#43 | «KI ist ein Spiegel der Menschheit» | Gast: Selena Calleri, Computerlinguistin
Blondinenwitze in Kulturen, wo es sie nie gab – ein kleines Beispiel, das viel erklärt. KI ist nicht neutral, sie spiegelt zurück, was wir hineingesteckt haben. Computerlinguistin Selena Calleri im Podcast «AI und Gesellschaft».
Selena Calleri ist Computerlinguistin, Rechtstheoretikerin und Inhouse AI Consultant bei der TX Group. Im Podcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» spricht sie über eine Frage, die viele beschäftigt: Versteht KI Sprache wirklich – oder simuliert sie nur?
Für Selena Calleri ist die Antwort klar: «Es ist eigentlich immer nur ein Educated Guess. Die KI versucht statistisch vorauszusagen, was die bestmögliche Antwort ist.» Wer Computerlinguistik studiert hat, wie sie es getan hat, war schon früh immunisiert gegen den Hype. Sprachmodelle waren schon immer Werkzeuge zur Sprachmodellierung – jetzt seien sie schlicht besser, weil sie über mehr Daten und leistungsfähigere Algorithmen verfügen. Von einem «denkenden Wesen» zu sprechen, hält sie für eine Kategorienverwechslung.
Tausend Perspektiven – und keine eigene
Was fehlt, nennt sie «Situiertheit». Ein Mensch ist eingebettet in seine Geschichte, seine Erlebnisse, seine Beziehungen – das alles formt seine Perspektive, ob er will oder nicht. Ein Sprachmodell hingegen sei eine Mischung aus tausend Perspektiven, aber besitze keine eigene. Die Philosophin Donna Haraway beschreibe diesen blinden Fleck treffend als «View from Nowhere» – der Anspruch auf einen objektiven Blick von überall und nirgendwo zugleich.
Blondinenwitze als Symptom
Besonders pointiert fällt Calleris Einschätzung zur viel beschworenen Neutralität von KI aus. «KI ist nicht neutraler als wir – sie spiegelt einfach alle Meinungen auf dieser Welt wider.» Das Training entscheide, was hineinkomme, und damit auch, was herauskomme. Als Beispiel nennt sie mehrsprachige Modelle, in denen Blondinenwitze plötzlich auch in Sprachräumen auftauchen, wo solche Stereotype kulturell schlicht nicht existieren – ein Nebenwirkung der Mehrsprachigkeit, die unbemerkt kulturelle Prägungen überträgt. Kurz: Sprachmodelle halten uns einen Spiegel vor – und der zeigt unsere eigenen Vorurteile.Der Spiegel lügt nicht, er zeigt nur unsWie lässt sich das verbessern? Calleri plädiert nicht für technische Patentrezepte, sondern für mehr Diversität – in Teams, in Trainingsdaten, im Diskurs. Mehr Perspektiven am Tisch, und die Bereitschaft, Widersprüche auszuhalten, statt vorschnell einen Konsens zu erzwingen. «Es gibt keine absolute Wahrheit», sagt sie mit der Gelassenheit einer Philosophin, die das ernst meint.
Ihr Blick auf die nächsten zehn Jahre ist nüchtern: Sie erwartet eine wachsende gesellschaftliche Schere zwischen einer hyper-digitalisierten Schicht und einer Gegenbewegung, die auf Souveränität und Selbstbestimmung in der Technologie setzt. Gerade in Europa werde diese Spannung spürbar zunehmen. Was hilft? Räume schaffen, in denen Menschen miteinander reden, die das normalerweise nicht tun. «Community Building», sagt Calleri – und schlägt, nicht ganz ohne Augenzwinkern, das gemeinsame Essen als unterschätztes Mittel der Demokratisierung vor.
Der Videopodcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt», moderiert von Christoph Soltmannowski, wird produziert von der Stiftung Text Akademie. Monatlich erscheinen zwei Folgen, auf Spotify, YouTube und den grösseren weiteren Podcast-Plattformen. Produziert von Castalavista.
0:16 Heute zu Gast bei uns im Podcast ist Selena Calerie. Du beschäftigst dich mit ganz vielen Themen, zum Beispiel mit Computerlinguistik, Rechtstheorie, Employee Experience, wie würdest du jemanden an einer Party erklären, was du beruflich genau machst? Im im Moment würde ich sagen, bin ich vor allem im Thema AI und Medien tätig, da ich für ein Medienunternehmen so. Ai würde ich sagen, so inhouse AI Consultant bin. Also du bist AI ambassador bei 20 Minuten, da haben wir uns auch kennengelernt, haben wir auch eine Zeit zusammengearbeitet, das machst du jetzt immer noch oder noch viel mehr, wie du mir vorhin gesagt hast.
