25. Oktober 2025

#32 | «Ich habe mich überflüssig gemacht»| Gast: Simon Kümin, Texter

#32 | «Ich habe mich überflüssig gemacht»| Gast: Simon Kümin, Texter
AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt
#32 | «Ich habe mich überflüssig gemacht»| Gast: Simon Kümin, Texter

Der Zürcher Texter Simon Kümin hat etwas getan, wovor sich viele Kreative fürchten: Er hat seine eigene Arbeit teilweise automatisiert. Im Podcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» spricht er über den Umbruch in der Kommunikationsbranche – und darüber, warum er darin keine Bedrohung, sondern eine Chance sieht.

Simon Kümin, seit über zehn Jahren als selbstständiger Texter tätig, hat gemeinsam mit dem Schweizer Anbieter Campfire eine eigene KI-Lösung entwickelt. Sie ist auf seinen Stil trainiert und kann Texte in seiner Tonalität verfassen – bis hin zu Pressemitteilungen, die er unverändert veröffentlicht. «Ich wollte zeigen, dass KI gute Texte schreiben kann – und dass man sie produktiv einsetzen kann, statt sie zu fürchten», sagt Kümin im Videopodcast-Gespräch mit Christoph Soltmannowski

Im Gespräch wird deutlich, wie stark sich die Branche verändert. Viele Agenturen stünden unter Druck, Budgets schrumpften, Kundinnen und Kunden nutzten selbst KI-Tools. Gleichzeitig verändere sich die Rolle der Texter:innen: Weg von der reinen Umsetzung, hin zu Strategie, Beratung und konzeptioneller Arbeit. «KI kann Routineaufgaben übernehmen, aber sie versteht keine Geschäftsmodelle, keine Zwischentöne und keine Emotionen», betont Kümin.

Mit seiner Lösung verfolgt er daher ein hybrides Modell: Kund:innen können eigenständig mit der KI arbeiten und bei Bedarf Kümin im Chat hinzuziehen. So entsteht eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine – effizient, flexibel und skalierbar.

0:19 Herzlich Willkommen bei AI und Gesellschaft Wege in die neue Welt. Heute habe ich einen interessanten Gast hier, das ist Simon Kymin und der sagt nämlich, er hat sich überflüssig gemacht. Also in seiner Medienmitteilung, die er vorgestern verschickt hat, heißt es, ich habe mich immer gefragt, wie es wäre, sich überflüssig zu machen, jetzt weiß ich erst, es fühlt sich erstaunlich richtig an, sagt Kymin fast gerührt steht hier im Medientext. Simon, Warum hast du dich überflüssig gemacht? Also. Das bin ja gar nicht ich, der das schreibt, sondern eine Kai, die mich lohnt, die meinen Stil relativ gut übernimmt, wie ich finde. Und ich fand das Zitat natürlich auch sehr lustig, ich hätte es selbst nicht so geschrieben, aber. Die Idee war ja, dass die Medienmitteilung von der KI geschrieben wird und ich sie so unverändert wie möglich lasse, bevor ich sie rausschicke, um zu beweisen, dass die KI halt gut texten kann.

1:18 Du bist von Beruf Textern, jetzt lässt du dich. Lässt du dich also quasi überflüssig, also du bist seit Jahren bist du als Texter erfolgreich unterwegs und jetzt hast du gesagt, du lässt dich da. Du jetzt gibt, das arbeitest du da mit dem künstlichen Kymin, also hast den künstlichen Kymin geschaffen, der dich jetzt da ersetzt. Ja, also es ist so, dass ich seit über 10 Jahren selbstständig bin und die ersten. 9 Jahre waren gut. Also ich konnte mein Geschäft laufend ausbauen und seit anderthalb Jahren merke ich, dass es viel Harziger geworden ist. Und es ist nicht nur die KI, es ist sicher auch die wirtschaftliche Lage, gewisse Unsicherheiten, Geopolitik, Zölle, aber ich habe auch schon mehrfach von Kunden sogenannte Rotexte erhalten, in jedem zweiten Satz Gedankenstriche gesehen. Da weiß man schon, dass halt die Gegenseite oder nicht die Gegenseite, aber die Auftraggeberseite halt auch mit KI arbeitet und die Preise geraten unter Druck. Ich weiß, dass viele Agenturen Leute entlassen, ja, es ist ein Thema und die Idee ist es halt open AI zu bekämpfen ist schwierig und deshalb versuche ich jetzt den umgekehrten Weg zu gehen und.

