#44 | Wenn KI spart, sollen alle profitieren | Gast: Alain Graf, KI-Stratege und Gründer von EncoSphera
Alain Graf, Gründer und CEO von EncoSphera, spricht über die Gerechtigkeitsfrage der KI-Transformation: Effizienzgewinne entstehen heute in fast jedem Unternehmen – doch sie fliessen einseitig an Aktionäre und Bilanzen. Jene, die die KI einsetzen und am Leben halten, gehen leer aus. Graf hält das für ökonomisch kurzsichtig.
Alain Graf bringt 25 Jahre Erfahrung aus Vertrieb, Business Development und Unternehmertum in den Bereichen Bau, Immobilien und SaaS mit. Im Videopodcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» der Stiftung Text Akademie spricht der Gründer und CEO von EncoSphera mit Moderator Christoph Soltmannowski über die Gerechtigkeitsfrage der KI-Transformation.Was Alain Graf antreibt, ist eine unbequeme Rechnung: 83 Prozent der Unternehmen können ihre KI-Gewinne heute nicht beziffern – und praktisch null Prozent der Mitarbeitenden erhalten einen Anteil daran. «Reiner Shareholder-Kapitalismus kommt an seine Grenzen — wir brauchen einen erweiterten Kapitalismus, der auch die Menschen einbezieht, die den Wert erschaffen. Sonst gewinnt am Ende die KI – und die KI gewinnt über den Menschen.» Mit dem «Human Dividend Model» hat Graf ein Framework entwickelt, das Effizienzgewinne sichtbar und gerecht teilbar macht – zwischen Unternehmen, Belegschaft und Gesellschaft. Dass OpenAI im April selbst von einer «Efficiency Dividende» sprach, wertet er als nachträgliche Bestätigung.Was nicht gemessen wird, kann nicht gerecht verteilt werdenDas Modell ruht auf drei Bausteinen. Ein Quick Scan weist das Effizienzpotenzial in Franken oder Euro aus. Der EncoSphera Amplification Score misst auf einer Skala von 0 bis 100 den Reifegrad entlang der Dimensionen Effizienz, Wertschöpfung und Mitarbeitende. Ab einem Score von 50 wird die Human Dividende ausschüttbar. 32 transparent und nachvollziehbare Parameter erfassen, wo die Gewinne tatsächlich entstehen – beim Menschen, beim Material, bei der Energie. Erst diese Transparenz macht faire Verteilung möglich. Solange niemand weiss, wie gross der Kuchen ist, lässt er sich beliebig klein reden.Vier-Tage-Woche statt StellenabbauGerechte Verteilung heisst für Graf nicht automatisch höhere Löhne. Sie kann eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich bedeuten, ein Weiterbildungsbudget, mehr Zeit für Kreativität und soziale Kontakte. «Effizienz heisst ja nicht, dass es uns schlechter gehen muss.» Statt Menschen durch KI zu ersetzen, sollen sie an deren Gewinnen teilhaben. Dass rund 49 Prozent der Mitarbeitenden sich vor KI fürchten, ist für Graf das grösste Innovationshemmnis: «Jedes Projekt, das die Menschen nicht mitnimmt, scheitert.» Eine transparent verteilte Dividende entschärft diese Angst – und wird so vom vermeintlichen Kostenfaktor zum Transformationsbeschleuniger.Die Wirtschaft muss liefern – nicht der StaatAuf ein staatlich verordnetes Grundeinkommen setzt Graf bewusst nicht. Wer Menschen durch KI ersetzt, dürfe die Folgekosten nicht auf den Staat abwälzen: «Die Wirtschaft hat die Transformation angestossen – sie muss sie auch gestalten.» Die Politik sieht er dennoch gefordert. Sein Bild ist deutlich: «Die Politik sieht einen Tsunami auf uns zukommen — aber statt ein Warnsystem und Schutzbauten zu errichten, diskutiert sie noch, ob Schwimmwesten reichen.»In fünf Jahren, so seine Vision, werde in Bewerbungsgesprächen so selbstverständlich nach dem Verteilungsmodell eines Unternehmens gefragt wie heute nach der Ökobilanz. Wer Effizienzgewinne teilt, gewinnt dreifach: bei Talenten, bei Kunden, am Kapitalmarkt. Wer sie einbehält, verliert zuerst die Motivation der Belegschaft – und danach die Legitimation seines Geschäftsmodells. Für Graf steht fest: Die eigentliche Frage der KI-Transformation ist keine technische, sondern eine Verteilungsfrage. «Der Mensch ist der Kompass, die KI ist der Motor. Wir stellen die Weichen – nicht umgekehrt.»