0:58 Noch viel mehr eigentlich als 4 Tage die Woche sicher, aber grundsätzlich würde ich sagen, mache ich ganz viele verschiedene Dinge. Aber was immer im Zentrum ist, ist. Eigentlich zu verstehen, wieso Menschen oder irgendwann auch Maschinen über gewisse Dinge auf eine bestimmte Art sprechen oder wie man irgendwie verstehen kann, ob man voraussagen kann, was. Die Bedürfnisse von gewissen Menschen sind, wenn man anschaut, wie sie über Dinge. Reden also das Thema, worüber wir heute sprechen, ist KI und Sprache vor allem, und da sind wir schon mittendrin, also grundsätzlich, wenn Ki Sprache analysiert, versteht sie die Sprache wirklich, oder es gibt jetzt so ein Buch, das heißt, weiß die KI, dass sie nichts weiß, oder simuliert sie nur das verstehen.
2:05 Wo ist da für dich die die Grenze oder was wie wie hast du das quasi erfahren? Also für mich ist es ganz, und das ist auch immer, wenn ich über ki Rede oder ki irgendwie unterrichte, ist für mich ganz wichtig zu unterstreichen, dass es eigentlich immer nur ein educated Guest ist. Also es ist immer nur die KI versucht einfach statistisch gesehen vorauszusagen, was die bestmögliche Antwort ist. Aber wenn man es aus philosophischer Perspektive betrachtet, ich habe es so über meinen Philosophiemaster abgeschlossen, gibt es ja ganz viele Theorien dazu. Ist es eigentlich nur eine so dieses Experiment von des Chinese Room, oder wenn du alle Regeln kennst?
2:52 Der Sprache kannst du die Sprache so simulieren, dass niemand weiß, dass du eine Maschine bist? Oder geht da irgendwas verloren, genauso wie der Turing Test? Und ich glaube, es ist also für mich war es von Anfang an klar, dass das nicht irgendwie so ein Wesen ist, das jetzt Intelligenz hat. Als ich Computerligistik studiert habe, wie war das für uns sowieso, es gibt halt sprachmodelle, die halt sehr gut voraushaben können, wie Sprache funktioniert, und jetzt sind sie einfach viel besser, weil sie mehr Daten haben, weil andere Algorithmen dahinter sind, aber für mich war das eigentlich nie eine Frage, ob das jetzt ein. Denkendes Wesen ist oder ob das irgendwie nach das Wort Intelligenz immer sehr schwierig es ist für mich ein Modell, das sehr gut unsere Sprache nachmodellieren kann und dadurch sehr nützliche Dinge machen kann und weniger nützliche Dinge auch sehr gut machen kann. Also die Frage ist ja, spielt es eine Rolle, ob das jetzt selber denkt oder nicht oder geht irgendwas verloren, ist irgendwas nicht dabei, das an echter menschlicher Sprache wichtig ist?
4:08 Also etwas, was ich immer herausstreiche, wenn ich über das Rede ist, dass es so wie eine es ist, nicht situiert in der Welt. Es ist ein. Eine Mischung von ganz vielen Meinungen, von ganz vielen Perspektiven. Aber es hat keine eigene Perspektive, darum musst du prompt dann immer das Modell wieso Situieren auf der Welt und sagen du bist XY, weil es ja nicht irgendwo existiert auf der Welt und es gibt ganz spannende Philosophinnen wie zum Beispiel Donna Haroway, die über diese Perspektivlosigkeit und dieses. Diesen Drang dieser Objektivität des View from Nowhere oder du willst irgendwie so das Ziel der Wissenschaft und so, diese Natur irgendwie aus dieser Gott Perspektive anzuschauen und ein lm ist eigentlich genau das Gegenteil, weil es sind Tausende Perspektiven, aber keine wirklich und ich glaube, wenn ich spreche, ich kann meine, ich kann sicher, ich kann mich in deine Realität hineinversetzen, aber. Alle meine Erlebnissen meine jetzt fast 32 Jahre irgendwie auf dieser Welt.
