#23 | Brauchen wir in der Welt von AI eine neue Ethik? | Gast: Cornelia Diethelm, Expertin für digitale Ethik
Was bedeutet Ethik im Zeitalter von künstlicher Intelligenz? Welche Verantwortung tragen Unternehmen, Politik und jede und jeder Einzelne von uns? Und wie schaffen wir es, Chancen zu nutzen, ohne Menschlichkeit zu verlieren?
In dieser Folge des Podcasts «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» der Schweizerischen Text Akademie spricht Gastgeber Christoph Soltmannowski mit Cornelia Diethelm, Unternehmerin und eine der führenden Stimmen für digitale Ethik im deutschsprachigen Raum.
Gemeinsam beleuchten sie zentrale Fragen rund um KI und Ethik – von Datenschutz, Deepfakes und Diskriminierung bis hin zu Bildung, Regulierung und gesellschaftlichem Wandel.
Cornelia Diethelm plädiert für eine aufgeklärte, reflektierte Nutzung von Technologie: Nicht alles, was machbar ist, ist auch verantwortungsvoll. Sie macht deutlich: Es braucht keine neue Ethik – sondern die bewusste Anwendung bestehender Werte auf neue Technologien.
Themen dieser Episode
– Warum KI keine neue Ethik braucht – sondern kritisches Denken–
Wie Deepfakes digitale Gewalt verschärfen – besonders für Frauen
– Welche Rolle Bildung und Aufklärung spielen müssen
– Warum Empathie, Fürsorge und Menschlichkeit unersetzlich sind
– Wie Regulierung sinnvoll funktioniert – und wo ihre Grenzen liegen.
Eine Produktion der Schweizerischen Text Akademie
0:18 Cornelia Dietel Herzlich Willkommen in unserem AI Podcast. Das Thema Heute ist Ethik digitale Ethik. Du bist Techno Ethik Expertin und meine erste Frage ist ein bisschen viel Verwaltungsräten bist Studienleiterin und ABZ. Auch zu diesem Thema und meine Frage meine erste Frage ist mal ganz grundsätzlich. Brauchen wir im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz eine neue Ethik? Wir brauchen keine neue Ethik. Ethik ist natürlich schon sehr alt und es geht eigentlich immer um die kritische Reflexion, also entspricht das unseren Werten, was wir da vor uns haben oder wie wir uns verhalten und in diesem Sinne ist vielleicht künstliche Intelligenz wie früher das Internet oder andere Technologien vielleicht einfach etwas, das neue Fragen aufwirft, die wir vielleicht so noch nicht hatten, oder alte Fragen, die. Die sich auf eine neue Art stellen und natürlich auch die Werte verändern sich also, seit wir künstliche Intelligenz oder Big Data oder das Internet haben, können wir viel mehr mit Daten machen.
1:24 Also gibt es da natürlich auch neue Fragen. Also Datenschutz ist dann vielleicht ein Teil der Privatsphäre, aber deckt nur einen kleinen Teil ab. Aber was wir an der Privatsphäre verstehen oder wer von uns findet, was möchte er nicht tun, weil es seine Privatsphäre stört, das sind dann zum Teil auch sehr individuelle Fragen, gesellschaftspolitische Fragen und sie sind eben auch dem Wertewandel natürlich unterworfen. Ist denn künstliche Intelligenz für etwas, dass die. Privatsphäre grundsätzlich einmal gefährdet oder in Frage stellen. Aus meiner Sicht nicht. Ich habe das Gefühl, dass wir mit Daten diese große Herausforderung hatten, der Privatsphäre.
2:06 Natürlich können wir mit künstlicher Intelligenz sehr viele neue Auswertungen machen, das kann manchmal vielleicht ein Thema Verserven oder wenn wir an Empfehlungsalgorithmen denken, kann vielleicht noch näher an uns zugeschnitten werden, aber ich habe das Gefühl. Dass andere Themen wie zum Beispiel Fairness, Manipulation, Missbrauch, Diskriminierung, dass solche Themen natürlich im Moment besser im Vordergrund stehen, wenn wir es mit AI zu tun haben. Stichwort Deepfake. Ist ja etwas, dass man oft hört, dass da Auto Bilder generiert werden oder dass man quasi den Leuten quasi die Seele stiehlt. Weil denkst du da, da brauchen wir irgendwie neue Ansätze, oder?