2:40 Und halt eine KI Lösung anzubieten, die einerseits n bisschen anders klingt als diese generischen herkömmlichen Standard KIS, indem es einen Tonalitätsgrund im Hintergrund gibt, der eben dafür sorgt, dass die Texte anders klingen, wie du vorgelesen hast und die andere Idee ist auch, dass man mich persönlich im Chat dazu holen kann in dieser Lösung und so eigentlich Texter plus KI hat. Also man. Weil ich denke schon, dass dass die KI nicht alles kann, nicht alles gleich gut sie sie ist natürlich, sie ist schneller, sie ist günstiger, aber manchmal braucht es vielleicht doch noch einen, einen Menschen, einen Profi, der drüber schaut und das Ganze besser macht. Also ist jetzt so eine Mensch Maschine Kooperation sozusagen die du anstrebst und.

3:31 Ja, eben es wie du sagst. Es gibt viele Leute, die finden, wir brauchen vielleicht so im ersten Moment finden, wir brauchen gar keinen Text oder keine Texte mehr, wir machen das alles jetzt mit JPT und Co. Aber du sagst, du kannst da einen Mehrwert bieten gegenüber dieser Lösung, die heute vielleicht viele einfach so mal ausprobieren. Ja, also man muss dazu natürlich schon sagen. Ich glaube, die Werbebranche hat sich in den letzten Jahrzehnten darauf fokussiert, Umsetzung zu verkaufen und und nicht mehr Ideen und Konzepte, also das wirtschaftliche Modell besteht darin, in einem Pitch die Ideen wegzugeben und nachher die Ganzen, die ganze Umsetzung zu verrechnen, und da gibt es natürlich schon sehr vieles, was die KI kann, also in grafischen Formatanpassungen. Aber auch ein Text, eine Störer zu ändern, übersetzen et cetera, das kann die KI fast gleich gut.

4:31 Also da fällt schon einiges weg, aber gerade für die kreativen Texte, für Headlines, für Claims, auch für strategische Arbeit, die beim Text ja auch wichtig ist, also Positionierungen, da ist die KI bestenfalls ein ein Hilfsmittel, das hin und wieder mal Inputs generieren kann, aber. Aber sicher nicht fertige Lösungen. Wie seid ihr da vorgegangen? Also unterstützt wurdest du bei der bei diesem künstlichen Crimin, den man übrigens eben testen kann, auch auf deiner Website, die blenden wir noch ein und und dann abonnieren, wenn man es ja gut findet in verschiedenen Aboformen, also einfach premium und so weiter das steht alles da eben camfire hat das Ganze mit Camfire hast du das ganze entwickelt, was hast du gemacht, was hat Camfire gemacht, wie seid ihr da vorgegangen?

5:24 Also es war so, dass ein Kollege mir eine eine ursprüngliche Idee dazu mal gegeben hat. Das war schon vor 23 Jahren und ich habe dann auch verschiedene Agenturen und Entwickler angegangen, bin ich angegangen und es kam aber nie zu einer zufriedenstellenden Lösung und dann habe ich gesehen, dass Camp Fire ein Ki Angebot hat und. Also maßgeschneiderte eigene Lösungen. Und ich war da schon drauf dran, diese Idee eigentlich aufzugeben und bin ich dann doch Kämpfer angegangen und sie haben recht schnell einen ersten Prototypen geschaffen, der erstaunlich gut war.