5:17 Alles, was ich studiert, was ich gemacht, jede Person, mit der ich interagiert habe, das fließt in das hinein, was ich mache, und das situiert mich in einer ganz spezifischen Perspektive auf der Welt, ob ich will oder nicht, und das wirst du nie, das kannst du nicht haben, bis jetzt in einem Large Language Model, vielleicht müsste man das wie erziehen, auch über ganz viele Jahre, um das Gleiche irgendwie erreichen zu können. Aber ich denke, das ist das, was der große Unterschied ist. Wir müssen immer noch sagen, was es ist und wo es ist. Aber jetzt wird es interessant. Das ist ja, wenn wenn man sagt, also du beschäftigst dich ja auch mit Journalismus, du arbeitest für die TX group 20 Minuten. Und was uns als Journalisten da immer gepredigt wurde, sage, ja, berücksichtige alle Standpunkte möglichst objektiv.
6:04 Ist da vielleicht die KI sogar besser, als wenn du von aus deiner persönlichen Geschichte und Befangenheit oder deiner persönlichen Agenda heraus einen Text produzierst? Ich glaube also, das ist für mich immer das, was ich am bemerkenswertesten finde von meinen, also von den Personen, mit der ich arbeiten, dass sie das. Ziemlich gut können sich eigentlich zu abstrahieren, wenn etwas ganz Schlimmes passiert und dass sie nicht einfach schreiben. Es ist mega schlimm und ich bin mega traurig, sondern dass sie irgendwie das auch so neutral wie möglich wiedergeben können, aber ich glaube, das ist ja, wenn die große große Fehler von KI, also wie wir KI sehen ist, dass wir das Gefühl haben, es ist neutral und ich glaube, es ist. Nicht neutraler oder weniger neutral als wir, weil es widerspiegelt ja eigentlich einfach alle Meinungen auf dieser Welt.
6:58 Und je nachdem, wie wir prompten, je nachdem, was wir für Inputs geben und auch welche Modelle wir heraussetzen nur schon im Training der Modelle, das ist nicht neutral, weil basieren auf den Daten, die hineinkommen, kommen dann auch ganz spezifische Meinungen heraus, auch wenn wir. Alignments machen, wenn wir so wie bei Entropic, die eine ganze Verfassung machen, aber das ist ja alles basierend auf einer Perspektive oder auf mehreren Perspektiven, absolut eine ganz klare Vorstellung, und man hat jetzt auch gesehen, dass zum Beispiel in mehrsprachigen Modelle, es gibt Kulturen, da gibt es keine Blondinenwitze, weil das ist einfach nicht. Lustig, oder? Das ist einfach nicht ein Ding in dieser Kultur und man denkt nicht, dass Blondinen dümmer sind, das andere, das ist nicht deine Meinung, die ich teile natürlich, und dann plötzlich ist geschehen, dass in Kulturen oder in Sprachen, wo diese Blondinen nicht existieren, plötzlich Blondinenwitze aufkommen, weil in dieser Multimodalität. Und in dieser Mehrsprachigkeit der Modelle wird nicht mehr unterschieden.
8:04 Ah, das ist jetzt nur ein Schweizer Kind, das ist dann plötzlich ja weiß nicht, für welches Land das ist. Und ich glaube, das sind dann Dinge, die passieren, wo uns zeigen, dass diese Modelle eben genau nicht neutral sind, dass es eine klare Weise hat von einer grösseren, wenn es mehr englische Texte hat, wenn es mehr Texte von weißen Personen hat oder von Männern, dann ist es nicht mehr neutral in diesem Sinn, und dann? Fehlen wahrscheinlich Perspektiven die die du hast, wenn du mehr oder mehr Leute treiben lässt. Zum Beispiel in einer Zeitung. Was sagst du denn, dass Menschen grundsätzlich neutraler sind als die Kyo? Da sind wir vielleicht sowohl als Mensch und auch die Maschine meine nicht ganz neutral.