2:53 Oder müssen wir das unser Augenmerk speziell auf gewisse ethische Aspekte richten? Ja, die Technologie wird so gut werden und geht so schnell. Ich glaube, unser auf unser Auge können wir uns immer wieder verlassen, was eher wichtig ist, ist koi Kompetenz, also das ist mit Koi möglich, eben die Fake, eine Technologie oder mehrere Technologien, bei denen eben das möglich ist was du beschrieben hast. Also zu wissen, dass es das gibt, ist extrem zentral und das zweite ist sicher auch die Verantwortung. Wo setzt ihr das ein? Ein Erklärvideo mit deinem mit deiner fiktiven Figur und kein Problem, aber auch dazu genutzt werden, Menschen zu manipulieren oder zum auch etwas kriminelle Handlungen auszulösen. Und dann ist es natürlich hoch problematisch und was mir etwas fehlt bei der ganzen deepfake Debatte, wir fokussieren uns sehr stark auf Deepfakes im Unterhaltungsbereich oder im politischen Bereich, aber etwas.
3:56 50% aller Deepfakes davon ist sind Frauen betroffen. Das ist eine neue Form von digitaler Gewalt, indem sie in Pornos verwendet, es gibt Pornos und dann werden mit deepfake Technologie Frauen da rein projiziert und das ist leider der grösste Teil eben, man rechnet mit 96 bis 98% aller Deepfakes. Und darüber leider wirklich zu wenig. Und solche Sachen müsste man natürlich schon strafrechtlich verfolgen können, ist aber ein generelles Problem. Wir sind in der Kriminalität und da ist einfach die Durchsetzungsfrage natürlich immer sehr virulent, oder? Also schaffen wir es überhaupt über das Gesetz zu unseren Rechten zu kommen, aber das ist sicher eher eben eine kriminelle Energie, leider auch ein Markt, von dem wirklich viele, viele Frauen betroffen sind.
4:49 Denkst du ist also das geht ja um Ethik, aber es geht dann vielleicht auch um die Gesetzgebung, denkst du, es braucht jetzt einfach da eine bessere Regulierung auch von von Gesetzes wegen? Ja, wir haben in der Schweiz einen neuen Strafbestand. Dass der Identitätsmissbrauch die anders ist, das ist sicher schon mal gut, aber ich denke, da müsste man sicher auch die Industrie in die Pflicht nehmen. Also sagt die Industrie in diesem Bereich wirklich, sagt, wir nutzen solche Dinge nicht, das. Man könnte vielleicht den Markt schon einmal reduzieren, denn die ja neben dem rechtlichen wird da natürlich ein wahnsinniger Faden diesen Frauen zugeführt, oder?
5:29 Das ist wirklich sehr schlimm und man fühlt sich dann vielleicht als Opfer. Oder man fühlt sich vielleicht als Täterin, obwohl man Opfer ist. Es gibt auch leider Anwendungen noch mit Kindern, also das ist eine sehr, sehr schlimme Situation, ist sicher auch für Polizistinnen und Polizisten sehr schwer auszuhalten, solche Sachen dem nachzugehen. Aber ich glaube, wir müssen einfach das auch kennen, zum Beispiel, um auch sorgfältig zu überlegen, welche Fotos von Kindern oder welche Fotos von uns, wie zum Beispiel mit der Großen. Mehrheit dieser Gesellschaft, die wir zum Teil gar nicht kennen, teilen oder? Also ich glaube, es wäre ein Rückschritt, keine Information mehr zu teilen, das kann es nicht sein, aber gerade bei Kindern sehr sorgfältig sein oder auch bei uns schauen, welche Fotos wir mit wem teilen und welche vielleicht nur im privaten Rahmen.