6:06 Also es war so, dass ich Briefings und Texte von mir mitgegeben habe, also ich musste, ich musste Briefings schreiben, keine Ahnung. Jetzt, wie zum Beispiel bei dieser Medienmitteilung, da hab ich einen Link den Post geschrieben mit dem Briefing und der Output ist ja dann die Medienmitteilung und daraus hat Campfire dann einen Tonalitätsprompt abgeleitet, der im Hintergrund mitgegeben wird. Also es ist eine. Standard normales Llm in diesem Falle, dass man Open Air, aber man könnte auch ein Tropic oder einen anderen Anbieter einbinden und dann nebst dem Briefing, dass du manuell eingibst, gibt meine KI halt diesen Tonalitätspunkt mit, der dafür sorgt, dass dass es nicht gerade so ist. Also wie wäre dann der normale Ablauf, dass der Kunde. Eigentlich gar nicht mit dir.

7:04 Mit dem echten Kymin spricht zuerst, sondern dass der gleich quasi in das Tool etwas eingibt, was er, was er will und also dem Tool sagt, was er, was er will und das Tool das dann macht oder und du dann danach zum Einsatz noch kommst oder oder gibt es es auch umgekehrt, dass du vielleicht mit dem Kunden zuerst ein Vorgespräch führst, bevor der künstliche Kymin dann sich um die Sache kümmert? Also bei den beiden teureren, größeren Abos. Da habe ich einen einstelligen Onboarding Call, wo man schon ein Projekt zum Beispiel aufsetzen kann, aber eigentlich funktioniert die Lösung eigenständig, also man kann da reingehen, man sollte sich vielleicht ein bisschen mehr Zeit nehmen als bei, ich sag jetzt mal beim normalen JGPT, also man sollte sich die Mühe machen, ein sauberes, umfassendes Briefing hochzuladen. Man kann Projekte anlegen und da kann man los chatten und da braucht es mich nicht eben.

7:59 Es gibt einen Button im Chat, wo man drauf drücken kann und mich dann dazu holen, dann sehe ich den ganzen Chat Verlauf und das Projekt. Eigentlich funktioniert das als als eigenständige Lösung, je nach Projekt und Umfang. Variiert es natürlich, wie man am besten vorgeht. Also ich kann mir zum Beispiel schon vorstellen, dass man sagt, Hey, wir wollen mit dir mal eine Headline Kampagne machen, die du persönlich schreibst und dann für gewisse Umsetzungen können wir dann die KI nutzen, für für kleinere Jobs reicht es, wenn man direkt einfach in die KI reingeht und sich das holt, was man braucht und je nachdem, wenn die KI ansteht oder doch nicht ganz so gut ist, kann man mich dann dazu holen, ich glaube.

8:42 Das wird sich noch weisen. Wie? Die Zusammenarbeit da. Es ist ja auch noch ganz frisch. Also das wurde ja jetzt gerade erst. Wir sind jetzt, wo wir diesen Podcast aufnehmen, sind wir eigentlich 3 oder 2 oder 3 Tage nachdem du das lanciert hast? Wie waren so die ersten Reaktionen, kannst du schon was dazu sagen? Also ich hab eine Kundin, da bin ich sehr stolz und freue mich. Die hat schon. Also ich hab ja verschiedene Leute in meinem Umfeld gefragt, ob sie die KI Beta testen wollen oder sie hat dann. Schon vor dem Launch gesagt, dass sie das Tool unbedingt will und dass es toll findet. Und sonst? Ich habe einfach gewisse Leute, die sich jetzt angemeldet haben und das Tool testen. Ich habe von dem bei den Beta Testern hole ich gerade Feedback ein ja es es läuft dann so.