8:45 Beides nicht neutral, weil die Maschine reflektiert ja nur, wie wir denken, weil es ja trainiert auf unseren Daten. Es ist ja nicht trainiert, auf in einem abstrakten. Neutralen Entität es ist ja also, ich finde, eigentlich sind die Sprachmodelle interessant in dem Sinne, dass sie uns einen Spiegel vorhalten über unsere fehlende Neutralität oder über unsere Vorteile, weil wir diese genalen Daten wiederfinden und in den Antworten, und das ist einfach ein Spiegel von von der Menschheit. Und was ist denn grundsätzlich? Also ich nehme an, dass du, dass du viele Vorteile siehst. Dazu kommen wir nachher noch, wenn man KI anwendet. Wie kommen wir denn, wie können wir diese Hürde überwinden, also dass wir, dass wir ein Ziel erreichen, nachher mit einem Text oder einem einem Beitrag, der die entsprechende Neutralität oder die entsprechenden vielen Perspektiven berücksichtigt. Ich glaube, das kommt nur aus einer mehr, also wenn mehr Menschen mitdenken und wenn mehr. Entitäten mitbeteiligt sind und man wirklich auch sich gegenseitig zuhört und auch Spannung zulässt. Weil es gibt nicht immer, also ich meine, als Philosophin finde ich sowieso schwierig zu sagen, es gibt eine absolute Wahrheit, dann bewege ich mich in Gewässer, wo ganz viele andere schon vor mir sich verbrannt
10:17 haben, aber ich würde sagen, je mehr Leute wir. Im Diskurs partizipieren lassen und mehr verschiedene Perspektiven wir partizipieren lassen, die den Diskurs auch beeinflussen können und auch wirklich zuhören. Dann können kommen wir nicht zu einer Neutralität, aber zu also ich, ich frage mich immer, ob dieser Neutralitätsanspruch wirklich möglich ist. Das ist etwas, was mich oft umtreibt. Also konkret, was müsste man denn tun, also wie kann man da in diese Richtung arbeiten? Diversere Teams Leuten Chancen geben, die vielleicht ich glaube auch viel. Also ich finde es immer spannend in der Schweiz, dass wir viele Konferenzen mittlerweile auf Englisch halten, weil weil wir nicht in Französisch, Englisch, italienisch, Deutsch sprechen, alle, und ich würde sagen, vielleicht müssen einfach alle in ihrer eigenen Sprache reden und wir nutzen dann übersetzungstools.
11:16 Um uns ein bisschen mehr zu verstehen, aber ich glaube, wir wissen alle, wie es ist, wenn ich, wenn du in einer Muttersprache über etwas redest oder in einer ich lebe jetzt auch Spanisch und ich kann sehr gut spanisch, aber manchmal fehlen mir einfach gewisse Worte oder gewisse Referenzen auch oder irgendwie ein Schweizer Team, dass ich dann hier nicht einfach, ich kann dir sagen, ich bin gewesen, Stube sitze, das versteht ja niemand wieso, was ich da meine und. Ich glaube, wenn wir mehr Leute an den Tisch einladen, hier kommen wir vielleicht schon in eine gastronomische Ader, ja. Die hast du ja auch noch. Ja, gibt es eine? Ich würde sagen, eine Demokratisierung des Diskurses, oder also wir hören mehr Leute zu, wir können mehr verschiedene Perspektiven mit einbringen, und ich glaube, das Aushalten von Konflikt oder von Perspektiven, die nicht unbedingt die halt nicht übereinstimmen, aber die beide valide sind, das ist etwas, was. Mega schwierig ist, aber ich glaube besser abbilden würde vielleicht mehr Neutralität abbilden würde. Ich hatte gerade hier eine Unterbrechung. Ist es möglich, dass du den letzten Satz zur Sicherheit noch mal wiederholst?
12:29 Genau. Also ich glaube, wenn wir mehr Perspektiven sowie an den Tisch einladen und so die. Die Konflikte oder die, wie sagen wir, das Contradictions so. Gegensätze. Genau die Gegensätze in diesem Diskurs. Wieso aushalten können also so agrete Disegree also diese Idee, ich glaube, es gibt keine absolute Wahrheit, um zu wissen, wie viele Meinungen Platz haben und dann wird das, glaube ich, neutraler. Ich, ich finde es ist ein mega komplex, ist mega geladenes Wort und ich weiß in der Schweiz immer so, aber Neutralität ist auch schnell Passivität und ich glaube das ist etwas, was dann nicht immer, also je nach Situation halt nicht ideal ist. Aber was sicher ideal ist, ist eine Kommunikation zu suchen und.
13:30 Ja, alle Perspektiven in einem Diskurs versuchen irgendwie darzustellen, das ist natürlich mega schwierig. Zum Beispiel als Journalist. Du kannst nicht immer alle Leute in den Tisch einladen, aber es ist wichtig, dass du dir bewusst bist, was deine blight Spots sind und was potenzielle blight Spots sein könnten von anderen Personen. Also ich sehe da viele Themen, da könnten wir weitere Podcasts machen. Das ist die. Gibt es eine absolute Wahrheit? Was ist Neutralität? Aber ich möchte jetzt auf ein anderes Thema kommen und eigentlich beim Thema bleiben. Auch denkst du, dass du hast dich ja mit mit Sprachbarrieren auch beschäftigt, du hast an einem Toolkit gearbeitet zur mehrsprachigen Innovation, um Sprachbarrieren in Teams zu überwinden, denkst du das KI als Übersetzungswerkzeug? Barrieren abbauen kann oder das sogar schon tut. Ich glaube, es tut zu einem gewissen Grad. Ich glaube, wir landen oft in dieser peaward Sprache und oder in dieser mittelsprache englisch, obwohl wir eigentlich einfach direkt, also ich arbeite viel in einem französischen Team zusammen, ich verstehe gut Französisch, aber ich habe jetzt keine perfekte Grammatik und.