6:20 Ich bin gerade auch auf einem Blogspot von dir drauf aufmerksam geworden, dass es so eine Page gibt, die die heißt Day See youphotos.com, wo man sein eigenes Bild hochladen kann und dann sieht man, was Google Vision daraus liest oder daraus zu lesen glaubt. Also das geht dann bis zur Konfession politischen Gesinnung oder schreibt dieser Typ, da ist vermutlich ein Gambler und hat irgendwie ein Breakfast Driver zum Beispiel auch. Solche Sachen wird das Einkommen wird eingeschätzt und so weiter gut, ich meine das sind Einschätzungen, aber trotzdem ist es nicht auch schon eine Persönlichkeitsverletzung, wenn jetzt Google oder irgendwelche anderen Algorithmen und so einfach irgendwas in jemanden hinein interpretieren und das dann so wiedergeben.
7:07 Ja, ich will sogar sagen, es geht auch eher in Richtung Diskriminierung, also dass da wirklich Verzerrung und Stereotypen als Fakten wahrgenommen werden. Also faktisch ist es ja nur ein Bildabgleich, deshalb ist diese KI Kompetenz so wichtig, also es ist in diesem Sinne kein Profiling. Also dass nicht einfach aufgrund meines Bildes geschaut wird. Welche Daten sind von mir vorhanden und darauf basiert dann sagt aber es ist ihr Einkommen, das ist ihre Religion, diese ethnische Abstammung hat sie, das ist wirklich ein Abgleich, mein Foto wird verglichen mit ganz vielen anderen Fotos und bei diesen Fotos hat man dann gesagt, das ist die Ethnie, das ist das Einkommen, das ist der Typus, es ist wirklich nur ein Bildvergleich, und in diesem Sinne wirklich nur wahrscheinlichkeitsrechnungen, also wenn in einer großen Datenbank 80% frischen Glaubens sind und man vergleicht das mit meinem Bild und ich bin vielleicht rein aufgrund der Mustererkennung nicht ganz anders als andere Bilder, dann sagen sie mir einfach, wahrscheinlich bist du auch eine Christin. Es ist aber reine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Also es hat nichts mit mir persönlich zu tun und eigentlich auch nicht wirklich mit meinem Bild, sondern es ist nur eine ein Bildvergleich aufgrund von oberflächlichen Mustern. Also Ursachenwirkung ist da hier überhaupt nicht vorhanden. Eben oberflächlich.
8:28 Gerade wenn es dann um negative Eigenschaften geht, sind das ja eigentlich ist es nichts anderes als Vorurteil, ein vorurteilgenerator, wenn jemand so aussieht, macht er wahrscheinlich das und das oder diese oder jene Eigenschaften. Und finden Sie es OK, wenn das jetzt Firmen wie Google einfach so ihren, ihren, Ihre auf Basis von Vorurteilen quasi ihr Geschäft machen? Nein, das finde ich überhaupt nicht in Ordnung. Und ich glaube auch nicht, dass das dafür gemacht wurde. Also das kann wirklich einen Bildabgleich machen. Es kann dann sagen, Ah, das ist ein Mensch, oder das ist ein Hund oder das ist eine Straßenbahn oder ein Flugzeug, ich glaube, solche Tools sind gar nicht dafür gemacht, aber wenn man eben diese Quai Kompetenz nicht hat, dann hat man dann wirklich das Gefühl, man könne basierend auf einem Bild auf mein Einkommen schließen, deshalb ist eben diese Kompetenz so wichtig und da kann es. Durchaus natürlich die Privatsphäre, dass man das Gefühl hat, man könnte über mein Einkommen etwas austauschen und dann wird vielleicht darauf basierend auch entsprechende Werbung ausspielen, oder also das ist schon sehr, sehr fragwürdig.
9:36 Also du sagst, wenn ich das richtig verstehe, ich meine es gibt ja Leute die wären einfach alles auf was mit künstlicher Intelligenz, damit nichts zu tun haben. Das müssen wir verbieten, aber. Aber so wie ich dich erlebe, siehst du ja auch die durchaus die vielen positiven Aspekte und Perspektiven, die sich durch künstliche Intelligenz ergeben. Und du sagst quasi, die Lösung ist, dass wir einfach alle besser lernen, einzuschätzen was was macht die. KI, was kann sie, wo müssen wir aufpassen? Also die also Kompetenz wie du sagst, das ist eigentlich das, was jetzt gefragt ist. Genau, wenn wir es kennen, können wir es richtig einschätzen.