9:29 Das ist ja auch spannend. Also ich glaube, man muss ja auch experimentieren und mal schauen, wie sich das entwickelt. Ich weiß, dass so ganz analog auf ähnlicher Basis auch. Sprecher, also professionelle Sprecherinnen und Sprecher. Mit solchen Systemen arbeiten, wo sie sich selber und ihre Stimme klonen lassen und dann einfach sagen, du kannst jetzt meine Stimme kaufen, dann hast du es, dann hast du mich, wenn du mich vor Ort beim Live Anlass brauchst, dreh dich da auf und spreche live oder mach simultanübersetzung oder und so weiter aber wenn es dann um das Tagesgeschäft geht und so und ihr braucht was und ihr wollt einfach, ihr habt quasi meine Stimme so als Markenzeichen.

10:11 Dann könnt ihr mit meinem künstlichen, mit meinem digitalen Klon das dann machen. Ja, ich habe, dass sich ja vieles in diese Richtung entwickelt, also ich finde es sehr interessant, dass man es gibt ja viele, die einfach jetzt lamentieren und sagen, Oh, wir Texte werden überflüssig, aber du wagst da den Schritt nach vorne, wie kommt denn das rechts und links so an bei anderen Texterinnen und Textern hast du da schon irgendwelche Reaktionen gekriegt? Weniger besetzt, aber durchaus positiv. Also ich finde es alle, die finden es alle cool, dass ich es versuche und wünsche mir Glück. Ja ich, ich denke es gibt schon auch die die kritischen Stimmen. Ja ich ich habe mich, ich muss ehrlich sagen, ich habe mich auch immer gegen Kai gestört am Anfang, ich fand das so soll ich sagen ich ich schreibe halt sehr gerne und ich ich mag das leere Blatt vor mir und ich mag es mir da irgendwas. Den Finger zu saugen und auf eine Lösung zu kommen, diesen ganzen schöpferischen Prozess, den schätze ich sehr. Aber eben, ich hab halt gemerkt, dass man plötzlich rohtexte kriegt statt Briefings, dass das halt oder dass Leute, die vorher Mails mit ganz vielen Schreibfehlern geschrieben haben, plötzlich perfekte Sätze formulieren und und und. Und die KI nivelliert ja das.

11:32 Und ja, sorgt für eine Nivellierung. Es gibt es gibt weniger brillante Texte, es gibt weniger ganz schlechte Texte, sondern sondern nur eine Bandbreite des Mittelmaßes. Muss ich jetzt fragen, wie, wie, wie hoch oder wie tief das ist? Aber und es es nimmt halt viel Aufwand weg, eben um auf diesen ersten Entwurf zu kommen, also man kann, man kann gleich bei 60% starten und wie gesagt, mir nimmt es schon ein wenig die Freude an der Arbeit und. Aber es ist halt eine Realität. Und ja, ich glaube, man muss sich da schon ein wenig anpassen. Die die Preise sind auch unter Druck geraten, also.

12:13 Ich ja. Und und und. Ja. Aber denkst du, Thema Brillanz ist ein gutes Stichwort. Denkst du, dass man jetzt vielleicht dadurch, dass man ja mit KI zusammenarbeitet und KI dann so ein bisschen auch der Sparring Partner ist und auch Ideengeber? Dass wir da vielleicht zu mehr Brillanz, dass wir die Brillanz vielleicht mit Hilfe von KI und dann den menschlichen Input, der der Zukunft sogar steigern können gegenüber die Zeiten, als es KI noch nicht gab. Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube nicht. Also die KI kann schon so für Brainstormings eingesetzt werden, das mache ich schon auch mal. Also das habe ich schon vor einem Jahr gemacht, dass ich manchmal mir Ideen generieren lasse, einfach.

12:58 Einfach ein bisschen Input generieren und dann schaue, was da was da ist. Und hin und wieder findet man etwas Gutes und kann dann mit dem weiter arbeiten, dass das sicher ich finde so die wirklich guten überraschenden Lösungen, auf die kommt die KI schon nicht, also und man muss auch aller Allermeistens. Die Kai Lösung noch schleifen. Also man merkt es ja schon, wenn jemand einfach copy paste gemacht. Der Spiegel war ja jetzt gerade in einem kleinen Shitstorm bei der Copy Paste gemacht hat und dann stand noch irgendein eine Frage von JGP soll ich dir diesen Abschnitt noch in einer anderen Tonität schreiben?