14:43 Ich finde, dann kann ich einfach mal ja brauchen, um irgendwie das, wie ich es schreiben würde, zu übersetzen und mehr so meine Art, meinen Ton rüberzubringen. Mittlerweile Dank meinen Computerlinguistinnen und Computerlinguisten in meinem Leben und an der Uni und überall sind diese sprach diese Übersetzungstools ja auch viel besser geworden. Ich glaube das hilft, wenn ich mit jemandem in seiner oder in ihrer Sprache sprechen kann, das ist immer anders und. Da sehe ich ein großes Potenzial. Also mein Traum wäre ich, dass eine ich eine Konferenz gehe und jede Person einfach in jeder Sprache oder in den Sprachen. Es gibt ja immer mehr mehrsprachige, ja.
15:25 Es gibt für mich einfach Wörter, die kann ich nur auf Italienisch sagen, oder die kann ich nur auf Spanisch sagen oder ausdrücke. Und manchmal, wenn es Schimpfwörter sind, ist es vielleicht auch besser, wenn das nicht irgendwie. Versteht genau, aber oder auf Deutsch. Ich meine wie oft ich irgendwo sage, ja, auf Deutsch kann ich einfach ein Wort kreieren, das kann ich auf Spanisch nicht machen und das sind einfach Dinge, die verloren gehen, wenn wir alles nur auf so eine zentrale Sprache wie Englisch. Übersetzen alle als nicht muttersprachlerinnen. Ich glaube, da kann ich viel mehr vielen Leuten Zugang geben, also die vielleicht. Ich glaube, ich habe es noch nicht ausprobiert, aber ich glaube, mit den neuen Ehebarts von von Apple und so ist es schon möglich, dass man so quasi eine Simultanübersetzung im Ohr hat und trotzdem lernst du ja jetzt spanisch. Also es hat trotzdem mehr Vorteile oder noch wenn man, wenn man die Leute in ihrer.
16:23 Andere Leute in ihrer Muttersprache auch ansprechen kann und versteht. Absolut. Ich lebe in diesem Land jetzt schon seit fast 7 Jahren. Ich bin in einer Beziehung mit einer spanisch sprechenden Person, ich finde, das ist auch das ist etwas, was ich finde, dass wir auch Respekt zollen, ich wohne im Ackerland, ich habe auch versucht, Baskisch zu lernen, aber das. Noch mal eine andere Baustelle oder eine größere? Baustelle, aber ich glaube, das ist einfach. Es gibt Dinge, die sind nicht übersetzbar und das ist auch viel Kultur in unserer Sprache und viel rundherum. Das Spanisch, dass ich hier spreche oder das Spanisch, das in Lateinamerika gesprochen wird, das ist nicht das gleiche, genauso ich meine in der Schweiz, wenn ich mit meinen Bernhard Freundinnen rede, ist es nicht das gleiche, wie wenn ich mit meinen Zwischenfreundinnen rede, es ist einfach Sprache macht uns Sprache ist handeln, Sprache ist Kultur, Politik ist ganz viel und.
17:21 Wenn wir durch AI mehr in unserer eigenen Sprache sprechen können und Minderheitssprachen eigentlich behalten können, finde ich, dass ein extrem schönes, gutes Outcome. Aber wir müssen eben schauen, dass es nicht das Umgekehrte passiert. Du hast ja auch an Diskursanalysen gearbeitet, dabei auch dich mit der Frage beschäftigt, wie Sprache Realität konstruiert, welche Realität Realität oder Realitäten konstruieren. Denn KI generierte Texte, auch wenn sie jetzt immer häufiger das Internet dominieren. Das ist the question.
18:03 Also ich glaube, es konstruiert die Realität. Es gibt uns so jetzt so eine. So mischlingsrealität also es ist wieso ein ein Mix von ganz vielen Perspektiven, aber es ist keine, es hat ja auch ganz viele Abstraktionsstufen im Training dieser Modelle und man versucht irgendwie. Also ich habe Computerlogistik studiert, weil ich dachte, das ist ja absolut wild, dass wir versuchen mit mathematischen. Strukturen, die Welt und Sprache abzubilden, das war für mich so faszinierend. Also weil ich dachte, wir wollen so ein super fluides, ambigues Ding in etwas überhaupt nicht ambigues und extrem statisches Ding wie mappen, oder?