Transkript Alain Graf
Speaker 1 00:00:16 Herzlich willkommen, Alain Graf. Ich glaube, das wird ein interessantes Gespräch heute. Ich stelle dich kurz vor. Du bist CEO von Encosphäre. Du hast 25 Jahre über 25 Jahre Erfahrung im B2B Vertrieb, Business Development, Unternehmertum in den Bereichen Bau, Immobilien, Software usw und was wir heute reden, das finde ich eben sehr spannend. Ist das Human Evidence Model, das ein Framework ist, dass Effizienzgewinne nicht nur messbar macht, sondern auch teilbar macht? Kannst du das mal in deinen Worten erläutern? Speaker 2 00:00:50 Ja, vielen Dank Christoph. Ich freue mich auch sehr auf das Gespräch heute. Ja, die Thematik ist natürlich absolut spannend. Effizienzgewinne entstehen. Effizienzgewinne müssen messbar sein und da hat man heute meines Erachtens noch viel zu wenig Fokus drauf. Und es wird natürlich immer mehr zum Thema und den hat sich dieser Thematik angenommen und das Human Dividende Model entwickelt. Speaker 1 00:01:21 Wie bist du darauf gekommen? Speaker 2 00:01:25 Ich komme vom Sales Bereich her und Business Development und ich habe gelernt, dass jeder. Jedes Geschäft basierend ist auf einer Begegnung zwischen Lösung und Bedürfnis oder auch zwischen zwei Seiten, die etwas voneinander wollen. Speaker 2 00:01:43 Und da habe ich einfach gemerkt in den letzten Jahren, dass diese Begegnung etwas durch KI zerrüttet wird. Sprich wir haben die Technologie auf der einen Seite die Interesse, aber wir haben natürlich auch die Aktionäre, die ein anderes Interesse haben Und der Mensch bleibt mehr oder weniger auf der Strecke. Sprich der Mensch ist ja das, was die KI bewegt oder zum Funktionieren bringt. Und ich habe einfach gemerkt, wir müssen da wieder diese Begegnung zwischen künstlicher Intelligenz und Mensch in eine Symbiose bringen. Speaker 1 00:02:21 Das Thema ist ja sehr aktuell. Sam Altman hat was gepostet, das habe ich einen Post von einem Post von dir gesehen. Genau mit diesem Thema beschäftigt? Speaker 2 00:02:29 Genau. Ja, das merkt man. Hat gerade kürzlich im April ein dreizehnseitiges Industriepolicy veröffentlicht, wo genau das zum Thema macht. Also im Zeitalter von künstlicher Intelligenz. Wie bringen wir den Menschen wieder ins Zentrum? Und ist eine großartige Validierung von unserer Firmenphilosophie oder für das, was da steht? Und auch mit diesem Human Dividende Model. Weil auch in dieser Policy spricht Open Air in diesem Moment nicht von Humandividende, sondern von Efficiency Dividende. Speaker 2 00:03:09 Und das spielt genau in diese Thematik hinein. Speaker 1 00:03:12 Also anders formuliert ist es ja so. Alle reden davon, dass KI unser Leben effizienter macht, was dann aber auch bedeutet, dass es vielleicht weniger Leute braucht, weil weniger das zum Stellenabbau führt. Und es wird manchmal ja auch als Argument für einen Stellenabbau in dem Sinne missbraucht. Speaker 2 00:03:35 Richtig? Ja, also das sind wir natürlich stark thematisiert. Führt KI zum großen Stellenabbau oder nicht? Es gibt da zwei Lager oder wo sagen Ja, okay, wird einfach andere Stellen schaffen. Das war immer schon so, ich bin der Meinung, KI wird ganz sicher Stellen ersetzen. Das