13:39 Das hat es halt in den das. Hat es dann mit in den Text genommen, ja. Und also man muss, wenn man einfach copy paste macht, dann. Einerseits können solche Peinlichkeiten entstehen, aber andererseits die die richtig guten Texte sind dann nie da, die sind eben, sie sind viel, sie sind viel günstiger, sie entstehen viel schneller sie, man kann sie morgens um 03:00 Uhr kreieren lassen, es hat viele, viele praktische Vorteile, aber, und ich glaube, Preis Leistung ist auch besser bei der Kli. Das kann ich mir gut vorstellen. Leistung nicht, aber der Preis ist auch. So tief aber du sagst. Die guten Texte, die hervorragenden Texte gibt es denn heute. Also es ist ein bisschen eine zynische Frage, überhaupt noch einen Bedarf nach exzellenten, hochqualitativen Texten. Ich habe manchmal den Eindruck, man ist einfach sehr schnell zufrieden.

14:32 Das glaube ich schon auch. Ich denke, ich meine, ich habe es über den Schuhen, es wäre ja besser, wir würden alle zu einem Schuster gehen, der maßgefertigte Rahmengenähte schöne Schuhe für keine Ahnung 2 3000 Franken näht, aber die allermeisten Leute bestellen sich billige Sneakers aus Vietnam, die vielleicht sogar unter fragwürdigen Dingen hergestellt wurden. Ja und? Ich kann mir schon vorstellen, dass unsere Branche halt auch wie in der Industrialisierung so so Disruptiert wird, um dieses blöde Wort zu gebrauchen, dass am Schluss einfach der Tiefe Preis und die ganzen Effizienz und Skalenvorteile überwiegen und die Qualität zweitrangig ist.

15:25 Aber um bei diesem Thema zu bleiben, du, es ist ja auch gut, wenn man sich positionieren kann, also wie man das auch. Sich quasi so auf maßgeschneiderte Schuhe, Kleidung, Texte zu liefern. Ich glaube, da ist ja gerade deshalb, weil ihr das Mittelmaß so Überhand nimmt, könnte doch ein Bedarf in der Kommunikation und vor allem in der Werbung geht es ja immer darum, sich abzuheben, und ich könnte mir gut vorstellen. Dass dadurch vielleicht das Verlangen und das Bedürfnis, die Nachfrage nach guten Texten sogar steigen könnte. Ich hoffe es.

16:07 Also es wäre zu wünschen. Wie gesagt, ich merke einfach seit seit anderthalb Jahren, dass es viel Harziger geworden ist, dass weniger Aufträge reinkommen, dass weniger Budget vorhanden ist. Ich weiß, dass Agenturen Leute entlassen, ja, ich. Sicher nicht nur die KI und ich habe auch am Anfang gedacht, ich werde mich einfach in diesem in diesem Luxussegment positionieren. High Hand, dann bin ich relativ safe vor der KI, aber sie frisst sich doch irgendwie durch und ich glaube es ist halt auch so, dass momentan ein Überangebot auf dem Markt ist, was halt generell die Preise drückt, ja. Aber ich glaube schon.

16:53 Also du schreibst dir die Faulste Medienmitteilung der Welt, also faul ist ja die Medienmitteilung, nur weil sie so so einfach hergestellt wurde, aber es ist nicht die schlechteste Medienmitteilung der Welt, würde ich mal behaupten. Ich denke auch. Also ich finde, ich finde den Text diese Medienmitteilung wirklich gut dafür, dass eine KI wieder 95% geschrieben hat. Und da sind wir wieder bei dem Preis Leistung. Das Preis Leistungsverhältnis kannst du ja so gewaltig steigern. Ich glaube, dass Leute ja skeptisch sind, wenn wenn jemand sagen würde, ich verzichte total auf KI denken, ja dann ist er wahrscheinlich auch der teuerste. Aber du bringst jetzt quasi das Kombi package, du sagst du nimmst die Power von KI und nimmst die Stärken von KI raus und nimmst deine Stärken dazu.

