Schweiz immer günstiger wird, sind die SAG-Gebühren. Alles steigt, Krankenkassenprämien, die SAG wird immer günstiger und soll immer den gleichen Auftrag noch besser lösen. Und ich sage, das funktioniert nicht, aber gut. Das ist die SAG.
00:30:18,232 --> 00:30:34,052 [Pia Guggenbühl]
Aber eben, ich sage, die Regional- und Lokalpresse, einfach so im Vergleich, die erhält seit 2026 40 Millionen jährlich für die Tageszustellung und ab 2027 für die Frühzustellung sind es 25 Millionen jährlich.
00:30:35,212 --> 00:30:40,672 [Pia Guggenbühl]
Mitgliedschafts- und Stiftungspresse ebenfalls. Wieso diese Beiträge?
00:30:43,132 --> 00:31:32,160 [Pia Guggenbühl]
Gute Frage. Weil wir es vorher gesehen haben, das Politische ist ganz zentral. Die Information ist und bleibt im Politischen. Ich habe diese Vox-Nachwahlbefragung erwähnt. Da bleiben Printmedien ganz zentral. Und auch vom Medienkonsum her darf man davon ausgehen, dass das noch eine längere Zeit ... Ja, wichtig auch bleiben wird. Es hat einen großen Vorteil auch für jeden, der aus der Kommunikationsbranche kommt, oder? Pull und Push. Der Print ist Push, oder? Du hast das im Briefkasten, du kannst es nicht umgehen. Und deshalb muss ich es zu1 aktiv nehmen, die Titelseite nicht anschauen und ins Altpapier tun, oder? Und deshalb haben wir auch diesen Mechanismus vom amtlichen Publikationsorgan
00:31:33,620 --> 00:31:42,940 [Pia Guggenbühl]
und die Gemeinden, die hier entsprechend das dann auch ausschreiben und entsprechend das eine hohe Bedeutung hat im Lokalen.
00:31:42,940 --> 00:31:47,309 [Reto Lipp]
Und man sieht ja auch, ich habe da den Reuters Digital Report noch gelesen, dass
00:31:48,540 --> 00:32:13,180 [Reto Lipp]
das Vertrauen in die journalistischen Medien deutlich höher ist als das Vertrauen in die sozialen Medien oder in die Chatbots. Aber was auch interessant ist, dass das Nachrichteninteresse der Leute sinkt. Also gemäß dieser Auswertung sind etwa noch die Hälfte interessiert an News, interessieren sich stark für News und bei den 18 bis 24-Jährigen sind es gerade noch ein Drittel. Ist das jetzt beunruhigend?
00:32:13,180 --> 00:32:26,000 [Pia Guggenbühl]
Ja, ich finde, das ist keine gute Entwicklung und es zeigt, dass es diese Maßnahmen auch braucht. Wir haben rund 46% sogenannte News-Deprivierte. Das heißt, das sind Menschen, die
00:32:27,640 --> 00:33:09,700 [Pia Guggenbühl]
wenig bis keine Nachrichten mehr konsumieren. Das finde ich keine gute Entwicklung. Ich glaube, hier müssen wir Gegensteuer geben und ich glaube, wir müssen wirklich jung ansetzen. Wir haben heute dieses Fach, dieses Lernmodul Jugend und Medien. Das ist sehr stark im Informatikbereich. Ist gut. Technologie finde ich auch wichtig, aber gleichzeitig, ich sage so, die klassischen Medien, die fallen eher etwas unter den Tisch. Und wir haben in der Schweiz viermal jährlich Abstimmung auf 3 politischen Ebenen. Wir haben lokale, kantonale und nationale Abstimmung. Was eignet sich besser, als anhand von Medien in den Schulen eigentlich das zu diskutieren?
00:33:09,700 --> 00:33:11,000 [Reto Lipp]
Also Medienkompetenz.