hört man Das sieht man auch bereits. Aber ich bin auch der Meinung, dass wir die großartige Möglichkeit haben, mit KI zusammen der Mensch und KI uns ein besseres Leben zu ermöglichen. Sprich Effizienz heißt ja nicht gleich, dass es uns schlechter gehen wird. Im Gegenteil. Wir können auch sagen okay, wir arbeiten vier Tage die Woche ab zum gleichen Lohn. Das wäre zum Beispiel halt eben, wo dann die Human Dividende das kompensiert. Speaker 2 00:04:34 Und ich glaube an eine gute Zukunft für uns Menschen, wenn wir uns der Herausforderung stellen Wie können wir KI und Mensch als Symbiose vorantreiben und nicht als Ersatz für den Menschen? Speaker 1 00:04:52 Also das ist in erster Linie eine ethische, moralische Frage, die sich da stellt Wie wird das gerecht? Der Gewinn, den man hat, den wird der Gewinn den Mann hat durch KI Effizienz. Wie wird das gerecht verteilt? Speaker 2 00:05:08 Absolut. Genau. Genau. Also, wir sagen, wir zeigen ja die Transparenz auf, dass es geht. Das ist zugunsten von Unternehmen, funktioniert aber eben auch zugunsten von den Mitarbeitern. Wir sind uns bewusst oder Die Gesellschaft muss sich bewusst sein, dass wir auch ein System brauchen. Dieses reine kapitalistische Denken wird nicht mehr funktionieren, weil dann gewinnt die KI und KI gewinnt über den Menschen und dann haben wir wirklich ein großes Problem. Also sprich ja, es ist auch eine ethische Sache und eine ethische Verantwortung, wo wir wahrnehmen müssen und auch das sehen müssen, uns dieser Herausforderung zu stellen und nicht einfach denken, es wird alles gut. Speaker 2 00:06:02 Sondern wir müssen proaktiv sein. Und das war auch ein Beweggrund von mir. Ich bin ein Mensch, der gerne agiert und nicht reagiert. Weil beim Agieren kann ich noch mitarbeiten oder mitwirken. Wenn ich nur noch reagiere, dann ist es meistens. Speaker 1 00:06:20 Schon zu spät. Speaker 2 00:06:20 Ja, ganz genau. Ganz genau. Speaker 1 00:06:22 Gehen wir noch mal zurück. Also ja, es gibt man. Manche sagen. Viele sagen, Kai führt zum Stellenabbau. Zu große Arbeitslosigkeit. Andere sagen Nein, Da werden auch Stellen geschaffen. Also ein breiter Konsens ist eigentlich dafür da, dass ich jetzt sehr stark etwas verändern wird oder schon am Verändern ist. Aber grundlegend ja, für das, was du machst, ist die Frage, in wiefern und in welchem Ausmaß. Und da gibt es ein System, wie ihr die KI Gewinne oder Effizienzsteigerungen oder Verbesserungen messen könnt. Wie geht ihr da genau vor? Speaker 2 00:07:00 Genau. Also hole ich vielleicht kurz aus, wie er sich zusammensetzt. Wir haben drei Bereiche. Das eine ist mal ein ganz kurzer Quick Scan, wo man sehen kann, Was hat Kai überhaupt für ein Potenzial? Dies wird ausgewiesen in einer Währung, sei Schweizer Franken oder Euro, wo ich einfach mal sehe, wo liegt überhaupt das Potenzial? Der zweite Schritt ist dann Wir nennen das Encoifikation Score. Speaker 2 00:07:31 Kurz gesagt, dieser Score ist von 0 bis 1 100 und zeigt einem Unternehmen, wo Sie aktuell stehen. Sprich ist es, dass die KI mir etwas bringt oder schwächt? Sogar ist mein Unternehmen. Und das setzt sich zusammen aus drei Dimensionen. Der ist die Dimension, ist die Effizienz. Wo entsteht die? Die zweite Dimension ist die Wertschöpfung. Und die dritte wichtige Dimension ist der Mitarbeiter. Genau. Und der dritte Punkt. Und das dritte Konstrukt ist dann das Human Dividende Modell, wo man aus dem Iscore 50 und drüber in der Lage ist, das Unternehmen in die Transformation zu bringen, auch eine Human Dividende auszubezahlen. Speaker 1 00:08:20 Jetzt vom Arbeitgeber