18:51 Was war dein Lieblingsfach in der Schule? Mathematik oder Sprache, Deutsch oder oder Sprachen? Beides ja mega schlecht in Mathe, Mega lang bis ich eine super mathelehrerin hatte und dann plötzlich war ich so okay. Ja, die super Mathelehrerin hat mir gefehlt. Ich bin bei den Sprachen geblieben. Also Sprache war für mich, ich bin halt zweisprachig aufgewachsen und für mich ist Sprache ist so etwas. Ich weiß auch nicht, das ist so etwas Faszinierendes, weil niemand spricht gleich niemand. Das ist für mich so etwas unglaublich faszinierendes und ich glaube, wenn man zweisprachig aufwächst, wächst man schon so in dieser, in diesem Verständnis auch, dass einfach gewisse Dinge, es gibt Wörter, die ich, obwohl ich in der Schweiz aufgewachsen bin, in Zürich, die sage ich einfach immer auf italienisch, ich weiß nie, wie man Handtuch sagt, ich sage immer tavaria, und das ist einfach so, Dinge, die, das prägt dich einfach.
19:51 Aber um auf deine Frage zurückzukommen, welche Realitäten abgebildet werden, ich glaube keine Realität. Ich glaube, es ist eine, es ist eine so Annäherung an etwas Reales, aber dieses Uncanny Valley oder dieses, so irgendetwas ist off, ich weiß, dass es irgendwie off ist, aber es ist eben, glaube ich, keine Realität, es ist ein Mix aus vielen Realitäten, und es fühlt sich echt an, aber. Wir merken ja dann auch oft, dass etwas irgendwie nicht stimmt, aber es ist fast mehr ein Bauchgefühl als also das wird wirklich sein können. Aber wegen dem fühlt sich dieser Text jetzt anders an. Aber ganz grundsätzlich, also ich habe hier noch ganz viele Fragen, aber um die Länge von unseren unserer Podcast Folge nicht zu strapazieren.
20:41 Ganz grundsätzlich denkst du, dass uns die KI als Menschen mit verschiedenen Backgrounds und verschiedenen Sprachen. Letztlich mehr zusammenbringt, oder? Oder landen wir in eben von KI generierten verschiedenen Anführungszeichen, Realitäten und Bubbles? Die Bubbles, die Bubbles, gab es auch vorher schon. Ich habe die auch viel erforscht. Die Bubbles gibt es immer. Glaube ich. Früher war das vielleicht eine Zunft und heute ist es halt irgendwie dein Social Media Algorithmus.
21:24 Ich glaube aber, es ist nicht unbedingt die KI selber, das ist halt wie sie eingesetzt wird, wenn plötzlich die KI eingesetzt wird oder wie wir halt ja schon. Gesehen gerade sorry, hat da ist so ein Störgeräusch, wird gerade ein ein Flugzeug oder ein Traktor vorbei, können wir die Frage nochmal. Machen Helikopter oder so. Können wir noch mal was war die Frage, warte mal. Ja, eben denkst du, dass wir in verschiedenen, dass uns die sprach, denkst du, dass uns die KI mehr auseinander bringt, weil sie verschiedene Realitäten und auch Bubbles erzeugt, oder verstehen wir uns demnächst besser, wenn die KI als Übersetzungswerkzeug überall eingesetzt werden? Die, ich würde gerne sagen, dass wir uns hoffentlich besser verstehen, aber wenn ich so an die Menschen habe, habe ich das Gefühl, es ist doch ein Unterschied. Es gibt aber diese Bubbles schon immer, früher waren es vielleicht deine Bytes und jetzt ist es halt dein Algorithmus. Ich glaube das Problem mit AI ist, dass halt das so personalisiert werden kann, also wir haben das ja schon gesehen vor wie, wie lange war das jetzt mit Cambridge Analytica. Wenn du einfach ganz spezifischen Content halt ausgespielt und wirklich so auf deine Ängste oder auf deine so tiefsten ja keine Sorgen, irgendwie etwas ab, ja etwas abgezielt werden kann, dann
22:58 glaube ich, wird es wirklich schwierig und dann braucht man eine gewisse Intervention und Regulation. Darum ist es wichtig, dass du noch mit deiner Nachbarin sprichst oder dass du mit dem Bäcker manchmal irgendwie noch ein bisschen Smalltalk machst, um wie zu sehen okay. Es gibt noch andere Realitäten und nicht nur das, was ich halt den ganzen Tag sehe, wo irgendwie mit Ai oder mit Machine Learning ganz klar auf mich irgendwie abgezielt wird und nicht nur das sehe, was ich möchte und dann sehen wir wieder an diesem Punkt, dass man halt eben diese Gegensätze aushalten muss und ich glaube, wir haben vielleicht ein bisschen verlernt, diesen Gegensätze auszuhalten. Und irgendwie Raum zu lassen für andere Meinungen, ohne dass wir gleich sind. So, es kann nicht sein, dass diese Person diese Meinung hat. Aber da können wir die Meinung von KI nicht auch mit Einschließen in diesem Kreis.