10:20 Wir können es auch an unserem Arbeitsplatz oder für uns persönlich am richtigen Ort auch nutzen, wo es einen Mehrwert schafft, weil wir sind ja auch Mitarbeiterinnen im Unternehmen, die das Einsetzen, zum Beispiel im Marketing oder im Personalentwicklungsprozess oder so. Und das andere ist natürlich, dass wir auch Bürgerinnen und Bürger sind. Das heißt, wir entscheiden auch über Regulierung, auch da müssen wir wissen, was wollen wir dann überhaupt regulieren und können wir das Einsetzen und ganz wichtig, auch der gesellschaftliche Druck, dass man, wie werkt, wir als Kundinnen oder wir als Gesellschaft möchten gewisse Dinge nicht, in der Hoffnung, dass natürlich auch verantwortungsvolle Unternehmen auch selber ihre roten Linien ziehen, also dass sie für sich auch Werte definieren und sagen, ja, ich will niemanden wissen.
11:06 Diskriminieren. Ich will auch im Sinne der guten Kundenbeziehungen darauf achten, dass ich diese Daten nicht missbrauche, sondern dass ich sie wirklich nur da brauche, wo ich meiner Kundin einen Mehrwert schaffen kann oder dass ich auch schaue, keine täuschend echten künstlichen Menschen einzusetzen, wenn ich genau weiß, dass das Gegenüber von einer realen Person ausgeht, dass das die Erwartung ist, als solche KI liking begrüße ich sehr, um eben ein Setting zu haben, um zu sagen, ich kann. All diese Technologien nutzen, die können wahnsinnig viel, die können auch von Vorteil sein für das gegenüber, aber wir müssen einfach auch gewisse rote Linien definieren, weil nicht alles, was technologisch möglich ist, wirklich im Interesse des Gegenübers ist.
11:52 Du sagst auf Firmenebene aber jetzt übergeordnet? Wir haben im Vorgespräch auch über die.eu gesprochen, die da auch neue Leitplanken gesetzt hat oder jetzt dann bald setzen wird. Ja, die.eu hat eigentlich relativ viel ausgelöst, obwohl sie natürlich immer etwas ein Bashing erlebt. Ich glaub, wir sind uns einig, dass die.eu zu viel reguliert und zu detailliert gleichzeitig profitieren wir alle etwas davon, dass sie dieses Thema natürlich vollumfänglich analysiert hat und wir bei gewissen Teilen des AIS wahrscheinlich auch sagen, ja, das wäre durchaus Sinn, wenn wir sinnvoll, wenn wir da gewisse Grenzen setzen. Es entspricht aber nicht unserer Kultur, dass wir auch ein eigenes Gesetz haben über KI.
12:36 In der Schweiz ist geplant, dass wir die KI Konvention des Europarates praktizieren, das sind vor allem Vorgaben zum Beispiel an Transparenz oder auch Fairness, wenn der Bund oder die Kantone, die öffentliche Verwaltung, KI einsetzt, weil auch die können wir nutzen. Auf freiwilliger Ebene möchte man dann noch mit Unternehmen, also mit Branchenverbänden, gewisse Themen auf freiwilliger Ebene verankern. Das geht noch eine Zeit lang und es entspricht einfach unserem Rechtsempfinden, unserer Rechtsauffassung, dass wir prinzipienorientiert regeln, also eher etwas allgemein halten, weil wir wie sagen. So ist es besser anwendbar auf einen sehr unterschiedlichen Kontext, als wenn man es zu detailliert macht.
13:21 Und dann gibt es lauter Nebenwirkungen, die wir sogar nicht wollten. Aber generell denke ich mir, gerade auch bei Künstlicher Intelligenz, die Regulierung ist eine Herausforderung, weil wir können nicht einfach die Grenzen ziehen oder die Anbieter kommen aus anderen Ländern, also das durchzusetzen ist einfach eine Schwierigkeit und deshalb finde ich wirklich diese Befähigung der Bevölkerung. Von uns allen und auch eben die, die Verantwortung, die Unternehmen freiwillig übernehmen. Ich glaube, das ist der größere Hebel bei diesem Thema, als wenn wir das Gefühl haben, der Staat wird das jetzt für uns regeln. Also nicht verbieten, sondern aufklären, Transparenz schaffen, was da vielleicht auch eine umstrittene Frage ist, ab welchem Alter denn also schon im Kindesalter, oder ich hab gesehen, es gibt sogar ein Buch. Ich weiß nicht, ob das, wie ernst das gemeint ist. Es heißt KI für Babys.