ausgedacht. Der sagt natürlich oder könnte sagen ja, ich bin sonst schon allen möglichen Druck ausgesetzt. Der Wirtschaft geht es nicht gut. Und ja, warum soll er dann? In dem Sinn wie Beweg dich dazu oder wie groß ist der Wille, dass er da quasi auch für seine Mitarbeitenden schaut und das gerecht verteilt? Speaker 2 00:08:43 Das ist ein sehr guter Punkt, was du hier ansprichst. Und zwar ist das in der Tat so, dass heute Unternehmer noch nicht so weit sind, sich dieser Thematik anzunehmen. Speaker 2 00:08:54 Da bin ich ganz offen und transparent. Also Encosphere hat auch noch keinen zahlenden Kunden, sondern wir sind jetzt wirklich in den Gesprächen mit den Unternehmen, dies zu thematisieren. Zeitlich ja, sind wir absolut eher zu früh und darum ist es aber auch ein guter Zeitpunkt, jetzt dieses Thema anzufassen oder anzugehen. Weil es ist nicht die Frage, ob wir uns dieser Thematik annehmen, sondern dass wir uns dieser wollen. Oder wir müssen uns dieser Thematik natürlich annehmen. Speaker 1 00:09:30 Aber wenn du sagst, ihr seid in Gesprächen, ist das ja schon mal ein gutes Zeichen, dass da nicht gleich einfach an der Tür abgewiesen, sondern die Leute, die Unternehmen haben wirklich einen gewissen Willen dran. Oder sie denken wenigstens darüber nach, so ein System einzuführen. Was? Was stellt die da für was empfangt die da für Signale? Speaker 2 00:09:53 Die Signale, die wir empfangen, sind ganz klar spannend. Klingt interessant. Dann aber auch schnell wieder. Ja, wie soll das funktionieren? Oder Wir sind ja gar noch nicht so weit. Wir wissen ja gar noch nicht, wo Effizienzgewinne entstehen. Speaker 2 00:10:10 Das sind natürlich diese Bereiche, die mit die wir konfrontiert werden. Auf der anderen Seite muss man ja auch sagen, sind die Unternehmen in dieser Transformation KI einzusetzen. Das ist auch wichtig, weil rund 49 % von den Mitarbeitern haben Angst vor KI. Sprich wir brauchen ja auch eine Lösung für die Mitarbeiter, die ihnen zeigt Wo geht die Reise hin? Wenn wir das nicht haben, haben eben die Mitarbeiter Angst KI einzusetzen, weil sie nicht wissen, wie die KI eingesetzt zugunsten für mich oder gegen mich. Und da merken wir einfach auch, dass das natürlich auch ein Aha Effekt ist bei den Unternehmen das Sagen. Ja, stimmt eigentlich. Man hat einen gewissen Widerstand. So hätte man schneller die Möglichkeit, die Mitarbeiter auch mitzunehmen. Speaker 1 00:11:07 Das ist ja auch innovationshemmend, wenn die Mitarbeiter eigentlich ablehnen. Speaker 2 00:11:12 Absolut. Es gibt keinen größeren, sage ich jetzt Scheitern Aspekt wie wenn man Gegenstand bei den Mitarbeitern hat. Also jede Innovation, die auf Angst trifft oder die, die die Mitarbeiter nicht mitgenommen werden können, scheitert. Oder das Projekt. Speaker 1 00:11:34 Oder setzt jetzt schon doch voraus, dass die Einsicht, dass die Unternehmer wirklich so weit denken. Speaker 1 00:11:40 Andere Option wäre ja, dass man das zwangsmäßig einführt. Es wird jetzt viel über Regulierung. Da geht es dann mehr um Datenverlust, Sicherheit usw aber vielleicht bräuchte es ja. Was ist deine Meinung dazu? Bräuchte es vielleicht eine Regulierung, dass man sagt okay, KI einführen ist okay, aber. Also irgendwie so von Gewerkschaftsseite oder so, aber dann müsst ihr da irgendwie einen guten Score ausweisen. Ja. Speaker 2 00:12:08 Ja, also das ist richtig. Natürlich wird das Thema aktuell, ich sage jetzt mal von den großen Leaders in der KI Branche oft als UBI abgestempelt, dass das Universal Basic Income oder dass man das dann über die Regierung regelt, über