00:33:11,000 --> 00:34:19,000 [Pia Guggenbühl]
Ja, und da m8 der Verband auch seit über 20 Jahren sehr viel. Wir haben ein eigenes Lernmodul, „Was lese ich?“, ein digitales Lernmodul. Wir organisieren Journalistenbesuche. Man kann auch bei uns Zeitungen für den Schulunterricht bestellen. Und was wir auch haben, machen Workshops, was zum Beispiel in Bern mit der Burgergemeinde. Das sind tolle Geschichten. Es vermittelt auch, oder du sagst vorher, wie begeistere ich noch junge Menschen, dann auch in den Journalismus zu gehen? Ich glaube auch aus meiner persönlichen Erfahrung, ich durfte bei Science Industries, bei der chemischen pharmazeutischen Industrie, viele Jahre zurück, noch auf der Agentur auch ein Projekt begleiten, das eben diese Förderung von Naturwissenschaften und Technik vermittelt. Und da haben wir vor allem dann auch, oder man setzt heute eine Stiftung, setzt man dann auch auf Experimente. Und ich glaube schon, dieses persönliche Erleben, das ist etwas Wichtiges und hier haben wir sicher im Journalismus noch Potenzial. Deshalb machen wir das nicht einfach auch alleine, sondern es gibt Use the News. Ich weiß nicht, ob du das einmal gehört hast. Da sind wir gem1am unterwegs mit der SRG, mit Keystone
00:34:20,140 --> 00:34:36,960 [Pia Guggenbühl]
und versuchen etwas auch, diese verschiedenen Aktivitäten zu koordinieren, dem noch mehr Sichtbarkeit zu geben und organisieren auch jährlich eine Nachrichtenkompetenz-Tagung für Lehrpersonen. Aber es steht und fällt ein bisschen auch halt mit diesem intrinsischen Interesse
00:34:38,160 --> 00:34:51,780 [Pia Guggenbühl]
dieser Personen und es gibt wie keine klare Zuständigkeit. M8 das der Deutschlehrer? M8 das der Geschichtslehrer? M8 das die Geschichtslehrerin? Und hier würde ich mir von der Politik noch mehr wünschen. Aber es ist eine Diskussion, die wir jetzt führen.
00:34:51,780 --> 00:35:30,600 [Reto Lipp]
Du hast vorhin die SRG genannt. Das hat mich immer erstaunt, der Verlegerverband. Jahrelang bekriegen sich SRG und der Verlegerverband, während eben die Tech-Riesen dieser Welt die ganze Werbung absaugen. Und was haben die? Die haben so einen kleinkarierten Kampf zwischen SRG und Verleger. Hat sich ein bisschen beruhigt, vielleicht auch mit Susanne Wile als neue SRG-Generaldirektorin, aber doch. Ich meine, wenn man dann schon gegen so Giganten angeht, müsste man sich eigentlich zusammenschließen und wirklich das ganze Power zusammennehmen. Also dieser Kleinkrieg, ist der jetzt vorbei, hoffe ich doch? Schwer?
00:35:32,780 --> 00:35:43,280 [Pia Guggenbühl]
Jetzt kommt dann die Konzession. Das ist natürlich, ich sage jetzt, dann wieder eine neue Diskussion, aber bisher muss ich sagen, auch wirklich mit Susanne Wile ist es eine sehr konstruktive Diskussion.
00:35:44,540 --> 00:35:59,080 [Reto Lipp]
Weil das ist doch so komisch. Zuerst sagt man, wie viel Geld, dass man noch der SRG geben will und dann spricht man erst über die Konzession. Das müsste eigentlich umgekehrt gehen. Man müsste einmal sagen, was muss eigentlich die SRG leisten und dann das entsprechende Geld eigentlich.
00:35:59,080 --> 00:36:03,440 [Pia Guggenbühl]
Das spricht jetzt der Podcast oder der ehemalige SRG-Mitarbeiter.
00:36:03,440 --> 00:36:19,160 [Reto Lipp]
Da spricht ein besorgter Staatsbürger. [lacht] Und natürlich auch der ist, aber das ist ja nicht, also es ist einfach nicht eigentlich normal. Normalerweise, wenn man ein Projekt macht, sagt man zuerst einmal, was muss das Projekt leisten? Und dann sagt man die finanziellen Ressourcen dafür. Aber bei der SRG geschieht es genau umgekehrt.
00:36:21,060 --> 00:36:21,860 [Reto Lipp]
Ist das nicht falsch?
00:36:23,500 --> 00:36:26,500 [Pia Guggenbühl]
Also den politischen Prozess macht der Bundesrat.
00:36:27,880 --> 00:36:29,940 [Reto Lipp]
Da müssten wir Albert Rösti dann befragen.
00:36:29,940 --> 00:36:31,770 [Pia Guggenbühl]
Genau. Ich glaube, was
00:36:32,840 --> 00:36:50,480 [Pia Guggenbühl]
gut funktioniert heute mit Susanne Wile und ich kann das nicht beurteilen, wie das früher war, weil da war ich nicht beim Verband. Ich habe das aus der Distanz natürlich beobachtet, aber es ist ein konstruktiver Dialog und gleichzeitig, ja, es bleibt ein großes Ungleichgewicht der Medienförderung.
00:36:51,620 --> 00:37:07,003 [Pia Guggenbühl]
Dieser Gebührentopf, das ist viel Geld und ich würde wirklich auch in Anspruch nehmen, dass ... Dass auch unsere Mitglieder einen entscheidenden Beitrag leisten zu dieser Grundversorgung oder zu diesem, ich sage es jetzt auch, Service public.