17:38 Aber ist es denn also ich weiß so in den goldenen Zeiten der der der Werber, sagen wir mal so in den 80er 90er Jahren, ich hab das auch noch ein bisschen als Journalist so quasi miterlebt, weil ich dann. Auch über gewisse Medien, über die sie Leute geschrieben haben. Da ist es doch, ich gehe jetzt einfach mal zur Inspiration, damit ich auf eine Idee komme für meine, für meine Kampagne oder die Kampagne, die bei uns in der Agentur, dafür gehe ich mal, irgendwie weiß ich, was paar Tage irgendwo ein schönes Ort auf eine Insel. Und lass mich da inspirieren. Also ich glaube, diese Zeiten sind vorbei oder braucht es diese Inspiration heutzutage eigentlich immer noch, weil die KI kann es ja nicht auf die Insel schicken und der Mensch muss ja eben die die menschliche Kreativität anzuregen, oder was sind da deine Kreativitätstechniken? Also ich merke, ich bin am besten, wenn ich, wenn ich mich wirklich reinknie, also wenn ich ein Briefing habe, wenn ich Zeit habe, wenn ich eintauchen kann in ein Thema. Auch so ein bisschen in mich in Details verlieren und wieder zurückgehen, das hilft mir schon. Ja, die einsame Insel, die ist sicher vorbei und die Branche ist generell natürlich unter viel mehr Zeitdruck als zu diesen goldigen Zeiten, die ich selbst nie miterlebt habe, aber nur schon, also ich hab 2007 angefangen, Deadlines sind enger geworden, ja.

19:03 Aber um das jetzt noch ein bisschen ernster zu zu formulieren, es geht ja nicht nur um die, ich glaube, die menschlichen Qualitäten sind auch, dass man viel besser, wenn man den Kunden das Produkt des Kunden, die Anliegen des Kunden, sein Geschäftsmodell persönlich kennenlernt, das kann ja die KI nicht machen, das kann ja der künstliche Kimi kann ja dann nicht aus seinem Chip da oder wo er, wo er zu Hause ist, raustreten. Und mit den mit den Leuten reden und oder oder auch sehen und erfahren oder mit den 5 Szenen erfahren, wie ist das Produkt und wo möchte sich derjenige positionieren, ist darauf angewiesen, was man ihm eingibt.

19:45 Also manchmal ist das, was der Kunde sagt oder eingibt, ja nicht unbedingt das, was er braucht, und ich glaube da dann der menschliche Text da schon noch mehr eben hat, kann dein Gespür dabei einsetzen. Ja klar. Ich denke, eine eine Außenperspektive zu liefern, ist gerade in der Werbung im Branding sehr wichtig. Die Kunden sind sind sehr tief im Tagesgeschäft, haben keine Distanz zum eigenen Geschäft, ja das das ist und wird ein ein wichtiger Faktor bleiben. Also du kommst da quasi mit einer Außensicht und das hat ja manchmal eben deutliche Vorteile. Ja, wenn der Kunde einfach selber schreibt, ich brauche jetzt das und das und du könntest ihn vielleicht. Auf eine Idee bringen, dass er jetzt nicht einfach so auf bettwaren fischerniveau irgendwas macht oder will, sondern irgendwie mal out of the Box denkt und so weiter. Genau.

20:36 Ja, das ist mit der Kai natürlich schwieriger, ja. Das stimmt. Wie verändert sich denn quasi dein Arbeitsalltag oder wie verändern sich allgemein die Skills für an auch angehende Texterinnen und Texte oder oder oder altgediente Texterinnen und Texte was was rätst du denn? Worauf müssen Sie achten, was müssen Sie anderes machen? Also ich glaub was wichtig ist ist, dass man immer noch wert auf gutes Handwerk legt. Das das wird nicht verschwinden. Ich werd das ist ein ein großes Problem durch die KI, dass man halt auch mit einem Unterfälligen prompt irgendwie auf ein mittelmäßiges Resultat kommt, ist natürlich auch ein großes Problem, also man kann sich irgendeine powerpoint Präsentation 50 Slides in in 2 Minuten erstellen lassen.