den Staat, dass man da eine Entschädigung kriegt. Ich als Unternehmer selber bin der Meinung, wir müssen das in der Wirtschaft lösen, also in der Privatwirtschaft, weil da werden Menschen angestellt, da werden Menschen ersetzt, da werden Löhne gezahlt oder nicht bezahlt. Und wenn man dann einfach sagt, okay, es gibt Regulierungen, der Staat soll das richten, was wir angerichtet haben oder finde ich den total falschen Ansatz? Darum habe ich auch dieses Framework gebaut, Was Unternehmen hilft da eine Lösung zu finden. Speaker 2 00:13:02 Weil ich bin nicht der Mensch, der für Regulierungen steht. Nichtsdestotrotz glaube ich schon, dass die Politik sich auch dem Thema dringend annehmen soll. Oder dass man mit den Unternehmen und der Wirtschaft und der Gesellschaft zusammen eine Lösung findet und nicht abwartet, bis es einfach so weit ist, dass es aufgedrängt werden muss. Speaker 1 00:13:29 Sprechen wir mal über die Lösung, das Human Dividende Modell. Kannst du dazu noch erläutern, wie das genau aufgebaut ist und funktioniert? Speaker 2 00:13:36 Ja, gerne. In zwei Sätzen ganz kurz. Das erste ist das Human Dividende Modell besteht aus 32 mathematisch Parametern, also fundierten Parametern. Die Effizienzgewinne zeigt, wo sie entstehen. Sie entstehen nicht nur bei den Menschen entsteht auch ein Effizienzgewinn beim Material. Es entsteht bei Energie also ein Konstrukt in einem Unternehmen, wo in verschiedenen Bereichen Effizienzgewinn entstehen. Und die greifen wir ab und zeigen, wo das Potenzial ist. Und das zweite ist natürlich dann, wenn man weiß, wie viel Effizienzgewinn im Unternehmen herrscht, dass man diese auch transparent über die Parameter Steuerung verteilen kann. Und somit hat man eine guten Zahlen, Daten, Fakten, Basis, wo man mitarbeiten kann. Speaker 1 00:14:35 Und wie wird das dann konkret verteilt? Ich meine, es braucht ja dann vielleicht weniger Leute. Kriegen die dann einfach mehr Geld? Kriegen die mehr Lohn oder oder was? Wie wird das dann auch umgesetzt? Speaker 2 00:14:46 Genau. Also umgesetzt wird es in dem Sinne, dass man ja nachher sieht, wie ich das verteilen möchte. Sprich ich kann sagen, die Mitarbeiter Arbeiten weniger, haben mehr Zeit. Sprich dieses Thema Romanisierung, also wieder Sinnhaftigkeit finden in den Tätigkeiten, wo man hat Weiterbildungen erfahren. Das heißt nicht zwingend, dass die Mitarbeiter mehr verdienen müssen. Das Ziel wäre ja, dass man zumindest gleichviel verdient, wie man jetzt aktuell verdient und eine Tätigkeit hat und nicht einfach irgendwie über das Universal Basic Income zum Beispiel. Dann einfach einen Obulus hat, dass man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Aber man hat keine Tätigkeit mehr. Wir definieren uns ja auch über den Job und die Tätigkeiten, sozialen Aspekt, wo wir uns drin befinden. Speaker 1 00:15:41 Die Einführung von KI bedeutet ja auch, dass die Mitarbeiter was dazulernen müssen, wie sie damit umgehen. Speaker 1 00:15:48 Und so könnte es auch sein, dass dann die Gewinne quasi in diesen Bereich Weiterbildung Fortbildung jetzt spezifisch auch im KI Bereich fließen könnten? Speaker 2 00:15:58 Absolut. Eben das zeigen wir auch. Wir haben auch die Humanisierung in das Modell einfließen lassen. Sprich unter Führung verstehen wir eben die Sinnhaftigkeit einer aktuellen. Und in den letzten 30 Jahren wurden wir Menschen eigentlich immer mehr zu Maschinen. Dafür ist aber der Mensch nicht geschaffen. Und mit der Humanisierung und Einsetzung von KI haben wir die großartige Möglichkeit, uns Menschen wieder auch dahin zurückzubringen, wofür