00:37:07,004 --> 00:37:15,364 [Reto Lipp]
Wobei natürlich viele Verlage zum Beispiel Radiostationen haben und dort auch aus dem Gebührentopf entsprechende Einnahmen bekommen, auch von den Gebühren.
00:37:15,364 --> 00:37:26,284 [Pia Guggenbühl]
Ja, das sind diese Radiokonzessionen. Ja, das hat der Gesetzgeber so vorgesehen. Das stimmt. Aber ich glaube, was wirklich nicht passieren darf jetzt in dieser ganzen Diskussion um
00:37:27,604 --> 00:37:34,964 [Pia Guggenbühl]
diese Onlinedomäne und diesen Onlinebereich, dass dort die SAG, und das habe ich jetzt in der letzten Zeit sehr viel gehört,
00:37:36,024 --> 00:37:49,544 [Pia Guggenbühl]
den Anspruch entwickelt, das Leitmedium zu werden. Weil ich sage, das ist der Bereich, vorausgesetzt dann auch, ich sage, wir können in der Regulierung dann auch die entsprechend richtigen Rahmenbedingungen oder Weichen stellen.
00:37:50,564 --> 00:37:53,944 [Pia Guggenbühl]
Das ist noch der Zukunfts-, der Wachstumsmarkt,
00:37:55,824 --> 00:38:06,524 [Pia Guggenbühl]
weil sich natürlich das Konsumverhalten immer stärker auch ins Online dann verlagert. Und vor diesem Hintergrund, da gegenüber würde ich sagen, da bin ich sehr skeptisch,
00:38:09,104 --> 00:38:20,614 [Pia Guggenbühl]
aber grundsätzlich, die Gespräche waren konstruktiv und entsprechend haben wir jetzt diese Grundsatzvereinbarung und darin auch die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen.
00:38:22,024 --> 00:38:39,044 [Pia Guggenbühl]
Ich möchte gerne noch etwas anschließen. Das ist mir wirklich wichtig. Die KI, du hast es gesagt, die große Konkurrenz ist außen. Und das hat auch die WEKO, hat ja dann diese Grundsatzvereinbarung, die die Verleger gemeinsam mit der SAG getroffen haben,
00:38:40,124 --> 00:38:51,224 [Pia Guggenbühl]
kritisch begut8t, also das Sekretariat der WEKO. Und da war man dann gerade, ich sage jetzt, in der Sichtweise eher etwas
00:38:52,484 --> 00:39:01,844 [Pia Guggenbühl]
in dieser dualen Marktbetr8ung. Und der 3, der große Player, der da mitmischt – und du hast es vorher gesagt –, 34
00:39:03,044 --> 00:39:27,904 [Pia Guggenbühl]
der Online-Werbeausgaben gehen heute ins Ausland, die gehen ins Silicon Valley, die gehen nach China. Dieser 3 Player, der wurde einfach in dieser Betrachtung wie ausgeklammert. Und das ist natürlich störend. Und vor diesem Hintergrund bin ich auch sehr froh, dass jetzt die SAG erklärt hat, dass sie ihre Inhalte auch für KI-Anbieter dann sperren will. Genau.
00:39:27,904 --> 00:39:40,444 [Reto Lipp]
Letzte Frage noch, müssen wir noch darüber sprechen, weil Journalisten haben mir gesagt, du musst die Pia Guggenbül unbedingt fragen: Wann ist jetzt eigentlich einmal der GAF im journalistischen Bereich? Wann ist er jetzt einmal unter Dach und Fach?
00:39:40,444 --> 00:39:48,224 [Pia Guggenbühl]
Also wir haben keinen Gesamtarbeitsvertrag. Wir haben eine freiwillige Branchenvereinbarung geschlossen. Wir haben diese
00:39:49,344 --> 00:39:52,144 [Pia Guggenbühl]
aktuell mit Sendicom geschlossen und
00:39:53,284 --> 00:40:10,764 [Pia Guggenbühl]
hier ist jetzt der Onboarding-Prozess am Laufen. Eine Prämisse in dieser Vereinbarung war, dass 34 der Angestellten bei Verlagen mit BR-berechtigender Tätigkeit
00:40:11,884 --> 00:40:24,344 [Pia Guggenbühl]
durch diese Unterzeichnung von Unternehmen abgedeckt sein müssen, sonst tritt er nicht in Kraft. Und dieser Prozess läuft aktuell und wir werden dann gemeinsam zu gegebener Zeit kommunizieren.
00:40:24,344 --> 00:40:35,003 [Reto Lipp]
Und warum eigentlich kein GAF? Das würde der Branche mehr Sicherheit geben und auch politisch könntet ihr ganz anders auftreten, wenn es den GAF geben würde.