14:15 Also wie siehst du das, wer welche Bevölkerungsschichten oder wer muss sich wieder mit beschäftigen oder sollte das tun? Grundsätzlich bin ich dafür für alle, aber ich glaube, man muss es dann auch kindergerecht oder oder altersgerecht machen für dich. Ja, auch ältere Menschen oder vielleicht bildungsferne Menschen, man muss es unbedingt sehr konkret machen, sodass für diese Zielgruppe relevant und verständlich ist. Das ist wirklich auch bei Erwachsenen sehr, sehr wichtig. Und bei Kindern, glaube ich, braucht es dann eher fachpersonen, die sagen, wie lange ist das spielerische sehr wichtig und wo beginnt eigentlich dieser Wissensaufbau, also dass die Kinder auch Kinder sein lassen und nicht die Erziehung verwechseln mit Arbeitsmarktfähigkeit.
14:56 Das wäre etwas schade, aber grundsätzlich denke ich, wir so wie wir bei der Digitalisierung geprägt sind von Daten, so wird einfach auch Kai ein neues Element sein, das überall drinsteckt, weil Kai zusätzlich basieren darf. Daten sind das auch. Auswertungen, Auswertungen, Prognosen, Empfehlungen, Visualisierungen eben. Jetzt kommt mit Kay Agent noch eine gewisse Automatisierung von gewissen gewissen Tasks. Aber grundsätzlich ist es eben sehr, sehr vielseitig einsetzbar, zum größten Teil wahrscheinlich recht unspektakulär und entsprechend finde ich es schon wichtig, dass es eine Grundkompetenz ist. Auch um diese Sachen eben nutzen zu können. Also wir sind nicht einfach nur konsumierende, wir dürfen nicht nur einfach an die Empfehlungsalgorithmen denken oder an die Chatbots, sondern. Und wie wir eben selber unsere Texte verbessern können, wie wir selber Bilder generieren, wie wir vielleicht dank White Coding selber eine einfachere Website machen können oder eine App unseren Bedürfnissen entsprechend, also unbedingt auf diese aktive Rolle und nicht nur dieses Passiv und vorsichtig wissen, was um uns herum passiert. Es gibt ja am anderen Ende auch das Goldene Zeitalter, das uns vielleicht sogar eröffnet wird durch KI. Also ich spreche jetzt mal an so vipe Coding, Leute, die bisher keine Ahnung vom Coding hatten, können das plötzlich tun durch leichte und einfache Sprache werden auch mehr Leute eingeschlossen, also Inklusion,
16:28 die bisher keinen Zugang hatten zu Gewissen. Themen oder Leute wie ich, die bisher keine Musik machen konnten, können jetzt plötzlich ganze Songs erstellen, auf Plattformen wie Zone und so weiter also es befähigt uns ja auch, gibt uns mehr Möglichkeiten und bringt uns vielleicht eben durch diese Inklusionsaspekte näher zusammen. Wie siehst du das von der was, was erwartest du positives von der Artificial Intelligence? Ja, ich habe da wirklich auch die Hoffnung, dass sie uns unterstützt, weil es gibt zum Beispiel Personen, die haben sehr Mühe, einen korrekten Text zu schreiben und die Leiden, und die haben natürlich wahnsinnig Freude, wenn diese mühsame Arbeit jetzt, ja, wenn sie da unterstützt wird und.
17:11 Oder auch es gibt auch Leute, die sagen, ich bin nicht kreativ und plötzlich generieren sie wunderbare Bilder. Also ich glaube wirklich, es ist eine Unterstützung und je nach persönlicher Präferenz und je nach persönlichen Fähigkeiten, stärken und Schwächen auch setzen wir sie vielleicht an, an unterschiedlichen Stellen ein, auch je nach Jobprofil. Ist es an unterschiedlichen Stellen relevant? Also ich glaube schon, es wird eine Verlängerung sein, also ein Hilfsinstrument, eine Verlängerung unserer Stärken, ich gehe nicht so davon aus, dass uns die Arbeit ausgeht, ich glaube in der Vergangenheit, und das würde ich jetzt mal sagen, die Chance ist groß, dass es auch in Zukunft gilt, ist vielleicht eher die, dass die Komplexität weiter zunimmt, das Thema, also das Tempo, nimmt weiter zu und wir das wahrscheinlich ohne KI gar nicht mehr bewältigen könnten.