wir gemacht sind. Sprich neugierig sein, Kreativität, Innovation, Gespräche führen, soziale Kontakte, sich weiterbilden. Das sind alles Aspekte, was uns Menschen ausmacht. Und wenn wir wieder mehr Zeit dafür haben, Mensch sein zu können und uns die KI diese nervige, repetitiven Arbeiten abnehmen. Wäre doch das eine großartige Möglichkeit für uns Menschen. Speaker 1 00:17:00 Das ist ja ein interessanter Aspekt. Wenn du sagst, du sagst jetzt 30 Jahre zurück, hat sich das so entwickelt, dass wir dehumanisiert wurden. Irgendwie ein Stück weit. Und jetzt sagst du gerade durch die KI, die ja eben kein Mensch ist, werden wir. Speaker 1 00:17:15 Können wir uns jetzt humanisieren? Ja. Speaker 2 00:17:20 Ja, das sehe ich so, weil eben. Konkret gesagt nimmt die KI uns ja Arbeit ab. Das sehen wir heute. Es wird effizienter. Wir brauchen nicht mehr so lange Analysen zu machen. Analysen brauchen nicht stundenlang Zahlen in den Computer einzutippen und zu analysieren. Das bringt ja uns dazu, mehr Zeit zu haben. Speaker 1 00:17:51 Es ist ja nicht nur mehr Zeit, sondern wir haben auch mehr Fähigkeiten. Also ich kann jetzt mit KI zum Beispiel, obwohl ich kein Instrument beherrsche, kann ich ganze Songs machen. Richtig. Aus meinem privaten Bereich geplaudert. Aber das gilt ja auch für Willkommen. Entwickeln Sie auch weiter, werden innovativer und Unternehmen können ganz neue Angebote machen. Wird das auch berücksichtigt in eurem System? Speaker 2 00:18:14 Du meinst die Wertschöpfung, also die, dass wir mehr machen, dass man mehr leistet, mehr. Speaker 1 00:18:19 Leisten kann und auch vielleicht Services anbieten kann, die es vorher gar nicht gab? Speaker 2 00:18:23 Ja, das ist natürlich. Im Unternehmen gibt es unheimlich viele Möglichkeiten. Was du aber auch gerade gesagt hast, ist Wir brauchen den Menschen dazu. Speaker 2 00:18:32 Ja, oder der Mensch ist der Treiber oder der der Treiber für die künstliche Intelligenz. Ohne dass der Mensch dahinter einen Auslöser gibt, passiert nichts, oder? Und je mehr. Speaker 1 00:18:47 Die Entschuldigung das gibt ja diese Dystopien, dass man sagt irgendwann braucht es uns Menschen gar nicht mehr. Die KI übernimmt die Kontrolle. Also das ist nicht so, dass der Mensch oder. Wo sind. Wo wird der Mensch künftig eingesetzt sein? Du hast es schon gesagt? Zum Teil. Speaker 2 00:19:02 Ja. Also für mich ist ganz klar, Der Mensch ist der Kompass und die KI ist der Motor. Wir können die Weichen stellen und die Richtung, wo es hingeht. Und dass die KI plötzlich anfängt, den Kompass zu sein und wir der Motor sein werden, glaube ich jetzt nicht. Und da liegt es eben auch wieder an uns, die Führung zu behalten. Speaker 1 00:19:24 Ja, kommen wir mal zurück. Wenn jetzt, wenn wir jetzt damit auf dem Markt unterwegs bist, stellst du da Unterschiede der Bereitschaft in verschiedenen Branchen fest, sich auf dieses Thema einzulassen? Also welche Branchen sind da? Gibt es Branchen, die da affiner für dieses Thema sind und andere, die das weniger interessiert? Speaker 2 00:19:45 Wie schon erwähnt, wir sind in der Sondierungsphase und ich würde es jetzt nicht kategorisieren in Branchen, dass wir da einen Unterschied merken, sondern es ist viel mehr von der Haltung vom Management her. Speaker 2 00:19:58 Es gibt natürlich CEOs oder CFO, die offener sind für das Oder ist es aber weniger branchenspezifisch abhängig? Klar sagen wir schon Branchen, die jetzt so white collar Jobs, sage ich oder die sind natürlich auch eher gefährdet diese Thematik oder sind ausgesetzt der künstlichen Intelligenz. Und da merkt man