21:26 Ja, aber aber halt die Dinge durchzudenken, darauf zu stoßen, wo es, wo es kribbelt, eben auch diese Außensicht einzubringen, vielleicht einem Kunden mal Nein zu sagen. Ich glaub das, das wird wichtiger werden, das, das war vorhin schon wichtig, aber das wird die die K nicht ersetzen, ich glaube die K ist ein ist ein ganz gutes Hilfsmittel für für sehr viele Umsetzungsarbeiten. Die einen schneller macht, die einen günstiger macht, effizienter et cetera. Aber der Mehrwert muss darauf liegen, Ideen, Gedanken zu liefern, die die Maschine nicht kann.

22:08 Und ich glaube, die Branche muss auch radikal umdenken, nehmen diese dieses Geschäftsmodell, wir wir pitchen, damit wir arbeiten 3 Wochen gratis. Und wenn wir Glück haben, findet der Kunde uns auch noch sympathisch und gut und gibt uns dann für 23 Jahre die Umsetzung. Das funktioniert halt nicht mehr da, da haben wir sehr vieles kaputt gemacht in unserer Branche. Was denkst du denn? Was glaubst du denn, wie sich das entwickeln wird? Was wird so denn das nächste große Ding sein, weil in welche Richtung wird es gehen? Ja, wo ich sehr gespannt bin, nicht nur positiv. Natürlich ist. Meta hat ja angekündigt, dass man in Zukunft einfach Pack shots hochladen kann und dann wird die ganze Kampagne ausgespielt, also die ganze Medien Media Distribution macht ja meta eh schon, aber jetzt hat man halt die Werbeagentur auch noch direkt in House, ja. Glaub der wird schon noch da wird. Da wird noch einige Brocken entfallen, gerade auch so in der Filmproduktion wo es wo es ja sehr schnell sehr teuer wird. Ja aber.

23:20 Ich glaube auch, da ist es ja so. Ja, heute kann jeder alles prompten, fast kann man fast sagen und es ist dann auch die Rede von so EI slop, also so minderwertigen Content, der da so Spam mäßig in der Welt unterwegs ist und sich nicht irgendwie. Abhebt und auch als solches zu erkennen ist an Canny Valley Effekt und so weiter sind so Stichworte, dass es da ja, dass die Ansprüche auch steigen, kann ich mir vorstellen. Ja, dazu muss man schon ehrlicherweise sagen, dass es in den letzten Jahren viele mittelmäßige Werbung gab und immer noch gibt. Mensch gemacht, ganz.

24:02 Ohne KI also wir schaffen das auch, wir schaffen das auch teuer zu brunzeln, da müssen wir uns auch an der Nase nehmen, sind natürlich nicht nur die Agenturen schuld, aber ja, also ich glaube auch, dass dass man Potenzial hat, eben sich zu differenzieren, indem man, indem man die Qualitätsanspricht radikal hochschraubt. Aber jetzt sind wir sehr gespannt, wie sich das entwickelt. Vielleicht sprechen wir dann im Jahr noch mal miteinander, da hast du, du bist ja jetzt als Pionier unterwegs und da freue ich mich drauf, dann nach in einem Jahr, sagen wir mal, heute ist der, wo wir das aufnehmen, ist der 23.

24:44 Oktober. Machen wir mal ab auf den. Wenn das für dich OK ist, auf 23.10. 2026 und schauen, wie dann die Welt ausschaut und vor allem die Welt des Texten, wie es dem künstlichen Kymin geht und wie es dem echten Kymin geht. Sehr gerne. Ja freue ich mich sehr. Vielen Dank Simon, dass wer gekommen ist und weiterhin viel Erfolg. Danke.