17:58 Also du glaubst, dass wir das in Zukunft einfach gut. Es ist heute schon so, dass wir das einfach brauchen, überhaupt in dieser komplexen Welt. Absolut. Also so wie wir, als die Schreibmaschine noch da war. Und dann kommt ein Computer, könnte man auch sagen, wir haben dir ja wahnsinnig Zeit gespart oder als das Internet gekommen ist, hat man gedacht, ja, jetzt muss ich gar keine Arbeit mehr schreiben, ist ja alles im Internet, also ich glaub, wir unterschätzen eigentlich immer, was es immer noch alles zu tun gibt, weil auch eine Kai funktioniert nicht selber. Sie braucht Aufträge, die wir geben ihr das Ziel vor. Wo wollen wir hin? Man muss auch immer korrigieren, stimmt das für mich? Man sagt sich zum Teil ja, das ist jetzt 70% Fleißarg gut erledigt, aber hier habe ich noch eine ganz spezielle Idee oder einen Anknüpfungspunkt zu einer neuen Geschichte oder zu meiner Beziehung zu dieser Person, also ich glaube, dieser individuelle Angststrich, der, den wird es wahrscheinlich noch lange geben, weil der dann auch etwas das Züpfen auf dem I. Die ausmacht, oder aber wir haben so viele Fleißarbeiten oder etwas Best Practices, gura normal. Wie baue ich einen Workshop auf oder wie sieht ein guter Text aus oder was für Regeln hat ein nicht? Also ich glaube, das ist doch sinnvoll, wenn wir da Unterstützung haben.
19:17 Unterstützung aber eben. Es geht dann mit den mit den Agents, mit der Identic AI geht das jetzt schon weiter und auch werden die die Programme auch immer emotionaler und so. Wir haben doch bisher haben wir so auf Marketing Deutsch gesagt hatten wir einen den USP der Menschlichkeit, dass wir wirkliche Menschen mit Bewusstsein sehen. Gut, bei den Maschinen wissen wir nicht, ob die vielleicht mittlerweile auch sowas wie im Bewusstsein haben, aber gehen wir davon aus, wir sind Menschen und denkst du, dass wir diesen, dieses Alleinstellungsmerkmal, diesen USP noch ewig behalten werden oder kommen die Systeme langsam an uns heran?
20:00 Also ob wir es ewig behalten weiß ich nicht, aber ich nehme sie jetzt einfach so wahr, dass wir das Menschenbild wahnsinnig auf eine Maschine reduzieren. Also wir argumentieren wir aus einer Defensive, die Maschine kann so viel haben wir diesen USP noch, und ich glaube, da unterschätzen wir uns massiv, also Berührungen unser ganzer Körper, der sinnlich etwas erfährt oder der jemanden trösten kann oder in einem direkten Meeting diese nonverbale Kommunikation oder verlässliche Personen. Personen, auf die du individuell eingehen kannst und echte Fürsorge für sie entwickelst. Das sind alles Dinge, die kann eine Maschine nicht, die ist da reduziert. Das ist eine Software und gerade in Lehrberufen, also wenn du wenn du Kinder unterrichtest oder eben auch in der Pflege, ich glaube, da muss ein Roboter und dann eine Software genau diese Sachen nicht ersetzen, sondern diese Dinge sollten wir wirklich nutzen, um vielleicht etwas zu transportieren, um die Dokumentation zu verbessern und vielleicht die. Sicherheit zu erhöhen, aber das was was wir benötigen an sozialen Kontakten, an echter Fürsorge, an menschlicher Wärme, das müssen und können wir nicht durch Maschinen ersetzen. Das das, davon gehe ich auch aus. Also ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man jetzt in der Pflege, also dass Leute einfach. Von, dass es ihnen egal ist, ob es jetzt von Robotern oder von Menschen gepflegt werden.