schon, dass die Thematik verbreiteter ist oder man ein offenes Ohr bekommt als jetzt in der Bauindustrie oder in dem Bereich. Speaker 1 00:20:35 Wenn ihr da Unternehmen angesprochen hat, gab es da irgendwelche Überraschungen? Also irgendwie Reaktionen, die ich überrascht habe? Speaker 2 00:20:43 Ja, gab es durchaus. Natürlich, dass Unternehmer sagen, das ist ein Punkt, wo ich gar nicht berücksichtigt habe. Also mir ist nicht so bewusst, dass das eine Lösung bietet in der Transformation. Zudem argumentieren wir natürlich auch, dass das Human Dividende Modell auch eine Art Budgetplanung ist. Also wenn ich investiere, wo geht die Reise hin oder was kommt hinten raus? Also sprich eben wie ein Budget. Ich muss ja was planen. Ohne dass ich was plane, weiß ich nicht, was hinten rauskommt. Und das ist natürlich auch für CFO sehr interessant zu erfahren den Return on Investment. Speaker 2 00:21:31 Im Künstlichen Intelligenz Bereich. Speaker 1 00:21:34 Gibt es auch total ablehnende Reaktionen. Speaker 2 00:21:36 Absolut. Also gerade heute Morgen habe ich von einem größeren schweizerischen Foodproduzenten. Email erhalten, dass es bei Ihnen kein Thema ist und Sie momentan von einem tiefgehenden Gespräch absehen. Also das ist natürlich schon so, dass wir auch auf Ablehnung stoßen. Speaker 1 00:22:02 Wird man dann auch Ausreden oder Begründungen, warum das jetzt nicht interessant sein könnte? Speaker 2 00:22:08 Ja, keine Zeit, kein Interesse ist noch kein Thema. Speaker 1 00:22:13 Also noch kein Thema. Aber Sie denken, dass es vielleicht eins werden könnte irgendwann. Speaker 2 00:22:18 Ja, das glaube ich schon, dass es für Sie schon bewusst ist. Auch wenn es jetzt bei den Emails oder bei den Gesprächen nicht so so klingt. Aber wie gesagt, vor ein paar Monaten war das noch weit weniger der Fall, dass man auf offene Ohren und als ich auf offene Ohren gestoßen bin wie aktuell, weil eben halt eben durch das Veröffentlichungen von OpenAI. Dieses Dokument hat es schon nochmals etwas Bewegung gegeben und ich hoffe, es wird noch viel mehr kommen. Speaker 1 00:22:53 Also es ist ja auch ein Thema, wo man jetzt so lobbying mäßig oder wo man auch auf andere Institutionen zugehen könnte, sei es auf Verbände oder Gewerkschaften oder auf die Politik. Speaker 1 00:23:04 Bist du da auch schon auf Response oder Unterstützung sogar gestoßen? Speaker 2 00:23:09 Unterstützung in dem Sinne, dass die Leute auch politikmäßig offene Ohren dafür haben. Ich gehe natürlich nicht nur Unternehmen an, wie du sagst. Ich gehe Organisationen an Verbände, Politik, unternehmen. Für mich ist das wichtig. Für mich ist es fast wichtiger, dass möglichst viele Leute davon erfahren. Wird sich nur auf ein Kundensegment oder auf den Kunden spezifisch zu fokussieren. Weil die Thematik ist auch eine Herzensangelegenheit für mich. Es ist nicht nur so, dass da dahinter ein Business steht, sondern primär ist es für mich wirklich eine Herzensangelegenheit, zum Teil eine Lösung zu bieten. Speaker 1 00:23:54 Gehen wir mal davon aus, das wird so akzeptiert. Wie stellst du dir die Arbeitswelt in fünf Jahren oder so vor, wenn sich dieses Modell durchsetzt? Speaker 2 00:24:06 Dann stelle ich mir die Welt einiges entspannter vor wie heute. Sprich Effizienzgewinne wird kein Fremdwort mehr sein. Wir können Effizienzgewinne messen und transparent teilen, ganz klar. Ich stelle mir vor, dass bei Einstellungen oder beim Interview gefragt, die Unternehmen gefragt werden, was ihren Kois oder vergleichbar ist. Speaker 2 00:24:31 Also dass man sieht okay, wo steht das Unternehmen? Wo