00:40:35,004 --> 00:40:38,684 [Pia Guggenbühl]
Gut, jetzt haben wir diese Vereinbarung so geschlossen. Ich
00:40:40,284 --> 00:40:41,104 [Pia Guggenbühl]
weiß nicht, ob du einmal
00:40:42,544 --> 00:40:45,804 [Pia Guggenbühl]
so eine sozialpartnerschaftliche Verhandlung geführt hast.
00:40:45,804 --> 00:40:46,224 [Reto Lipp]
Nein.
00:40:47,284 --> 00:40:49,024 [Reto Lipp]
[l8] Aber schon viel davon gehört.
00:40:49,024 --> 00:41:14,904 [Pia Guggenbühl]
Für mich war es nicht die 1. Das sind intensive Diskussionen. Da ist es ein 1ames Annähern und es muss am Schluss für beide Seiten passen. Und von daher würde ich jetzt das vielleicht auch etwas, ich will keine Medienschelte machen, aber es ist vielleicht etwas typisch, dass man dann auch einmal mit dem, was man hat, auch wieder sehr kritisch ist. Hier bin ich froh, dass wir an dem Punkt sind, wo wir sind.
00:41:14,904 --> 00:41:21,704 [Reto Lipp]
Gut, zum Schluss noch 5 Sätze zum Ergänzen für Pia Guggenbül. Ich lese Zeitungen, weil ...?
00:41:23,364 --> 00:41:31,584 [Pia Guggenbühl]
Weil ich da gesicherte, verlässliche Informationen finde für meine eigene Informationsbildung und auch für Entscheide.
00:41:31,584 --> 00:41:36,184 [Reto Lipp]
Und News interessieren dich? Das kann man davon ausgehen. Mich interessieren News, weil?
00:41:38,944 --> 00:41:43,524 [Pia Guggenbühl]
Weil sie einen Impact haben auf unser tägliches Sein und Zusammenleben.
00:41:44,784 --> 00:41:49,144 [Reto Lipp]
Dass es in 10 Jahren nur noch 3 wichtige private Medientitel gibt, ist
00:41:51,464 --> 00:41:51,464 [Reto Lipp]
...?
00:41:52,984 --> 00:41:54,484 [Pia Guggenbühl]
Unrealistisch.
00:41:54,484 --> 00:41:59,644 [Reto Lipp]
Meine wichtigste Aufgabe als Leiterin des Verbands Schweizer Medien in den nächsten Jahren wird sein
00:42:00,764 --> 00:42:00,844 [Reto Lipp]
...?
00:42:00,844 --> 00:42:09,334 [Pia Guggenbühl]
Die politischen Rahmenbedingungen so versuchen mitzugestalten respektive aufzuklären, dass es in eine gute Richtung geht.
00:42:09,334 --> 00:42:13,104 [Reto Lipp]
Dass ich einmal vollberuflich Politik machen werde, ist ...?
00:42:13,104 --> 00:42:14,304 [Pia Guggenbühl]
Aktuell kein Thema.
00:42:14,304 --> 00:42:24,024 [Reto Lipp]
Eben, du bist jetzt noch nicht ganz vollberuflich, aber doch halbberuflich. Wie viel Zeit braucht das, so ein Amt als Finanzvorstand von Küsnacht?
00:42:24,024 --> 00:42:24,984 [Pia Guggenbühl]
Rund 20%.
00:42:24,984 --> 00:43:31,844 [Reto Lipp]
20%. Gut, dann wünschen wir dir viel Erfolg, politisch viel Erfolg und natürlich auch mit diesen Rahmenbedingungen, weil das ist wirklich wichtig, finde ich wirklich ganz extrem wichtig in einer Demokratie. Und ich glaube auch, dass je länger, je mehr die wichtigen Medienmarken, die eben auch Glaubwürdigkeit und Vertrauen ausströmen, dass das eigentlich noch wichtiger wird in einer Welt von Fake News und von KI, dass man noch weiß, hier, da steht noch jemand dahinter, der macht wirklich noch guten Journalismus. Ich glaube, das ist ganz wichtig. Vielen Dank für deine Interventionen hier im Konsumcast, Pia Guggenbül. Ja, finanziert – das ist ja auch immer wichtig – finanziert wird der Konsumcast hier vom Zürcher Presseverein und der Zürcher PR-Gesellschaft, muss man auch einmal sagen. Und man findet den Podcast überall, wo es Podcasts eben gibt, auf Spotify, Apple und natürlich auch als Videocast bei YouTube. Und man kann uns natürlich auch abonnieren. Würde mich freuen, wenn Sie das tun würden. Vielen Dank fürs Zuhören oder das Zuschauen auf YouTube. Wir sind in ungefähr 2 Monaten zurück mit einer neuen Ausgabe. Vielen Dank.
00:43:31,844 --> 00:43:32,624 [Pia Guggenbühl]
Danke vielmals.
00:43:34,063 --> 00:43:37,964 [Pia Guggenbühl]
[Outro-Musik]
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