21:28 Also auch wenn die vielleicht völlig das nach außen hin dasselbe leisten, es ist einfach auch haben wir auch noch ein ein ein Gefühl also dafür, dass wir einfach lieber mit Menschen sind als mit mit Maschinen, ja. Das ist jetzt eben etwas, das traurige oder Heu kann so viel oder auch Robotik kann so viel, aber im Moment haben wir sehr viele Projekte, die genau sehr relevante Menschen teile versuchen zu ersetzen, eben zum Beispiel plötzlich einen homonoiden Roboter in einem Altersheim oder weil man sagt, wir haben zu wenige Fachkräfte, aber das wertet auch das Berufsbild ab und eben die betroffene Person hat da keinen adäquaten Ersatz.
22:10 Haben Personen, die möchten, gerne mit den Menschen verbringen und nicht im Büro. Das heißt, wir müssen Sie von der Büroarbeit entlassen, wir müssen sie nicht von den sozialen Kontakten entlassen. Bei Lehrpersonen kann eine sinnvolle Ergänzung sein für personalisiertes lernen, weil die Klasse ist so groß, dass man nicht jedem Bedürfnis jeden Tag gleich viel Aufmerksamkeit schenken kann, aber trotzdem wird diese Person immer noch eine wichtige Funktion haben als Bezugsperson und immer noch sehr wichtig sein, um. Die Jugendlichen individuell zu fördern in diesem Sinne ist es dann da eine Ergänzung. Und was ich auch immer sage, das Wichtige ist eben auch, dass man die Betroffenen involviert. Wo braucht ihr Unterstützung und im Moment ist eben diese Technologie sehr stark getrieben von der technischen Perspektive, ich kann das machen, ich kann einen Roboter ins Altersheim stellen, statt zu fragen, Pflegenden, was brauchen Sie für Unterstützung, damit sie ihren Job machen können und von nicht so wichtiger und. Oder mehr Arbeit entlastet werden. Und das findet viel zu wenig da.
23:15 Ist es nicht gerade auch so auf der ethischen Ebene vielleicht so, dass man das einsieht und dass dann eben solche Pflegeberufe man man, man hört ja viel, dass die ja einen sehr anstrengenden Beruf haben, dass das sehr wenig wertgeschätzt wird, auch, dass die Wertschätzung für diese menschliche Komponente mittel und langfristig sogar steigen wird. Und das glaube ich auch, dass das steigen wird. Und wenn wir aber zu viel Technologie am falschen Ort einsetzen, dann ist gerade die Gefahr einer 2. Klassen Gesellschaft, oder also wer nicht viel Geld hat, wird mit einem Roboter abgespiesen und wer es sich leisten kann, der bekommt dann noch menschliche Wärme. Das dürfen wir natürlich nicht erlauben und deshalb ist dieser Entscheid so wichtig, oder wo setzen wir die Technologie ein, wo macht die wirklich unseren Job besser, wo unterstützt sie wo und entlastet sie und das ist keine technische. Frage, sondern das ist eine Frage von uns, denn das sind Hilfsmittel, das finde ich ganz wichtig, dass wir einfach diesen Perspektivenwechsel machen, weil weil sonst verarmen wir wirklich aus einer sozialen Perspektive, sonst haben wir einfach nur noch ja eine Kommunikation mit mit Maschinen, und dahinter stecken ja dann auch wieder Menschen, aber wir sehen sie nicht, also das ist eigentlich sinnvoller, wenn die Menschen direkt miteinander platzen.
24:33 Ich glaube, wir haben jetzt, also du hast jetzt in der kurzen Zeit sehr viele Fragen aufgeworfen, erörtert und erklärt und fand das n sehr interessantes Gespräch und vielen dank Cornelia. Und ich komme gerne wieder, möchte gerne das auch zum späteren Zeitpunkt mit dir fortsetzen. Also es gibt ja, wir waren ja jetzt auf ganz vielen Ebenen unterwegs und es gibt bestimmt noch viele Aspekte, über die wir uns unterhalten können. Fragen, die jetzt aufgeworfen werden in diesen spannenden Zeiten, vielen Dank. Dank dir, Christoph. Es hat Spaß gemacht.
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