habe ich meinen Stellenwert in diesem Unternehmen. Speaker 1 00:24:37 Oder dass sie das freiwillig sogar darlegen? So wie eine Ökobilanz? Speaker 2 00:24:41 Ganz genau. Ganz genau. Also da stelle ich mir vor, dass wenn sich das durchsetzt, wir grundsätzlich ganz anderen Ansatzpunkt haben und es nicht mehr so ein Fremdwort ist, wie wir es heute ist. Speaker 1 00:24:55 Könnte es nicht auch ein Label sein für den Konsumenten, dass er sagt? Oder für andere Firmen, die sagen, wir arbeiten eigentlich nur mit Firmen, die auch in diesem Bereich vorbildlich sind? Speaker 2 00:25:07 Ja, da habe ich auch schon drüber nachgedacht mit einem Label. Es kann natürlich durchaus sein, dass es in diese Richtung geht. Ich möchte einfach nicht, dass es so in Richtung Greenwashing geht, oder? Darum bin ich jetzt nicht der Antreiber. Ihr müsst euch dieses Label oder diese Zertifizierung auf die Fahne schreiben. Ich glaube, wenn wir das lösen, wird das ganz einfach in der gesellschaftlichen Positionierung haben und man ist sensibilisiert darauf. Und absolut werden sich Unternehmen, die eine Lösung haben, Mensch und KI stärker sich positionieren können, Wettbewerbsvorteil haben zu Unternehmen, die halt keine Lösung haben für ihre Mitarbeiter. Speaker 2 00:25:49 Das ist ganz klar natürlich auch dann ein Branding für das Unternehmen, wenn sie eine Lösung anbieten können. Speaker 1 00:25:57 Was ja viele Unternehmen gerne machen, dass sie sagen wir gehören zu den besten Arbeitgebern. Und Ökobilanz? Sagen wir mal, vorausgesetzt, es ist nicht einfach Greenwashing. Ja, aber ich denke, dass das nach außen und nach innen vor allem auch was Recruiting von Mitarbeitern, Mitarbeiterinnen betrifft, könnte das ein wesentlicher Aspekt werden? Speaker 2 00:26:21 Absolut. Da gebe ich dir recht. Ja, und dafür stehen wir auch ein und sprechen natürlich auch mit Leuten von hier und da, weil sie einfach auch sehen, das ist wirklich auch ein ein Positionierungspotenzial, was ein Unternehmen hat, also Know how, die klugen Köpfe im Unternehmen behalten zu können, oder? Innovationsförderung. Austausch. Kommunikation. Neugier wecken. Speaker 1 00:26:48 Wie zuversichtlich bist du, dass sich das jetzt in nächster Zeit durchsetzen wird? Speaker 2 00:26:58 Grundsätzlich hoffe ich, dass wir es schaffen, durch diese Transformation alle gemeinsam erfolgreich sein zu können und uns ein besseres Leben zu ermöglichen. Aber ich bin auch Realist und solange das dieses Thema nicht auch noch mehr aufgegriffen wird, auch politisch gesehen. Speaker 2 00:27:23 Also ich habe manchmal das Gefühl, die Politik sieht einen Tsunami auf uns zukommen und wir überlegen uns, ob Schwimmwesten uns hilft, das zu überleben. Wir müssen schneller aktiv darüber sprechen, was uns schützt, wie wir uns nicht wehren können. Aber halt einfach, wie wir diese Problematik auch regulieren können, wie die Gesellschaft mehr Mitspracherecht bekommt in dieser Transformation Leute sind es sammelt man von oben in den Job. Man sagt, welche Modelle gelauncht werden, released werden und welche nicht. Und es kann ja nicht sein, dass 234 Leute global unser weiteres Bestehen diktieren. Speaker 1 00:28:16 Wie du am Anfang gesagt hast. Agieren statt Reagieren. Ich glaube, das ist so die Devise. Speaker 2 00:28:21 Absolut. Speaker 1 00:28:22 Ich wünsche Dir und wünsche dir viel Erfolg und hoffe, dass sich das durchsetzen wird. Speaker 2 00:28:27 Danke. Speaker 1 00:28:28 Dass du hier zu Gast warst. Speaker 2 00:28:29 Sehr gerne, Christoph. Und vielen Dank.
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