23:47 Aber hat KI eine Meinung? Ja, also ich habe zum Beispiel die Erfahrung gemacht, ich habe, ich mache jetzt viel mit Claude, und dann habe ich da ganz viele Sachen. Ich war jetzt so in einer Workation 6 Wochen in Thailand und irgendwann mal habe ich so. Mehr so als Test Claude gefragt. Was könnte ich denn jetzt noch besser machen bei diesen verschiedenen Tasks? Ich habe, und dann sagt mir Claude, Du bist doch auch in den Ferien, du könntest jetzt dich mal mehr um deine Familie kümmern. Ja. Muss ich sagen, hat sie recht? Ja, also. Ja, ich glaube, es ist nicht. Es ist eine Meinung, aber es ist nicht. Also das hat, was wir mal besprochen haben, es ist nicht echt, es ist einfach irgendwie. Also es ist ja auch designed worden von Philosophinnen und es ist ja auch konstruiert worden, diese Persönlichkeit, die Cloud hat, und ich glaube, das ist da auch ein bisschen ein Unterschied, wenn man es mit anderen Modellen anschaut, sowieso eine eigene Persönlichkeit und andere Tools haben mehr so okay, und es gab ja diesen, ich weiß nicht, wie das ist Bullshit Index, also wie schnell du die Meinung ändern kannst.
24:53 Auch von einem Tool und. Ja, vielleicht ist einfach in dem Kontext, den Cloud hatte von dir in diesem Moment sagt er ja Baby, solltest du einfach mal chillen, irgendwie und Thailand genießen und aber es ist nicht, es ist halt wie nicht echt, es ist ja einfach nur Statistik und ich glaube, dass es nur Statistik ist. Müssten wir uns irgendwie 5 mal am Tag wieder erinnern um genau nicht zu sagen, ja es hat eine Meinung, ich finde das immer schwierig, wenn Leute in ihre. Breite singen ihren Streit, schlichten mit Ai oder so. Nicht komplex. Das ist sehr komplex, aber auch sehr spannend. Was denkst du denn, was wir so in den nächsten 10 Jahren noch alles erleben werden oder was so die großen Veränderungen sein werden?
25:46 Ich glaube will in very interesting times. Ich habe immer das Gefühl, dass das ist deine These, die ich schon seit einigen Jahren habe. Dass irgendwann so ein eine Schere aufgeht in der Gesellschaft. Also wir haben jetzt schon viele scheren, aber dass es irgendwie so eine ziemlich starke Anti Technologie Bewegung geben wird oder anti oder sehr viel mehr diese so Open Source self hosted, alles irgendwie also mehr Souveränität und mehr. Selbstbestimmung in der Technologie Ich glaube, das merkt man schon und ich glaube, dieser Drang wird immer größer und es wird auch immer machbarer.
26:30 Ich kann jetzt einfach mit ziemlich, ich kann jetzt mega einfach mit irgendeinem Modell selber auf meinem Computer laden und mit dem Interagieren und muss nicht mehr, ich glaube das wird ein großes Thema werden und das wird glaube ich unsere Gesellschaft auch ziemlich spalten, sowieso digitale Aussteigerinnen würde ich sagen, vielleicht. Und ich glaube, das wird ein ziemlich große in gewissen Gesellschaften. Ich glaube, das ist auch nicht, man kann das auch nicht generalisieren, die Technologien anderen Kontinenten, angeschaut wird das ganz anders, die haben ganz andere Kosmavisionen, was das angeht, und ich glaube, in Europa wird es so eine aussteigerinnen Kultur geben bis zu einem gewissen Grad und eine Hyperdigitalisierte.
27:20 Gesellschaft und ich glaube, das wird dann noch schwieriger zu werden, irgendwie da einen Mittel, ja so einen common Ground zu finden. Was können wir denn tun, um diesen Common Ground zu erreichen? Zusammen Essen, das ist ja. Immer. Da kommen wir auf dein nächstes Thema Gastronomie, das ist leider nicht das Thema dieses. Podcasts. Aber für mich ist schon so Community Building. Räume schaffen, wo Leute miteinander an einem Tisch sitzen, die normalerweise nicht miteinander an einem Tisch sitzen, ist, glaube ich, so immer wichtiger in einer Welt, wo es weniger diese Räume gibt, wo man eben nicht nur mit seiner Bubble interagiert, und das ist für mich schon so.
28:09 Für mich ist da Essen oder Gemeinsamkeiten schaffen oder eben so diese. Verschiedene Perspektiven an den Tisch bringen extrem wichtig und da kann können Initiativen wie ein, ein Abendessen oder so vielleicht viel bewirken, auch wenn es sehr idealistisch oder vielleicht ein bisschen romantisch sind, aber ich glaube, da kann viel passieren, auch wenn wir manchmal am Weihnachtsessen nicht mit unseren sehr andersdenkenden Verwandten sprechen wollen, aber es ist auch immer wichtig, dass wir uns erinnern, dass nicht nur unsere Perspektive existiert. Noch eine Frage zum Schluss. Du hast jetzt noch Philosophie studiert, also hast schon abgeschlossen, du bist noch dran, abgeschlossen und abgeschlossen ist das. Wenn man philosophiert denkt man so an weiß ich was alte Griechen, Schopenhauer, Menschen die längst tot sind aber denkst du Philosophie ist auch durch KI aktueller denn je oder wichtiger denn je.
29:08 Ja, also mein Master war eben Philosophie der Technologie, Gesellschaft und Wissenschaft. Das heisst fokussiert auf was macht Innovation mit unserer Gesellschaft, was passiert, was machen Technologien mit unserer Gesellschaft, wie können wir machen, dass das irgendwie, wie machen wir Wissenschaften, wieso machen wir Wissenschaft so und was, was schöpfen wir überhaupt für wissen, wenn wir Wissenschaft machen, was repräsentieren wir überhaupt, und ich glaube, das ist aktueller denn je und. Also ich war eigentlich der ganze Master. Es war so, ich dachte so okay vielleicht ist es ein bisschen veraltet, alles was ich mache, aber ein ganzes Studium war ich so okay das ist aktueller denn je und wichtiger denn je, dass wir uns diese Frage wählen, so was ist Menschheit, was machen wir mit unserer Gesellschaft, wie machen wir eine Gesellschaft, wie intervenieren Technologien in unserer Gesellschaft, wie stellen wir sicher, dass wir nicht die Hälfte der Gesellschaft auslassen oder dass wir nicht so irgendwie.
30:11 Wie stellen wir sicher, dass Leute mitreden können in einer Technologie und ob wir jetzt gewisse Dinge machen in einer Gesellschaft oder nicht? Und was das dann auslösen kann? Ich glaube, das ist eigentlich wichtiger denn je und sich überhaupt die richtigen Fragen stellen zu können und kritisch zu hinterfragen und zu wissen, was andere Personen zu einem Thema gesagt haben, ist fundamentaler denn je, glaube ich. Zuletzt noch etwas. Ich habe heute morgen noch mal mit KI einfach KI geminil hab ich gefragt, was weißt du über Selena Kallery und die hat dir ein Kompliment gemacht und das lässt nämlich zusammenfassend lässt sich sagen, dass Selena Kallery eine Brückenbauerin ist.
30:56 Sie nutzt hochmoderne linguistische Methoden und KI und komplexe gesellschaftliche Fragen von politischer Sprache bis hin zur Innovation im Gastgewerbe greifbar und Analysierbar zu machen. Hat sie das erfunden oder ist das Stand? Das hat das irgendjemand sonst schon mal über dich geschrieben? Ich glaube, das hat man in Fragmenten schon über mich geschrieben, aber das ist die Aggregierung von unsere sehr schmeichelhafte Aggregierung von was ich so mache. Ja, aber vielleicht auch trifft auch Neutralerweise zu. Also ich hoffe, dass du weiterhin Brücken baust und freue mich auf. Weitere Gespräche, weil ich denke, wir könnten jetzt noch viele Sachen, also wir haben jetzt viele Topics gekommen, wo wir noch stundenlang drüber sprechen können, aber danke dir herzlich. Danke dir.
31:46 Man kann immer weiter philosophieren. Und ich hoffe, wir sehen uns dann auch bald wieder mal im im physischen Leben, ja. Sehr gern.
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